Tiny House: Ratgeber und Tipps für die Minihaus-Planung

In Zeiten steigender Miet- und Grundstückspreise ist ein Tiny House vor allem für Singles und junge Paare eine bezahlbare Alternative zu klassischen Wohnlösungen. Auf kleinem Raum leben Hausbesitzer langfristig kostengünstiger und umweltverträglicher, da sie weniger Ressourcen verbrauchen. Auf die Frage „Warum ein Tiny House?“ gibt es also viele gute Antworten. Doch der Weg zur eigenen Mini-Immobilie ist auch mit rechtlichen und bürokratischen Hürden gepflastert. Wir zeigen Ihnen in unserem Ratgeber „Tiny House“, worauf Sie bei der Planung achten sollten.

Auf dem Boden der Tatsachen: Können Sie dauerhaft im Tiny House wohnen?

Eine Woche am Strand, dann auf eine Wiese oder an den Waldrand umziehen:

Diese romantische Vorstellung vom flexiblen Leben in einem Tiny House ist mit der Realität in Deutschland leider nicht vereinbar. Das deutsche Recht sieht einen festen Wohnsitz als Erstwohnsitz vor.

Möchten Sie Ihr Minihaus ganzjährig als solchen nutzen, geht das nur an einem festen Standort. Dafür benötigen Sie wie bei jedem Haus eine Genehmigung vom örtlichen Bauamt und müssen sich an die Bauverordnung halten, die unter anderem einen Wasser- und Abwasseranschluss und freie Rettungswege vorschreibt. Weniger komplex sind die Auflagen, wenn Sie Ihr Tiny House nicht als festen Wohnsitz, sondern als Ferien- oder Gästehaus nutzen möchten und maximal vier Monate im Jahr darin wohnen.

Tiny House-Ratgeber für ein Leben im Minihaus.

Heute hier, morgen dort: Wie können Sie mit Ihrem Tiny House umziehen?

Nach amerikanischem Vorbild ist das klassische Tiny Houses mobil und liegt damit in einem Graubereich der deutschen Gesetzgebung. Ist das Haus auf einem Fahrgestell montiert und ermöglicht den spontanen Ortswechsel, gilt es in der Regel als Wohnwagen und muss für den Straßenverkehr zugelassen sein. Bekommen Sie diese Zulassung, müssen Sie Ihr mobiles Haus auch wie einen Wohnwagen anmelden, versichern, versteuern und technisch kontrollieren lassen.

Wo können Sie Ihr Tiny House hinstellen?

Die einfachste Lösung für einen rechtssicheren Standort bietet ein eigenes erschlossenes Grundstück. Perspektivisch denkbar sind aber auch Tiny-House-Parks. Pilotprojekte in diese Richtung gibt es bereits, beispielsweise im hessischen Braunfels und im Fichtelgebirge. Als Wohnwagen darf das Tiny House höchstens zwei Wochen am Stück unbewegt im öffentlichen Raum stehen. Ausweichen können Sie auf einen Campingplatz. Allerdings haben die meisten Bundesländer eine eigene Campingplatzverordnung, die wiederum unterschiedliche Anforderungen stellt – beispielsweise an die Größe der mobilen Unterkunft.

Tiny Houses im Test. Quelle: BR24/YouTube

Wieviel Quadratmeter hat ein Tiny House?

Das amerikanische Baugesetzt definiert Häuser mit einer Wohnfläche von maximal 37 Quadratmetern als Tiny House. Hierzulande ist das typische Minihaus auf Rädern aber selten größer als 15 Quadratmeter und wiegt nicht mehr als 3,5 Tonnen. Denn wenn Sie es auf deutschen Straßen bewegen möchten, gibt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) die Maße vor. Um das Haus als Anhänger oder Wohnwagen transportieren zu können, darf es maximal 2,55 Meter breit, 4 Meter hoch und 7 Meter lang sein. Möchten Sie mit einem größeren Tiny House mobil sein, benötigen Sie eine Sonderzulassung und können es mit einem LKW zum gewünschten Standort befördern.

Wie komfortabel ist ein Tiny House innen?

Grundsätzlich soll das Tiny House alles mitbringen, was Sie zum Leben und Wohnen brauchen. Neben einem Koch-, Schlaf- und Sanitärbereich müssen Sie sich bei der Ausstattung also auch Gedanken über die Strom-, Heiz- und Wasserversorgung machen. Viele Hersteller konzipieren ihre Minihäuser bereits so, dass Sie theoretisch autark darin leben könnten – zum Beispiel durch die Integration von Solarkollektoren auf dem Dach und einer Bio-Toilette. Auch Smart-Home-Technik kann den Komfort, die Energieeffizienz und Sicherheit erhöhen. Funksysteme wie Gira eNet Smart Home sind einfach nachrüstbar und bieten eine große Funktionsvielfalt, beispielsweise für die Licht-, Heizungs- und Jalousiesteuerung. Das Tiny House Cabin One zeigt, dass man auch auf wenigen Quadratmetern nicht auf Wohnkomfort verzichten muss.

Der Tiny-House Ratgeber verrrät, dass sich die Gestaltung eines Mini-Hauses den Bedürfnissen der Bewohner anpasst.

Wo können Sie ein Tiny House kaufen?

Mittlerweile gibt es in Europa und Deutschland zahlreiche Hersteller von Tiny Houses, von denen die meisten vorgefertigte Serien- und Modulbauhäuser anbieten. Die Auswahl reicht von Ausbauvarianten, bei denen Sie ein Basismodell oder einen Rohbau individuell anpassen (lassen) können, bis hin zu schlüsselfertigen und vollmöblierten Komplettlösungen.

Was kostet ein Tiny House?

Wie teuer Ihr Tiny House am Ende ist, hängt in erster Linie von der Größe, Ausstattung und dem Grad der Individualisierung ab. Ein schlüsselfertiges Tiny House gibt es schon ab 20.000 Euro. Die kleinsten Modelle mit weniger als zehn Quadratmetern Wohnfläche sind sogar für unter 15.000 Euro erhältlich. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Architekten richten mittlerweile auch die fahrbaren Tiny Houses ein, sagt der Ratgeber.
Im Tiny House-Ratgeber erfahren Sie, wo Sie Ihr kleines Häuschen aufstellen können.
Lesen Sie im Tiny-House-Ratgeber über die Wohnverhältnisse im Mini-Haus.

Vor dem Hintergrund knapper werdenden Wohnraums und steigender Grundstückspreise sind innovative Wohnkonzepte wie die Tiny Houses sicherlich nicht nur ein Trend, sondern eine Idee mit Zukunft. Wer sich den Traum vom Eigenheim mit einem solchen Minihaus erfüllen möchte, muss im Vorfeld abwägen, ob er es als festen Wohnsitz nutzen oder mobil sein möchte.

Sobald sich dieser Wohntrends noch weiter etabliert, folgen in den nächsten Jahre sicherlich auch Antworten auf einige bisher rechtliche Unklarheiten und vor allem die Standort-Frage.

Können Sie sich ein Leben auf wenigen Quadratmetern vorstellen oder planen Sie vielleicht schon Ihr eigenes Tiny House? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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