Wir bringen Licht ins Dunkel: Die Schalterarten im Überblick

Mit der Erfindung der Glühlampe begann die Ära einer weiteren Innovation: Erstmals zogen Lichtschalter im eigenen Haus ein. Die Lösung der ersten Stunde war der Drehschalter, den Sie im Uhrzeigersinn bewegen konnten, gefolgt von dem unter dem Putz montierten Kippschalter. Heute gehören Wipp- oder Flächenschalter in jedem Gebäude zur Grundausstattung der Elektroinstallation. Erfahren Sie die Unterschiede moderner Schalterarten und für welche Zwecke sie am besten geeignet sind.

Ein-Aus-Schalter: Der Archetyp für die Lichtsteuerung

Der Prototyp eines Lichtschalters ist der klassische Ein-Aus-Schalter, mit dem Sie eine einzelne Leuchte steuern können.

Diese simple Variante ist meist direkt an einer Lampe oder deren Kabel integriert. Zum Einsatz kommt sie heute meist nur noch in kleineren Räumen wie Kellern oder im Gäste-WC.

Serienschalter: Geteilte Wippe für die doppelte Beleuchtung

Eine Weiterentwicklung ist der Serienschalter, mit dem Sie von einem Ort zwei Lampen steuern können. Dieser Doppel-Ausschalter besitzt zwei geteilte Schaltwippen, sodass Sie jede Lampe separat ein- und ausschalten können. Praktisch ist diese Lösung in jedem Raum mit mindestens zwei Leuchtgruppen. In der Küche schalten Sie mit einer der Wippen zum Beispiel das Deckenlicht an, mit der anderen die Unterschrankbeleuchtung.

 

Schalterarten: Serienschalter in Weiß

Wechselschalter: Praktische Schalterart für Flure und Wohnräume

Eine der gebräuchlichsten Varianten auf dem Markt ist der Wechselschalter, der im Prinzip genauso funktioniert wie Ausschalter – mit dem Unterschied, dass Sie mit dieser Variante ein Licht von zwei Orten steuern können. Für eine Leuchte gibt es also zwei Schalter an zwei unterschiedlichen Stellen. Doppel-Wechselschalter (oder auch Wechsel/Wechselschalter) sind ebenfalls mit einer Doppelwippe ausgestattet und nutzen zwei Stromkreise, die voneinander getrennt angesteuert werden. So können Sie zwei Wechselschalter in einer Unterputzdose integrieren und sparen sich den Platz für einen weiteren Rahmen.

Diese Schalterart wird vor allem in Wohnräumen eingesetzt und ist überall dort sinnvoll, wo Sie ein Licht von zwei Orten bedienen möchten, zum Beispiel in langen Fluren oder Treppenaufgängen.

Kreuzschalter: Lichtsteuerung von mehreren Orten

Kreuzschalter kommen ebenfalls häufig in Fluren und größeren Wohnbereichen zum Einsatz. Mit dieser Schalterart können Sie eine Lampe von drei oder mehreren Orten ausschalten. Praktisch ist das beispielsweise in Schlafzimmern mit einem Lichtschalter an der Tür und jeweils einem weiteren auf jeder Bettseite. Für diese Variante benötigen Sie mindestens zwei Wechselschalter und einen Kreuzschalter.

Wandfarbe Küche

Kontrollschalter: Kleine LED im Schalter weist den Weg

In Fluren vieler Mietshäuser sowie in öffentlichen Gebäuden finden Kreuz- und Wechselschalter auch häufig mit einer praktischen Zusatzfunktion Verwendung:

Hier dienen sie mit einem integrierten Lichtelement in der Schalterfläche als Kontrollschalter. Die kleine LED-Leuchte gibt bei Dunkelheit Orientierung, damit Sie den Schalter besser finden, kann aber – zum Beispiel neben Badezimmern und Toiletten – auch darauf hinweisen, ob der Raum besetzt ist.

Schalterarten: Kontrollschalter mit LED-Leuchte

Taster, Tastschalter oder Schalter?

Optisch unterscheiden sich Taster und Schalter kaum voneinander, der Unterschied steckt im Detail. Drücken Sie einen Schalter, geht das Licht an und erst wieder aus, sobald Sie den Schalter wieder zurück zur anderen Seite betätigen. Bei einem Taster fließt der Strom nur solange Sie den Taster gedrückt halten. Die Schalterwippe springt in ihre Ausgangsposition zurück, sobald Sie den Taster loslassen.

Daher wird diese Art meist als Lichtsignal, Klingel oder Türöffner eingesetzt. Tastschalter kombinieren die Eigenschaften beider Schalterarten: Nach einem kurzen Drücken bleibt das Licht zwar an, die Taste springt aber beim Loslassen in die ursprüngliche Position zurück. Der Unterschied zum Schalter besteht also darin, dass die Wippe des Tastschalters immer auf der gleichen Seite steht, egal, ob das Licht ein- oder ausgeschaltet ist.

Schalterarten: Wippschalter (glass) in schwarz

Dimmschalter: Helligkeit nach Maß und individuellem Bedarf

Moderne Schalter können längst mehr als die Ein-Aus-Steuerung der Beleuchtung. Dimmschalter, bei denen Sie mit einem Drehregler die Helligkeit des Lichts individuell regulieren, finden heute in vielen Wohnräumen Anwendung.

So können Sie die Beleuchtung beispielsweise in der Küche, im Wohnzimmer oder Bad je nach Helligkeitsbedarf und gewünschter Lichtstimmung anpassen.

Schalterarten: Der Dimmschalter von Gira

Automatikschalter: Sensoren bringen Bewegung in die Lichtsteuerung

Eine praktische und besonders energiesparendere Lösung sind Automatikschalter in Form von Bewegungs- und Präsenzmeldern. Diese aktivieren das Licht ab einer bestimmten Uhrzeit oder einem bestimmten Helligkeitswert nur bei sensorisch erfassten Aktivitäten und schalten es nach einer definierten Zeit wieder aus.

Verwendung finden sie sowohl im Außenbereich, sodass zum Beispiel die Einfahrt oder der Hof bei Ihrer Ankunft automatisch beleuchtet wird, als auch in Innenräumen, in denen Personen sich in der Regel nur kurzzeitig aufhalten, etwa im Flur, Keller oder der Garage.

Dämmerungsschalter: Automatisch mehr Licht im Dunkel

Eine automatisierte Alternative für den Außenbereich sind Dämmerungsschalter, die komplett ohne manuelle Steuerung oder Zeitschaltung auskommen.

Sie schalten eine Lichtquelle am Abend selbstständig ein, sobald das Tageslicht einen definierten Helligkeitswert unterschreitet. So bleibt zum Beispiel der Hauseingang die ganze Nacht beleuchtet, bis Sensoren bei morgendlicher Dämmerung den Befehl geben, das Licht wieder auszuschalten.

Komfort auf Knopfdruck – auch bei der Jalousiesteuerung

Mit einem Jalousieschalter können Sie motorengesteuerte Sicht- und Sonnenschutzvorrichtungen wie Rollladen, Jalousien und Markisen einzeln ansteuern. In der Regel geben Sie den Aufwärts- oder Abwärtsbefehl für die Jalousiesteuerung über eine geteilte Schalterwippe, die häufig mit Pfeilsymbolen gekennzeichnet ist. Vorteil dieser Variante ist, dass die Jalousie nach einem einmaligen, kurzen Drücken vollständig in die Endposition fährt.

Einen Jalousietaster müssen Sie hingegen während des Hoch- und Runterfahren durchgängig gedrückt halten. Die Taster-Variante bietet sich daher nur an, wenn Sie eine Zentralsteuerung für Fenstergruppen nutzen und einzelne Jalousien dieser Gruppen steuern möchten.

Jalousiesteuerung

Schlüsselschalter für die elektronische Tür- und Toröffnung

Auch für den Außenbereich finden Sie speziell angepasste Schalterarten. Schlüsselschalter und Schlüsseltaster sind zum Beispiel eine häufige Lösung bei elektronischen Garagentorantrieben. Sie funktionieren im Prinzip wie ein klassischer Schalter beziehungsweise Taster – mit dem Unterschied, dass Sie einen Schlüssel in dem Schloss drehen müssen, um das Tor zu öffnen.

Smarte Schalterarten: Intelligente Lichtsteuerung im Smart Home

Im Smart Home hat die Funktionalität der Schalter eine neue Dimension angenommen. Nach mechanischen Zeitschaltern zum Drehen zogen in modernen Eigenheimen elektronische Zeitschaltuhren ein, mit denen Sie Tages- oder Wochenprogramme speichern. So können Sie Funktionen unterschiedlicher Geräte und Systeme automatisieren, beispielsweise das Licht zur Anwesenheitssimulation, aber auch Jalousien oder die vernetzte Bewässerungsanlage im Garten.

Schalterarten: Gira Esprit in Umbra

Vom Tastschalter zum Touchpanel: Die Schalter von morgen

Das typische „Klack“ und „Klick“ ursprünglicher Schalterarten hören Sie schon heute seltener. Längst können Sie Schalter auch via Funk oder durch akustische Signale wie Klatschen oder Sprachbefehle steuern.

Immer öfter übernehmen außerdem Bedienelemente wie Touchpanels die Funktionen klassischer Schalter oder ermöglichen die Fernsteuerung moderne Smart-Home-Lösungen via Smartphone-App.

Durch das Gira KNX System kann das ganze haus gesteuert und verwaltet werden.

Komplett von der Bildfläche verschwinden werden Schalter aber so schnell nicht. Immerhin können die Bedienelemente an der Wand mit dem passenden Schalterprogramm auch ein echtes Design-Highlight sein und die Gestaltung Ihrer vier Wände stilvoll abrunden.

Die wichtigsten Schalterarten auf einen Blick:

Ein-Aus-Schalter: eine Leuchte – ein Schalter

Serienschalter: mehrere Leuchten (in der Regel 2-3) – ein Schalter (geteilte Wippe)

Wechselschalter: eine Leuchte – zwei Schalter (Steuerung von zwei Orten)

Kreuzschalter: eine Leuchte – drei oder noch mehr Schalter

Und? Ging Ihnen ein Licht auf? Ihre Meinung interessiert uns: Wie steuern Sie das Licht und die Heimelektronik in Ihren vier Wänden? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Schalterprogramm Wohnen mit Gira
Kommentare
AA
André Aßmann 05.12.2018  |  9:37
Antworten

Toller, hilfreicher Artikel. Hat bei einigen Bezeichnungen etwas Licht ins Dunkel gebracht :-)

Gerne mehr von solchen “Grundlagen”-Artikeln.

GR
G-Pulse Redaktion 05.12.2018  |  10:45

Hallo Herr Aßmann,
vielen Dank für Ihr so positives Feedback. Schauen Sie gerne regelmäßig auf unserem Magazin vorbei, es werden sicherlich noch viele weitere interessante Artikel folgen. Falls Sie ein bestimmtes Thema interessiert, lassen Sie es uns gerne wissen. Wir freuen uns über die Rückmeldungen unserer Leser!
Beste Grüße
Ihre G-Pulse Redaktion

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