WerkBundStadt Berlin: ein Gemeinschaftsprojekt

Der WerkBund feiert in diesem Jahr sein 110-jähriges Bestehen. Bei Projekten der „Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen“ wirkten zahlreiche herausragende Künstler, wie etwa der schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier, der für die Weißenhofsiedlung in Stuttgart eines seiner berühmten Häuser entwarf.

Zurzeit hat der WerkBund in Berlin-Charlottenburg Großes vor. Auf dem Gelände eines ehemaligen Kraftwerks, wo momentan noch zehn große Öltanks stehen, soll die neue WerkBundStadt Berlin entstehen und zu einem lebendigen Stadtquartier werden. Die Planung hat bereits im März 2016 in Kooperation mit 33 Architekturbüros begonnen – darunter Bayer & Strobel, schneider+schumacher und Schulz und Schulz.

Das Besondere daran: Die Architekten arbeiten kostenlos an dem visionären Großprojekt.

Urbanisierung ist einer der Megatrends unserer Zeit

Immer mehr Menschen wählen die Großstadt als Wohnort und Lebensmittelpunkt. Das hat dementsprechend zur Folge, dass Wohnraum in den Städten knapper und damit auch teurer wird. Gerade in Städten wie Berlin, die Menschen aus der ganzen Welt anziehen, ist das deutlich zu spüren. Eine Antwort auf dieses Problem soll die WerkBundStadt liefern, denn hier sollen urbanes Wohnen, Leben und Arbeiten auf dichtem Raum möglich werden. 1.100 Mietwohnungen sind geplant, davon sollen 30 Prozent der Mietpreisbindung unterliegen.

Zahlreiche Stile und Konzepte

Bislang gibt es die WerkBundStadt Berlin nur in Form eines Holzmodells, aber schon das ist beeindruckend. Unterschiedliche Stile und Einflüsse sind bereits hier sichtbar. So weisen einige Entwürfe historische Anleihen etwa im Stil der Chicagoer Schule auf, den man beispielsweise vom Architekten Frank Lloyd Wright kennt. Typisch für diesen Baustil sind etwa die Wolkenkratzer, die Ende des 19. Jahrhunderts in den USA entstanden. Des Weiteren erkennt man Einflüsse der Heimatschutzarchitektur, die ihre Blüte von 1904 bis 1945 in Deutschland erlebte. Wann mit der Fertigstellung des neuen Stadtquartiers zu gerechnet werden kann, ist noch völlig offen. Noch steht der Baubeginn fest, da unter anderem Lärm und Lage den Planern noch Probleme bereiten.

Im Frühjahr berichteten drei beteiligte Architekten auf Einladung des KAP-Forums, ein Netzwerk für den Dialog aller am Bauen Beteiligten, von welchem auch Gira Partner ist, im Kölner MAKK von den Planungen. Die Referenten waren Prof. Dr. Paul Kahlfeldt von Petra und Paul Kahlfeldt Architekten, Christoph Ingenhoven von ingenhoven architects sowie Prof. Arno Brandlhuber von Brandlhuber+ Architekten und Stadtplaner. In der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf können sich derzeit Interessierte noch bis Ende November 2017 im Rahmen einer Ausstellung über die WerkBundStadt Berlin informieren und Details der Planungen und Projektumsetzung erfahren.

Was denken Sie über solche Projekte in Großstädten? Wird hier genug unternommen, um modernen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

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