Vegane Möbel – Alternativen für Ihr Zuhause

Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut Skopos leben 1,3 Millionen Deutsche vegan – Tendenz steigend. Wer vegan lebt, schützt damit aber nicht nur Tiere. Die Lebensweise leistet darüber hinaus einen wertvollen Beitrag für Gesundheit und Umwelt. So kann vegane Ernährung zum Beispiel dazu beitragen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Diabetes-II-Risiko sowie den Cholesterinspiegel zu senken, so eine Studie der amerikanischen Organisation American Academy of Nutrition and Dietetics. Und umso weniger tierische Produkte zum Einsatz kommen, desto stärker lässt sich der CO2-Fußabdruck reduzieren. Das beschreibt die britische Organisation VeganSociety, die 1944 als eine der ersten veganen Interessengruppen gegründet wurde.

Vegan leben. Vegan wohnen.

Vegan – Was genau bedeutet das eigentlich? „Vegane Menschen meiden die Nutzung von Tieren oder tierischen Produkten in allen Lebensbereichen.

Sie tun dies meist aus ethischen Gründen, weil sie nicht wollen, dass Tiere für sie gequält und getötet werden. Auch der Umweltschutz und die eigene Gesundheit sind oftmals Gründe für eine vegane Lebensweise“ – so die Definition der Tierrechtsorganisation PETA.

Die Lebensmittelindustrie bringt bereits ein großes Sortiment veganer Alternativen für Anhänger der Lebensphilosophie auf den Markt. Aber wie sieht es im Einrichtungsbereich aus? Leder, Fell oder Wolle sind im Wohnraum beliebt. Holzmöbel werden noch immer mit Glutin- oder Knochenleim verklebt – doch es gibt Alternativen.
Vegane Möbel von Room in the box

1. Apfel und Kaktus: Lederersatz für vegane Möbel

Die mexikanischen Unternehmer Adrián López Velarde und Marte Cázarez haben zum Beispiel einen Lederersatz aus Kaktus entwickelt: „Desserto“ ist weich, atmungsaktiv, biologisch abbaubar und lässt sich sogar einfärben. Noch entstehen aus Desserto Handtaschen, Schuhe und Kleidung. Doch der Schritt zu veganen Möbeln scheint nicht weit entfernt. Die Lederalternative aus Kaktus wurde sogar gerade mit dem Green Product Award 2020 gekürt.
Auch Äpfel haben das Zeug zum Lederersatz. „Appleskin“ aus dem italienischen Apfelanbau ist damit eine weitere spannende Entwicklung. Die hölzernen Teile und Schalen des Apfels, die in der industriellen Verarbeitung übrigbleiben, werden pulverisiert und zu Gewebe verarbeitet. Eine umwelt- und tierfreundliche Lederalternative, die weich und in zahlreichen Farben erhältlich ist.
Desserto stellt einen umweltschonender Lederersatz aus Kakteen her. Quelle: YouTube / The Patent Magazine

2. Natürlich geformt: Pilzgeflecht für vegane Lampen

Vegan wohnen geht auch mit Pilzen, so unglaublich es klingen mag. Zusammen mit der britischen Forscherin Milena Ivanova entwirft das Londoner Studio rund um Sebastian Cox Möbel, Lampen und Alltagsprodukte, die aus Holzspänen und dem Pilzgeflecht Myzel bestehen.

Eher zufällig entdeckte der Designer beim Waldspaziergang in der englischen Grafschaft Kent, wie zwei Haselnussäste von einem weißlichen Material zusammengehalten wurden. In seiner Kollektion „Mycelium + Timber“ präsentiert Cox Holzmöbel, die das Pilzgeflecht als Kleber nutzen und organisch wirkende Lampenschirme.

Das Pilzgeflecht wird genutzt, um organisch wirkende Lampenschirme zu kreieren. Quelle: YouTube / National Geographic

3. Ethisch korrekt: Vegane Möbelhersteller zeigen innovative Produkte

Auch zahlreiche große Hersteller reagieren auf den Vegan-Trend und bieten passende Kollektionen an. Zum Beispiel das Möbelhaus Höffner: „Switch“ ist die erste vegane Polstermöbelserie mit Sofas, Sesseln und Liegen. Auch Allnatura (nicht zu verwechseln mit Alnatura, dem Lebensmittelersteller) hat ein Sofa im Portfolio. „Fino“ besteht aus Baumwoll- oder Viskose-Bezügen und verzichtet komplett auf tierische Inhaltsstoffe.

Einen besonders minimalistischen Weg geht der vegane Möbelhersteller „Room in box“. Neben Regalen, Lampen und Stehschreibtischen gibt es hier sogar Betten aus veganer Wellpappe, die wie ein Stecksystem zusammengebaut werden. Kleber oder Leim sind nicht nötig. Matratze und Kissen kommen vom Hersteller SnoozeProjekt und sind ebenfalls vegan. Und weil gerade die nächste Gartensaison ansteht: Ein schöner Begleiter für Sommertage ist die vegane und recyclebare Hängematte Camino M aus zertifizierter Baumwolle von HängemattenGlück.

Veganes Regalsystem aus Pappe von Room in a box
Grünes Bett aus Wellpappe von Room in a box
Veganes Bett von Room in a box im Wohnzimmer
Wellpappe als Material für ein veganes Bett

Tipp: Wer vegane Möbel kaufen möchte, sollte auf vegane Label wie das V-Label von proveg, das Vegan-Label der veganen Gesellschaft Deutschland e.V. oder das PETA-Approved Vegan-Logo achten. Zudem steht Ihnen die Tierrechtsorganisation PETA mit Rat zur Seite. Sie beschreibt auf ihrer Webseite, welches Material aus welchen Inhaltsstoffen besteht und nennt Alternativen.

Es war noch nie so einfach vegan zu leben wie jetzt. Vegane Designs und Materialien aus Linoleum, Kork, Pappe oder Kaktus sorgen für ein Wohngefühl ohne Reue.

Haben Sie bereits vegane Möbel in Ihrem Wohnraum? Erzählen Sie uns davon.

Einrichtungsideen Nachhaltigkeit Wohntrends
Kommentare
M
Marcus 04.08.2020  |  13:07
Antworten

Was für ein inspirierender Beitrag, sehr schön! Das Bett aus Pappe nutze ich selbst seit zwei Jahren und bin absolut begeistert davon. Es ist schön schlicht und tatsächlich ziemlich stabil. Und es quietscht nicht, im Gegensatz zu manchem Lattenrost. 

Viele Grüße!

GR
G-Pulse Redaktion 11.08.2020  |  14:27

Hallo Marcus,
das freut uns zu lesen! Da sieht man mal, wie stabil Pappe sein kann. Vielleicht lassen Sie sich ja noch von weiteren veganen Möbeln im Artikel inspirieren.
Viele Grüße
Ihre G-Pulse Redaktion

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Kommentare (1)

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