Zwischen Lampe und Skulptur – Interview mit Small Rabbit Design

Der Designer Stathis Lagoudakis hat bereits in Kindheitstagen mit Papier und Zellstoff Skultpturen und Formen entworfen. Nun nutzt er seine Erfahrung, um faszinierende Leuchten aus Papier und LED zu entwerfen. Im Gespräch gibt er uns Einblick in sein Handwerk und verrät uns, welchen Einfluss Beleuchtung auf einen Raum hat und wofür der Name „Small Rabbit Design“ steht.

G-Pulse Redaktion: Stathis, erzähl uns doch kurz etwas zu Deiner Person.

Stathis: Ich komme aus Athen und habe dort bis zum Ende meiner Schulzeit gelebt. Danach bin ich nach London gegangen, um Malerei zu studieren. Meinen Master habe ich dann in Chicago gemacht: in „Alternative Photography and Video Art“.

Nach dem Studium bin ich nach London zurückgekehrt, um dort mein eigenes Studio zu gründen.

25 Jahre war ich auch als Dozent an verschiedenen Kunstschulen tätig. Die Kunstwerke, die ich zu der Zeit ausstellte, waren ein Dialog zwischen Gemälde und Skulptur. An verschieden Installationen und Innenarchitekturprojekten war ich auch beteiligt.

G-Pulse Redaktion: Ich war sehr angetan von Deinen Produkten, die Du auf der Londoner Messe 100%Design präsentiert hast: Wie bist Du auf die Idee gekommen? Was hat Dich inspiriert?

Stathis: Das Design der Lampen „Tower“ und „Lantern“ ist inspiriert von Architektur und Theatergestaltung – vom Raumgefühl, der Dramaturgie und dem Ausmaß. In gewisser Weise sind sie an die Entwürfe meiner frühen Papierskulpturen angelehnt. Sowohl die Qualität des Lichts, dessen Wirkung auf das Papier sowie die vielen technischen Anforderungen waren wesentlich in der Entwicklung und Umsetzung der ersten Ideen.

Designer Stathis Lagoudakis von Small Rabbit Design

G-Pulse Redaktion: Wie hast Du Dein Interesse an Papierdesign entdeckt und was macht es für Dich so faszinierend?

Stathis: Ich kann mich daran erinnern, dass ich damals in der Papierfabrik meines Vaters mit Zellstoff gespielt habe. Später habe ich dann Modellflugzeuge aus Papier und Balsaholz gebaut. Was ich schon immer an dem Material mochte, ist, wie einfach es zu bearbeiten ist.

Nach einer großen Ausstellung meiner dreidimensionalen Leinwände begann ich zu experimentieren und Formen aus dickem Aquarellpapier zu gestalten. Im Gegensatz zu den vorherigen Werken, die sehr präzise und arbeitsintensiv waren, waren diese Werke sehr spontan. Die einzige Einschränkung, die ich mir selbst auferlegt habe: Jede Form durfte nur aus einem einzigen Stück Papier geschnitzt werden.

G-Pulse Redaktion: Was zeichnet Deine Leuchten aus? Was ist das Besondere daran?

Stathis: Mein Bestreben ist es, Designs zu entwerfen, die den Raum verschönern – egal, ob die Lampen ein- oder ausgeschaltet sind. Denn selbst tagsüber interagiert das natürliche Licht mit den schrägen und gewölbten Formen des Papiers und gibt ihnen eine ruhige, leicht skulpturale Präsenz.

Da das Design des Papiers nicht symmetrisch ist, ändern sich Form und Intensität des Lichts, je nach Betrachtungswinkel; in gewisser Weise ist es wie bei einer Skulptur.

G-Pulse Redaktion: Deine Produkte bestehen aus drei wesentlichen Bestandteilen: Aluminium, Technologiepapier aus Japan und Leuchtmittel. Warum hast Du Dich für diese Materialien und die Kombination entschieden?

Stathis: Papier wurde in der Gestaltung von Lampendesigns schon lange verwendet. Es eignet sich gut, um Lichtquellen zu verbergen und eine warme Atmosphäre zu erzeugen. Ich wollte diese Tradition erweitern. Für meine Entwürfe verwende ich neues Technologiepapier aus Japan und Deutschland. Es hat den Vorteil, dass es reißfest, farbecht und wasserdicht ist. Im Gegensatz zu normalem Papier braucht man keine „Stützkonstruktion“, da es sehr stabil und haltbar ist. Das sorgt für fließende Formen.

Die Form des Aluminiums hingegen gibt dem Design eine Struktur und umschließt die LED-Leuchten. Es ist fast schon malerisch wie die LED-Farben mit dem Plexiglas und dem Papier reagieren – das Zusammenspiel hat mich schon immer fasziniert.

Die Kombination dieser Materialien sorgt für Designs, die modern, skulpturell und organisch sind. Das zeichnet meine Lampen aus.

Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design
Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design
Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design

G-Pulse Redaktion: Wie lassen sich Deine Lampen am besten ins eigene Zuhause integrieren?

Stathis: Das Licht der Lampen „Tower“ ist sehr weich und sorgt damit für ein warmes Umgebungslicht, das andere Lichtquellen perfekt ergänzt. Aber auch trotz des weichen Lichts kann „Tower“ die Stimmung eines Raums stark verändern. Die LEDs sind dimmbar und bieten 20 verschiedene Farben. „Tower“ passt besonders gut ins Wohn-, Ess- oder auch ins Schlafzimmer, um ein Wohlfühlambiente zu schaffen. Diese Lampe gibt es übrigens auch als wasserresistente Version, die im Außenbereich eingesetzt werden kann.

Das Design der Lampe „Latern“ hingegen ist eine eher traditionelle Art der Pendelleuchte. Sie kann in jedem Teil des Hauses eingesetzt werden. Tagsüber hat sie eine ruhige Präsenz, während sie abends komplexe Lichtmuster reflektiert.

G-Pulse Redaktion: Inwieweit sind Deine Ideen durch das Thema Nachhaltigkeit beeinflusst?

Stathis: So wie viele Designer habe ich großes Interesse daran, nachhaltige Designs zu schaffen. Daher achte ich auf die Materialien, die wir verwenden. Aluminium ist ein sehr nachhaltiges Metall und wir benutzen recycelbare Papiere. LED-Lichter sind außerdem weitaus effizienter als zum Beispiel Glühlampen. 95 Prozent der Energie wird nämlich in Licht umgewandelt und nur 5 Prozent als Wärme verschwendet. Außerdem benutzen wir auch für unsere Verpackungen nur recycelbare Pappe.

G-Pulse Redaktion: Warum hast Du Dich dazu entschieden, Deine Produkte auf der Messe 100%Design zu präsentieren? Was macht das Event so besonders?

Stathis: Es war für uns die erste Messeteilnahme und wir haben uns dafür entschieden, die Entwürfe von Small Rabbit Design auf der Messe in Olympia zu launchen. Es ist eine wunderschöne Ausstellungshalle und die 100%Design ist eine international anerkannte Designmesse, die uns ermöglicht hat, einen guten ersten Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Ich war schon immer der Meinung, dass diese Messe es schafft, aufstrebende Marken sowie große und bekannte Labels unter ein Dach zu bekommen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden – unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.

G-Pulse Redaktion: Noch eine letzte Frage, Stathis. Gibt es einen Grund, weshalb Du Dein Label „Small Rabbit Design“ genannt hast? Der Name lässt zunächst nicht auf das Design von Lampen schließen.

Stathis: Mein Nachname Lagoudakis heißt übersetzt “kleiner Hase”, im Englischen also „small rabbit“. Mir gefällt, dass der Name spielerisch und positiv klingt.

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das interessante Gespräch und die Einblicke in Deine Arbeit.


Uns haben die Lampen auf der Messe sehr angesprochen – sowohl die Optik als auch die Haptik haben uns überzeugt. Die Festigkeit des Materials lässt nicht darauf schließen, dass es sich dabei um Papier handelt – es fühlt sich überraschend ungewohnt an. Die Leuchten eignen sich nicht primär als Hauptlichtquelle in einem Raum, erzeugen aber stimmungsvolles und atmosphärisches Licht, das den eigenen Bedürfnissen entsprechend in Intensität und Farbe angepasst werden kann.

Wie gefallen Ihnen die Designs von Small Rabbit Design? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Design G-Pulse Interviews Licht
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