Tag der Architektur 2018: Planer und Bauherren laden zu Besichtigungen ein

Einmal im Jahr können sich Architektur-Fans in Deutschland auf das Architekturspektakel zwischen Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden, Gärten und Bauwerken freuen. Am „Tag der Architektur“ laden 254 zeitgenössische Gebäude in 110 Städten dazu ein, hinter die Kulissen zu schauen. In keiner anderen Veranstaltung kommen Besucher den Häusern, Architekten und Bauherren so nahe wie am Tag der Architektur. Das Motto der Veranstaltung 2018: „Architektur bleibt!“. Wie in jedem Jahr findet das Event am letzten Juniwochenende statt: in diesem Jahr am 23. und 24. Juni. Ausnahme bildet das Land Schleswig-Holstein. Die dortige Architektenkammer verlegt die Veranstaltung in der Regel zwei Wochen vor, aufgrund der ebenfalls jährlich Ende Juni stattfindenden „Kieler Woche“.

Tag der Architektur 2018 zeigt alltagstaugliche Architektur

Wie sehr Architektur die Lebensqualität sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum beeinflusst, zeigen die sehr unterschiedlichen Gebäude im Programm. Denn Architektur funktioniert niemals für sich alleine. Nur im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung kann sich daraus ein schlüssiges Alltagskonzept ergeben. Nachverdichtungen im städtischen Raum oder der Trend hin zu fließenden Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen gehören dazu. Wir zeigen fünf Beispiele, die nicht nur am Tag der Architektur Lust auf moderne Baukunst machen und inspirieren.

Tag der Architektur 2018

1. Berlin: Futurium – ein Zukunftshaus im Herzen der Hauptstadt

Museum, Labor und Bühne: Mitten im Herzen von Berlin steht das Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude Futurium, das sich direkt zwischen Reichstag und Hauptbahnhof an der Spree befindet. Der skulpturale Bau aus Gussglas, in dem über Zukunftsfragen und die Gestaltung unserer Zukunft diskutiert wird, umfasst 3.200 lichtdurchflutete Quadratmeter auf drei Etagen. Highlight: Der Skywalk auf dem Dach des Hauses mit fantastischer Aussicht auf den Spreebogen und das Kanzleramt. Architekten: Richter und Musikowski aus Berlin.

2. Essen: Das Windmühlenhaus für die große Familie

Die Besonderheit des Zweifamilienhauses, das seinen Namen durch die dazugehörige Straße erhalten hat, liegt in seiner architektonischen Ruhe, welche das Gebäude umgibt. Charakteristisch für den zweistöckigen Flachdachbau ist die horizontal ausgerichtete Fassade, die durch die Verkleidung mit weiß beschichteten Aluminiumlamellen im Obergeschoss verstärkt wird. Zur Süd-West-Seite öffnet sich das Wohnhaus mit großen Fenstern zu Terrasse und Garten und schafft eine natürliche Verbindung zwischen Innenräumen und Außenbereichen. Verantwortlich für das Windmühlenhaus ist KenChiku Architektur + Design.

3. München: Nachverdichtung Glockenbachviertel

Wie man in urbanen Ballungszentren nachverdichten kann, zeigt das Bauprojekt von Kandlerundmack Architekten, das sich im beliebten Glockenbachviertel von München befindet. Auf der neuen Tiefgarage mit 26 Stellplätzen sind drei moderne Stadthäuser zu besichtigen, die sich als futuristisch anmutende Kuben in die Umgebung einfügen. Die Wohnhäuser verfügen dabei über ein von außen verbundenes Erdgeschoss an der Grundstücksgrenze, das in Massivbauweise aus Stahlbeton gebaut wurde. Die Obergeschosse dagegen sind in Holzfertigteilbauweise erstellt. Verzinnten Kupferblechschindeln sorgen für die einheitliche Fassadengestaltung.

4. Wiesbaden: Ein neues Quartier für das Mörike Viertel

Wie alltagstauglich Architektur sein kann, beweist das neue und barrierefreie Wohnquartier Mörike Karree mitten in Wiesbaden. Die Baugenossenschaft Geno 50 und Plan B Architekten Peter Becker & Ingenieure haben hier gemeinsam eine Wohnanlage mit 125 Wohneinheiten gebaut, die aus drei- bis viergeschossigen Baukörpern und zwei Innenhöfen besteht. In der Mitte: Die ehemalige Mörikestraße, die ins Gesamtkonzept integriert wurde. An den Dichter Mörike und Namensgeber des Quartiers erinnern bis zu sechs Meter lange Glasstelen.

Futurium Gebäude in Berlin zum Tag der Architektur 2018
Das Futurium Gebäude in Berlin zum Tag der Architektur 2018
Windmühlenhaus von KenChiku zum Tag der Architektur 2018
Windmühlenhaus von KenChiku zum Tag der Architektur 2018

5. Göttingen: Einst Scheune, jetzt innovative Ideenschmiede

Dass manchmal die Entwicklungen im Verborgenen liegen, beweist der moderne Coworking Space in Göttingen, der sich mitten in der Innenstadt Göttingens befindet. Bevor sich die Experten von „Architektur & Ingenieurbüro Nienstedt – Bindseil“ an die Planung machten, stand hier nur eine alte Remise, die als Parkplatz genutzt wurde. Heute präsentiert sich hier eine 400 Quadratmeter große Arbeitsumgebung mit einem industriellen, modernen Design: Lounges, verschiedene Arbeitsbereiche Konferenzräume Café und Outdoor-Bereich regen zu Arbeiten im Team an und bieten einen Ort für jeden Zweck. Dass innovative Bürokonzepte im Kommen sind, zeigt auch das Ueberholz-Projekt, das auf G-Pulse vorgestellt wurde.

Architektur für jeden – Informationen rund um die Besichtigungen

Diese fünf sehenswerten Beispiele sind nur ein kleiner Einblick in den Tag der Architektur 2018: Insgesamt können Sie im Rahmen der Veranstaltung über 250 spektakuläre Bauwerke bestaunen. Wer wissen möchte, welche weiteren Bauwerke, Gartenanlagen und Wohnhäuser in seiner Region am Tag der Architektur 2018 teilnehmen, findet alle wichtigen Informationen auf der Webseite der Bundesarchitektenkammer – Besichtigungstermine, Anschriften und Führungen inklusive. Wer es digitaler mag, findet eine App zum Tag der Architektur sowohl auf Google Play als auch Apple.

Quelle: Coworking by pro office / YouTube

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