KNX: So vernetzt der Smart-Home-Standard Ihr Zuhause

Seit mittlerweile 30 Jahren vernetzt KNX das intelligente Zuhause. Die KNX Association, ein Zusammenschluss internationaler Hersteller aus dem Bereich Elektrotechnik und Gebäudemanagement, feiert das Jubiläum mit verschiedenen Aktionen, die unter anderem der Aufklärung dienen sollen – denn noch immer kursieren viele Fragen und Vorurteile zu dem Smart-Home-Standard. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Was ist KNX?

KNX steht für eine Technologie, mit der Sie elektrische Funktionen der Haustechnik in einem einheitlichen System miteinander vernetzen können.

Bereits in den frühen 1990er Jahren haben sich führende europäische Hersteller unter der damaligen Bezeichnung „Europäischer Installationsbus“ (EIB) zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Standard für smarte Gebäude zu etablieren. Dies geschah mit dem ausdrücklichen Ziel, dass alle KNX Produkte miteinander kompatibel sind. Seither entwickelt sich die Technologie ständig weiter und bringt neue Möglichkeiten für das Smart Home hervor.
Bedienzentrale Gira G1 im Wohnzimmer

Wie funktioniert ein KNX System?

Im Wesentlichen besteht ein KNX System aus zwei Komponenten: Sensoren, die Befehle ausführen und Aktoren, die diese umsetzen. Hinzu kommt eine Infrastruktur, wie zum Beispiel die Busleitung und ein KNX Netzteil, die die Geräte miteinander vernetzt. Bei den Sensoren handelt es sich um Mess- und Eingabegeräte wie Taster, Bewegungsmelder, Temperaturfühler, Verbrauchszähler für Gas, Wasser und Strom oder auch Wettersensoren. Sensoren erkennen Ereignisse und senden die erfassten Informationen in Form von Telegrammen an die Aktoren. 

So fahren bei morgendlicher Dämmerung zum Beispiel die Jalousien automatisch nach oben, bei kalten Temperaturen wird das Heizventil aufgedreht und das Licht schaltet sich ein, wenn der Präsenzmelder Bewegung erfasst. Neben elektronischen Jalousien, Leuchten und der Heizung können Sie zum Beispiel auch eine Alarm- und Türsprechanlage, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik in das KNX System integrieren.

Jalousiesteuerung per App
Türsprechanlage Gira System 106

Mit einem Server wird Ihr KNX Smart Home intelligent

Ein KNX System kann mehrere Tausend Teilnehmer umfassen, wobei alle Aktoren und Sensoren miteinander vernetzt sind. Im Technik-Jargon beschreibt ein Bussytem eine Vernetzung, die Informationen vieler hintereinander geschalteter Geräte gemeinsam transportiert. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Kabel, das Ihr Elektroinstallateur beim Neubau oder im Zuge einer Modernisierung parallel zur herkömmlichen Stromleitung verlegt. 

Wenn Sie einzelne KNX Funktionen nachrüsten möchten, ist das auch mit einer Funk-Lösung möglich. Die Bustechnologie „KNX Radio Frequency“, kurz KNX RF, wird häufig für die drahtlose Erweiterung von KNX Systemen genutzt.

Ein Höchstmaß an Möglichkeiten bietet das System in Verbindung mit einem Server wie dem Gira HomeServer oder der kompakteren Variante Gira X1. Über diese Steuerzentralen laufen alle Funktionen und Befehle der angeschlossenen KNX Komponenten zusammen. Der Server fungiert quasi als „Gehirn“ im Smart Home und ermöglicht, auch komplexe Abläufe zu automatisieren: Sie können individuelle Szenarien anpassen und speichern, IoT-Geräte anbinden und die wichtigsten Funktionen per App steuern. 

Gira X1 Server in schwarzer
Der Gira Home Server steuert alle Funktionen im Smart Home.

Steuern Sie Ihr KNX Smart Home per App, Sprachbefehl oder Fingertipp

Neben Sensoren, Schaltern und Tastern ist es auch möglich, Touchscreen-PCs und Displays für die Bedienung und Automatisierung zu integrieren. Mit wenigen Fingertipps können Sie zum Beispiel über die Bedienzentrale Gira G1 individuelle Einstellungen oder Szenarien aufrufen.

Ebenso einfach lässt sich das KNX System per App auf Ihrem Smartphone oder Tablet-PC steuern. Für den sicheren Fernzugriff von unterwegs sorgt das Sicherheitsmodul Gira S1. Daneben ist auch eine Bedienung per Sprachbefehl möglich, beispielsweise über Amazons Sprachassistentin Alexa.

Mit dem Gira G1 können Sie nicht nur Ihr Haus schützen, sondern immer sicher sein, dass niemand fremdes auf Ihre Daten zugreift.

Viele neue Möglichkeiten und Anbindungen im KNX Smart Home

Mit der wachsenden Herstellerzahl der KNX Association sind in den letzten Jahren nicht nur neue Produkte entstanden, sondern auch neue Möglichkeiten für die Anbindung und Datenübertragung, etwa über Funk und IP-Technologien. Diese Schnittstellen erlauben zum Beispiel die direkte Integration von Türkommunikations- und Alarmanlagen in das KNX System. Auf diese Weise können beispielsweise Fenstersensoren eines Alarmsystems mit anderen Komponenten im KNX Netzwerk interagieren und die Heizung oder Klimaanlage bei einem geöffneten Fenster automatisch in Standby schalten. Bei einem Alarm kann das KNX System vordefinierte Szenen abspielen, so dass sich zum Beispiel die komplette Beleuchtung im Haus einschaltet und die Jalousien öffnen.
Neben der Anbindung von smarten Lautsprechern wie Sonos können viele weitere IoT-Geräte angeschlossen werden und über entsprechende Schnittstellen unter anderem mit einfachen „Wenn-dann“-Regeln („If this than that, kurz IFTTT) bedient werden.Immer wichtiger wird auch das Thema Sicherheit bei der Datenübertragung. Der ergänzende Standard KNX Secure schützt Ihr Smart Home vor dem Zugriff unbefugter Dritte von außen. KNX Secure verschlüsselt die Datenkommunikation im Netzwerk und gewährleistet so eine sichere Übertragung aller KNX Telegramme. Für erste Gira KNX Geräte ist KNX Secure bereits verfügbar.
Automatisieren Sie Ihr Zuhause dank IFTTT Quelle: YouTube / Gira

Internationaler Standard garantiert Zukunftssicherheit

Aufgrund seiner Zuverlässigkeit und den vielfältigen Möglichkeiten hat sich KNX in den letzten 30 Jahren als internationaler Standard für die Heimautomation durchgesetzt und wird mittlerweile von mehr als 500 Herstellern in etwa 190 Ländern genutzt. Da ihre Produkte „dieselbe Sprache sprechen“, also miteinander kompatibel sind, ist die Installation eines KNX Systems deutlich einfacher und flexibler geworden. Ist einmal ein Bussystem installiert, können Sie das System jederzeit problemlos erweitern, umprogrammieren und Komponenten austauschen.

Sollte ein Gerät nach Jahren nicht mehr erhältlich sein, nehmen Sie einfach das KNX Produkt eines anderen Herstellers. Ebenso erhalten die KNX Produkte regelmäßig neue Updates, was eventuelle Sicherheitslücken schließt, Fehler beseitigt und zugleich ständig neue Funktionen bietet. Für Bauherren und Hausbesitzer bedeutet der herstellerübergreifende Standard somit besonders hohe Zukunfts- und Planungssicherheit.

Mit dem System lassen sich Sprachassistenten mit anderen Smart Home Lösungen verknüpfen.

Für wen lohnt sich KNX?

Wer neu baut oder eine Modernisierung plant, sollte einmal mehr über eine KNX Installation nachdenken. Grundsätzlich lohnt sich ein KNX System für alle Bauherren und Hausbesitzer, die durch die Hausautomation langfristig Energie sparen und zugleich mehr Wohnkomfort sowie Sicherheit gewinnen möchten. Große Vorteile ergeben sich auch für das Wohnen im Alter, da die automatisierte Haustechnik im Alltag viele Handgriffe abnehmen kann. Statt zum Beispiel die Rollläden oder Jalousien jeden Tag manuell herauf- und herunterzukurbeln, öffnen und schließen diese je nach Tageszeit und Wetter automatisch.

Was kann ein Smart Home mit KNX kosten?

Mit dem herstelleroffenen Standard stehen Ihnen unzählige Anwendungen und ein weites Netz an qualifizierten KNX Fachhandwerkern zur Verfügung. Wie umfangreich die KNX Installation wird, hängt somit allein von Ihren Wünschen und Ihrem Budget ab. Je nach Wohnfläche und Anzahl der Endgeräte sollten Sie für eine KNX Basisinstallation etwa 5.000 Euro einkalkulieren. Für eine umfangreichere Premiuminstallation können Sie mit bis zu 20.000 Euro rechnen.

Mann plant online sein Smart Home

Damit Sie lange Freude an Ihrem KNX System haben, sollte die Installation und Einrichtung in jedem Fall ein Fachmann übernehmen. Über die Gira Webseite finden Sie qualifizierte Elektrofachhändler und KNX Spezialisten in Ihrer Nähe. Weitere Tipps für die Planung und Vernetzung bietet der Gira Home Assistant.

In nur drei Schritten liefert der Online-Konfigurator entsprechend Ihrer Wohnsituation und Wünsche personalisierte Vorschläge für die technische Ausstattung im intelligenten Zuhause.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema KNX und Smart Home? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bauen mit Gira Haustechnik KNX System Nachrüsten
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