Recycling Möbel sind Unikate. Was als Nischenprodukt begann, hat sich zum Markttrend entwickelt. Doch die Designer beweisen nicht nur ökologisches Verantwortungsbewusstsein, sondern auch, dass Gebrauchtes richtig schick sein kann.

Recycling ist in. Schreibtische aus Flügeltüren, Kommoden aus Waschtrommeln und Garderoben aus Leergut. Wenn es darum geht, neue Schmuckstücke aus gebrauchten Materialien zu kreieren, kennen die Ideen der Designer keine Grenzen. Recycling-Möbel sind gewissermaßen die Königsdisziplin des Green Design, dem Trend zur Nachhaltigkeit. Bei den Produktions- und Verarbeitungswegen hat sich in den letzten Jahren viel getan – und das sieht man. Das einst öde Öko-Image ist abgelegt. Hochwertig verarbeitet, treffen die dekorativen Unikate und wiederbelebten Antiquariate den Nerv der Zeit.

Ideen muss man haben: Neuer Schick für alte Schätze

Rund sieben Millionen Tonnen Möbel werden hierzulande pro Jahr ausrangiert. Knapp 90 Prozent davon landen in der Müllverbrennung. Was sich stattdessen aus dem alten Mobiliar zaubern lässt, zeigen zum Beispiel die italienischen Designer von Manoteca. Sie nutzen unter anderem verschlissene Kisten, Türen oder Tische als Grundmaterial für ihre neuen Schmuckstücke. So wird aus einer zweiteiligen Flügeltür ein modulierbarer Arbeitsplatz, der sich zum Esstisch umbauen lässt. Aus alten Schränken entstehen rustikale Spiegelkommoden, ausgediente Dreiräder entfalten ihren

Retro-Charme als fahrbare Bibliotheken. So wird aus einer zweiteiligen Flügeltür ein modulierbarer Arbeitsplatz, der sich zum Esstisch umbauen lässt. Aus alten Schränken entstehen rustikale Spiegelkommoden, ausgediente Dreiräder entfalten ihren Retro-Charme als fahrbare Bibliotheken.

Zweite Chance für Alt- und Überschussmaterial

Ob Altglas, Karton oder PVC, überschüssige Eisstiele oder Trinkhalme: Es gibt kaum ein Material, das Designer noch nicht als Rohstoff für ihre Recycling-Möbel und -Accessoires ausprobiert haben. Wie man vermeintlichen „Schrott“ zu Gold macht, wissen zum Beispiel die zwei Designer von Lockengelöt. In echter Handarbeit fertigen sie aus Alltagsgegenständen und Einzelteilen alter Haushaltsgeräte originelle Möbelstücke. So entstehen Kommoden, Couchtische und Lampen aus Toplader-Waschmaschinen, Schränke aus fehlerhaften Ölfässern vom Hamburger Hafen und Garderoben aus großformatigen Hardcover-Büchern. Was normalerweise auf dem Müll landet, erhält so ein zweites, dekoratives Leben.