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Wegbereiter der Moderne – Was ist der Bauhausstil?

 
„Nur eine Idee hat die Kraft, sich so weit zu verbreiten.“ – Mies van der Rohe, letzter Direktor des Bauhauses
Gepflegte Kälte, moderne Sachlichkeit – dafür steht die Bauhausschule auch noch 100 Jahre nach ihrer Gründung. Was einst 1919 in Weimar als Experiment begann, um Kunst und Handwerk zu verbinden, entwickelte sich zur einflussreichsten Stilrichtung Deutschlands – obwohl die Kunstschule nur 14 Jahre bestand.

Nach der Opulenz des 19. Jahrhunderts hat das Bauhaus den Traum der minimalistischen Moderne Realität werden lassen.

Form follows function – Was ist der Bauhausstil?

Nüchtern, schnörkellos, reduziert – das alles sind klassische Adjektive, die Menschen mit dem Bauhausstil verbinden. Doch: Den einen Bauhausstil gibt es nicht. Es handelt sich vielmehr um verschiedene Stilrichtungen, die aus der Idee des Bauhaus entstanden sind. Walter Gropius, Architekt und Begründer der Bauhausschule in Weimar, glaubte, dass ein Objekt zugleich einfach, schön, funktional und für alle zugänglich sein sollte – eine Auffassung von Design, die bis heute nachwirkt.

 
 
Quelle: DW Deutsch / YouTube

Was macht den Bauhausstil so besonders?

Gropius setzte auf das Zusammenspiel von Industrie, Wissenschaft und Kunst. Zudem orientierte er sich an Ansätzen des Expressionismus: Einfache, symmetrische Formen, ungewohnte Materialien und kunstvolles Handwerk zeichnen den Bauhausstil bis heute aus.

Die Königsdisziplin der Bauhausschule war die Architektur – ihr verhalf das Bauhaus zum Durchbruch in die Moderne. Das Revolutionäre: Bauhaus-Architekten benutzten neue Baustoffe wie Stahl, Glas und Beton. Sie entwickelten außerdem die ersten industrialisierten Wohnungsbauten für Menschen aus ärmeren sozialen Schichten.

Interessierte können sich im Bauhaus Museum zu dem Bauhausstil informieren.
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Wer sind die bekanntesten Vertreter?

Klare Designprodukte ohne Schnörkel – das war der Anspruch von Entwürfen wie Marcel Breuers Stahlrohrmöbel oder Marianne Brandts berühmter Aschenbecher. Die Ikone der Bauhaus-Moderne - die legendäre Wagenfeld-Lampe von Wilhelm Wagenfeld– wird auch heute noch „Bauhaus-Lampe“ genannt und als diese verkauft. Ihnen allen ist gemein, bestehende Konzepte mit freier Kunst zu versöhnen.

Schlichte, geometrische Grundformen, vor allem in Komplementärfarben gehalten, sollten das Handwerk vor der Industrialisierung retten. Noch heute werden Design-Klassiker wie Marcel Breuers Freischwinger-Stuhl oder der "Barcelona-Sessel" von Mies van der Rohe in hohen Auflagen weiterproduziert. Sie finden zudem Nachahmer wie zum Beispiel im „Pipe“ Tisch und Stuhl vom Münchner Designer Konstantin Grcic.

 
 
Quelle: Classicfactory24 / YouTube

100 Jahre Bauhaus – auch heute noch zeitlos

Das Bauhaus existierte nur 14 Jahre: als „Staatliches Bauhaus“ in Weimar, als „Hochschule für Gestaltung“ in Dessau und als private Lehranstalt in Berlin. Seine Ideen jedoch wirken weit über die Bauhausschule und ihre Zeit hinaus. 2019 feiert das Bauhaus 100-jähriges Jubiläum:

Ob Architektur, Performancekunst, Fotografie, Malerei oder Kunsthandwerk – im 21. Jahrhundert ist das Bauhaus als Idee und Vorbild nach wie vor spürbar. Als Quelle der Inspiration greifen heute mehr Designer und Architekten denn je auf die Bauhaus-Entwürfe zurück – klares, urbanes und minimalistisches Design, das aber für die Mehrheit erschwinglich sein soll.

Bauhaustil: Eine polarisierende Stilrichtung. Richten Sie ihre Wohnung lieber minimalistisch und puristisch ein, oder darf es gerne etwas mehr sein? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Architektur Bauhaus Design
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