RIBA National Awards 2017

Das sind sie also: die besten britischen Bauten des Jahres 2017. Sage und schreibe 49 Preisträger hat das Royal Institute of British Architects (RIBA) Ende Juni mit einem RIBA National Award bedacht. Gänzlich unterschiedlich in ihrem Design, Baustil und Nutzungsbereich ragen die Werke nach Einschätzung der Jury allesamt aus der Menge heraus – mal durch ihre zukunftsgewandte Art, nachhaltigen Lebensraum zu schaffen, mal durch experimentelle Architektur oder besonders innovatives Design.

Wegweisende Architektur Großbritanniens

Traditionell hat die RIBA-Jury in ihrer Auswahl sowohl gemeinnützige Bauwerke, öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtungen als auch Privathäuser, Bürogebäude und Siedlungskonzepte einbezogen. Dabei führt die diesjährige Preisträgerliste gleich eine ganze Reihe internationaler Branchengrößen wie die Architekturbüros Herzog & de Meuron, Foster + Partners oder WilkinsonEyre. RIBA-Präsidentin Jane Duncan beglückwünschte die Gewinner zu ihrem außergewöhnlichen Talent und Ehrgeiz, mit denen sie diese „phänomenalen Gebäude“ entwarfen. 


Die RIBA National Awards würden stets einen Einblick in entstehende Design-Trends geben, von denen die Präsidentin auch gleich ein paar zusammenfasste. 

Trends des britischen Bau-Designs

Erfreut zeigte sich Duncan über die anhaltende Vorliebe für Backstein-Design​​ unter britischen Spitzenarchitekten, betonte aber auch Projekte, die sich durch qualitativ hochwertige Lösungen für knapper werdenden Wohnraum auszeichnen und innovative Architektur in bebauter Umgebung realisierten. Allerdings stellte sie auch fest, dass es in diesem Jahr kaum öffentlich finanzierte Bildungsprojekte gegeben hätte. Awards gingen dennoch an einige neue Schulgebäude wie das Laboratorium im Dulwich College und die Musikeinrichtung in der Wells Cathedral School. Dem modernen Design dieser Bauten stehen Projekte gegenüber, deren experimentelle Architektur und ungewöhnliche Materialien etwas aus der Zeit zu fallen scheinen.  


Prämiertes Bauwerk: Walmer Yard

Walmer Yard: Ein neu gedachtes Wohnexperiment

Bei seinem Walmer Yard-Ensemble bewegt sich der britische Architekt Peter Salter nicht nur in puncto Design, sondern auch mit seiner besonderen Arbeitsweise außerhalb des Mainstreams. Um einen kleinen Innenhof im gehobenen Londoner Viertel Notting Hill gruppierte er vier Häuser, die in ihrem grauen Rauputz zur Straße gewandt noch relativ unspektakulär erscheinen. Der Hof allerdings präsentiert sich als atmosphärischer Kontrast zu den introvertierten Wohnungen, die sich hinter schweren Fensterläden aus goldbraun schimmerndem Holz verbergen. Die handgezeichneten, aufwendigen Illustrationen von Salters Entwürfen zeigen die verschachtelten Grundrisse der vier Ebenen. Sieben Jahre lang feilte er minutiös an den Plänen dieses Wohnexperiments und schuf letztlich eine Architektur, die zum intensiven, gar herausfordernden Wohnerlebnis wird. 

Imposantes Design als Mehrwert für Mensch und Umwelt

Neben weiteren privaten Bauwerken wie das pikante Einfamilienhaus Peacock House vom Zürcher Büro BHSF in Suffolk oder das eher expressionistische Anwesen Caring Wood von Macdonald Wright in der Nähe von London, stehen auch einige Überraschungskandidaten auf der Gewinnerliste: 

So würdigte die RIBA-Jury unter anderem die Architektur eines Biomassekraftwerks nahe Sheffield, während das mit Stroh verkleidete Bürogebäude der University of East Anglia von Architype als erstes britisches Büropassivhaus ebenfalls einen Award gewann. Der Aussichtsturm British Airways i360 in Brighton von Mark Barfield und eines der Maggie’s Centres für Krebspatienten in Manchester von Norman Foster erkannte das Institut als ebenso herausragend an.

Neue Architektur an historischen Beständen

Letztlich bedachte das RIBA jedoch nicht nur besonders imposante Architektur, sondern auch Projekte, deren Bau im und am Bestand stattfand. Dazu zählen zum Beispiel Kulturwerke wie die Erweiterung des Londoner Tate Modern von Herzog & de Meuron, die Sanierung der Royal Liverpool Philharmonic von Caruso St John sowie Arbeiten des Architekturbüros van Heyningen and Haward an der Kathedrale von Leicester, wo das Grab von Richard III wiederentdeckt wurde.

Gemeinsam mit weiteren Preisträgern, die sich bereits in einer der zwölf Kategorien des RIBA Regional Awards verdient gemacht haben, können die 49 Gewinner nun auf die höchste Auszeichnung des Instituts hoffen: Der RIBA Stirling Prize für das beste Bauwerk Großbritanniens wird Ende Oktober 2017 vergeben. 

Welches britische Bauwerk überzeugt Sie durch seine besondere Architektur? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zu den Gewinnern des RIBA National Awards!

Architektur Design

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