Unterwasserbauwerke: Eintauchen in eine andere Welt

Ob in der Wüste, im Wald oder auf dem Wasser: Es gibt kaum eine Landschaft, die Menschen nicht bebauen. Wasseroberflächen galten lange als natürliche Grenze für künstlich geschaffene Lebensräume. Einige Unterwasserbauwerke überwinden diese Grenze und zeigen auch hier, wie sich Natur und Baukunst ergänzen können.

Under: Marine Gastronomie im ersten Unterwasser-Restaurant

Halb im Meer versunken ragt ein massiver Monolith aus der schroffen Felslandschaft der norwegischen Küste: Under heißt das Bauwerk, mit dem das preisgekrönte Architekturbüro Snøhetta das erste Unterwasser-Restaurant Europas entworfen hat.

Wie von der Natur bezwungen, ruht das untergegangene Gebäude am südlichsten Punkt Norwegens auf dem Meeresboden. Nur der oberirdische Eingang des dreistöckigen Betonquaders lässt etwas Sonnenlicht herein. Am anderen Ende bietet ein großes Panoramafenster Einblick in eine andere Welt.

Fünf Meter unter der Wasseroberfläche trennt das massive Acrylglas künftige Gäste von dem marinen Schauspiel am Meeresboden, das sich je nach Jahreszeit und Wetter von einer anderen faszinierenden Seite zeigt.

Mit seiner meterdicken, rauen Betonhülle und stromlinienförmigen Struktur verschmilzt Under nicht nur optisch mit der Meeresumgebung. Dank grober Außenwände sollen sich künftig Muscheln und andere Weichtiere auf der witterungsbeständigen Fassade ansiedeln und das versunkene Gebäude so in ein echtes Riff verwandeln.

Nach der geplanten Eröffnung in 2019 sollen bis zu 100 Gäste in dem Restaurant Platz finden. Außerhalb der Öffnungszeiten könnte der rund 600 Quadratmeter große Bau außerdem als Forschungszentrum genutzt werden.

Impressionen des Unterwasser-Restaurants. Quelle: faz / YouTube

Blue Planet: Im Sog eines blauen Unterwasserbauwerks

Wer mit dem Flugzeug nach Kopenhagen reist, kann schon bei der Landung ein bemerkenswertes Unterwasserbauwerk entdecken: Mit dem Blå Planet am nahegelegenen Flughafen im Bezirk Kastrup hat das Architekturbüro 3XN eines der größten Aquarien Europas entworfen. Mit seiner skulpturalen Form zieht das Danish National Aquarium den Betrachter sowohl aus der Luft als auch an Land in seinen Bann. Außen spiegeln kleine rautenförmige Aluminiumpaneele der stählernen Fassade den Himmel und das Wasser der Øresund-Meeresenge.

Inspiriert von Zirkulationsströmen und den endlosen Bewegungen des Wassers saugt das strudelförmige Bauwerk den Besucher förmlich in die Tiefe und offenbart im Inneren eine atemberaubende Unterwasserwelt. Das kreisrunde Foyer im Auge des Strudels erweist sich als Zentrum einer zentrifugalen Ausstellungsfläche. Von hier aus können Besucher auf fünf Routen in das Unterwasserbauwerks eintauchen. Entlang der gläsernen Korridore reihen sich meterhohe Tanks aneinander, in denen über 20.000 Fluss-, See- und Meeresbewohner internationaler Gewässer ein Zuhause gefunden haben.

Unterwasserbauwerke, denblaaplanet
Unterwassergebäude, Blue Planet
Unterwassergebäude, Denblaaplanet

Underwater Room im Manta Resort: Schlafen zwischen Korallen und Fischen

Weiße Strände, üppige Palmen und türkisblaues Meer: Die Inseln vor der Ostküste Afrikas gehören zu den schönsten Paradiesen der Erde. Etwa 250 Meter vor der Küste Pembas in Tansania treibt im Arabischen Meer ein hölzernes Hausboot, das auf dem ersten Blick an die Abenteuer des Huckleberry Finn erinnert. Wer hier seine Koffer auspacken darf, ist aber nicht gestrandet, sondern übernachtet in einem der exklusivsten Hotelzimmer der Welt: dem Underwater Room des Manta Resorts.

Nach dem Check-in werden Urlauber mit einem kleinen Boot zu der dreistöckigen Luxus-Suite gefahren, die zur Hälfte unter Wasser liegt. Über eine Holzleiter gelangen sie ins versunkene Schlafzimmer, das ein 360-Grad-Panorama auf die exotische Unterwasserwelt offenbart. Von Fenstern umschlossen, können die Gäste Korallen, Rochen, kleine Haie und farbenfrohe Fische im kristallklaren Wasser beobachten, während sie gemütlich im King-Size-Bett liegen. Bei nächtlicher Dunkelheit beleuchten kleine Scheinwerfer an den Außenwänden die Unterwasserlandschaft. Oberhalb der schwimmenden Suite lädt eine Dachterrasse zum Sonnenbaden ein.

Ein Aufenthalt im Unterwater Room. Quelle: Best Travel Destination / YouTube

Auch unter Wasser scheinen der Architektur kaum noch physische Grenzen gesetzt zu sein. Rund um den Globus sind bereits weitere Unterwasserbauwerke in Planung.

Mit Blick auf die vorgestellten Projekte klingen selbst futuristische Konzepte wie ein Unterwasser-Tennisplatz vor Dubai nicht mehr völlig unrealistisch.

Können Sie sich einen Museumsbesuch, ein Dinner oder eine ganze Nacht unter Wasser vorstellen? Schreiben Sie uns, was Sie von den Unterwasserbauwerken halten.

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