G-Pulse Redaktion: Haben Sie den X1 auch selbst eingebaut? Wie smart ist Ihr eigenes Zuhause?

Gremlica: Ehrlich gesagt, bin ich da wohl der Typ „Nerd“. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit selbst gebaut. Ich bin gelernter Elektroingenieur und habe während des Studiums gelegentlich auf dem Bau gearbeitet, daher konnte ich zusammen mit meinem Vater vieles selbst bauen. Die Elektrik habe ich beispielsweise komplett selbst installiert und da sind vom HomeServer bis zum X1 so ziemlich alle Geräte und Anwendungen aus dem Gira Programm dabei.

Die meisten Bauteile sind bei mir steuerbar –  von den Solarmodulen bis zur Heizung und der Lüftung. Die Wetterstation auf dem Dach gibt mir einen Alarm, wenn Regen aufzieht und die Dachfenster geöffnet sind. So kann ich direkt darauf reagieren und auf Knopfdruck die gewünschten Funktionen auslösen. Das Haus ist für mich ein unendliches Experiment, an dem ich fortlaufend weiter herumschraube. Es ist aber auch die Basis für meine Arbeit bei der Produktentwicklung: So weiß ich aus eigener Erfahrung genau, wovon ich spreche und kann selbst sehen, was gut läuft und was optimiert werden kann. Dementsprechend bin ich gerne bei jedem Feldtest dabei, den wir bei Gira durchführen.

G-Pulse Redaktion: Aus welchen Gründen würden Sie einem Freund smarte Lösungen empfehlen und welche im Speziellen?

Gremlica: Dabei kommt es vor allem darauf an, um was für ein Objekt es sich handelt. Beim Neubau würde ich raten, auf den KNX Standard zu setzen. Dabei könnte man sogar in zwei Stufen vorgehen. Zuerst die wichtigsten Funktionen errichten und zum späteren Zeitpunkt die Komfort-Funktionen nachrüsten. Somit würde man sich den Wunsch nach Smart Home nicht verbauen. Bei der Nachrüstung von Objekten, in denen man nicht die Wände aufstemmen möchte, um neue Leitungen zu verlegen, rate ich zu Funksystemen.

G-Pulse Redaktion: Welche Trends sehen Sie im Bereich Smart Home?

Gremlica: Zwei Aspekte werden weiterhin wichtig sein, mit denen wir uns weiter beschäftigen werden: Komfort und Sicherheit. Das Thema Sicherheit überwiegt zurzeit, da bekommen wir die meisten Nachfragen. In diesem Jahr sind daher noch ein paar Anwendungen für den X1 geplant, zum Beispiel die Möglichkeit, verschiedene Anwesenheitssimulationen einzustellen. Stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub und können auf Knopfdruck aus der Ferne das Licht einschalten, ein Fenster kippen und die Musik anmachen – so dass Ihr Haus auch während Ihrer Abwesenheit bewohnt wirkt und so nicht zur Zielscheibe von Einbrechern wird. Auch die Polizei rät inzwischen zu solchen Szenarien, denn statistisch wird in gut ausgeleuchteten bzw. scheinbar bewohnten Objekten deutlich weniger eingebrochen.

G-Pulse Redaktion: Sicherheit im Smart Home ist ja ein Aspekt den vielen Menschen mit Skepsis betrachten – so wie das Thema Datenschutz. Wie steht Gira dazu und wie haben Sie es beim X1 gelöst?

Gremlica: Beide Themen sind uns bei Gira extrem wichtig. Der X1 besitzt jetzt ein ellenlanges und geräteindividuelles Passwort. Das wird auf das Gerät aufgedruckt, wie man es zum Beispiel von WLAN-Routern kennt. Zusätzlich haben wir den X1 mit einem OpenVPN ausgestattet, um die externe Steuerung und den Datenaustausch mit allen mobilen Geräten des Anwenders so sicher wie nur möglich zu machen. Die gesamte Kommunikation ist jetzt TLS-verschlüsselt, das kennt man als Standard vom Online-Banking. Das ist aktuell eines der sichersten Systeme. Weitergehend werden wir in Kürze ein System vorstellen, das die Sicherheit und den Komfort ausgezeichnet beherrscht. Wichtig ist, dass nicht nur die Server sicher sind, sondern das gesamte Netzwerk muss es sein. Dazu haben wir Checklisten erstellt, die den einrichtenden Elektromeister Punkt für Punkt anleiten sollen, um eine umfassende Datensicherheit herzustellen.

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch und die interessanten Einblicke in die Produktentwicklung des X1.