Architekten-Trio RCR Arquitectes erhalten Pritzker-Preis 2017

Der als „Nobelpreis der Architektur“ geltende Pritzker-Preis geht in diesem Jahr an das katalanische Architekten-Trio RCR Arquitectes. Die Jury honoriert vor allem den intensiven Bezug ihrer Projekte zur umgebenden Landschaft.

Es ist das erste Mal, dass die Jury des Pritzker-Preises ein dreiköpfiges Team von Architekten kürt. Bislang hatte lediglich zwei Mal ein Duo den Preis erhalten: 2001 ging der Preis an Herzog & de Meuron und 2010 an das japanische Architektenteam Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa. 

Unter dem Namen RCR Arquitectes arbeiten Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta seit fast 30 Jahren zusammen. 1988 gründeten sie ihr Büro in der katalanischen Stadt Olot, wo sie auch heute noch tätig sind. 

Die diesjährigen Pritzker-Preisträger: Rafael Aranda , Carme Pigem und Ramon Vilalta (l-r), Quelle: Javier Lorenzo Domínguez

Architektur im Einklang mit der Umgebung

Wie bereits 2016 wurden in diesem Jahr Architekten gewürdigt, die sich durch mehr als nur herausragendes Design auszeichnen. Vielmehr ging der Preis an Architekten mit einer Vision, die Positives bewirken soll. So erhielt 2016 der Chilene Alejandro Aravena, der sich als Problemlöser mit sozialem Gewissen versteht, den Pritzker-Preis. In der diesjährigen Begründung der Jury hieß es, dass die Projekte der drei Architekten einen starken Bezug zum Ort und der umgebenden Landschaft aufweisen. Ihr zentraler Ansatz ist es, die Natur in die Architektur einzubeziehen. 

Ihre Lösung sind fließende Räume. Dabei werden die vom Menschen hinzugefügten Elemente in die Natur eingebettet. RCR Arquitectes sehen die Natur selbst als Architektur, so dass es bei ihrer Arbeit nicht lediglich um eine Zusammenfügung, sondern um das Zusammenspiel beider Elemente geht. Hierbei legen sie den Fokus auf den Übergang von Landschaft und Gebäuden, die schließlich eine Einheit bilden, in der beide ihr Wirken entfalten können. Die von den Katalanen realisierten Gebäude reichen vom Kindergarten in Besalú über Bildungsstätten bis hin zur Bibliothek und einem Altenzentrum in Barcelona. 

Architektur im Einklang mit der Natur

Pritzker-Preis geht zum zweiten Mal nach Spanien

Zwar ist die Auszeichnung eines Trios in diesem Jahr eine Novität, doch ist es nicht das erste Mal, dass der Pritzker-Preis nach Spanien geht. 1996 erhielt ihn Rafael Moneo, der seit 1973 sein Architekturbüro in Madrid betreibt. 

Der Pritzker-Preis wurde 1979 vom Inhaber der Hyatt-Hotels Jay A. Pritzker und dessen Ehefrau Cindy gestiftet. Seit deren Tod organisiert die Hyatt-Stiftung die jährliche Preisverleihung. In Fachkreisen genießt der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis hohe Wertschätzung.

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Architektur Natürlichkeit Pritzker-Preis

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