Origami-Architektur: So außergewöhnlich ist skulpturale Baukunst

Was in Japan als traditionelle Handwerkskunst begann, ist mittlerweile beliebtes Gestaltungsmittel im Interior Design. Origami-Architektur nutzt geometrische Strukturen, um einzigartige Gebäudekomplexe zu formen. Die innovativen Objekte werden zu begehbaren Kunstwerken – so wie die folgenden fünf Bauten.

Gläserner Origami-Palast: Bilbao Health Department in Spanien

Ein futuristisches Gebilde wölbt sich an einer Straßenkreuzung im spanischen Bilbao aus einer Häuserfront hervor: Es handelt sich um das neue Gesundheitsministerium.

Mit der falt-ähnlichen Glasfassade des Gebäudes haben die Designer vom Coll-Barreau Arquitectos ein bemerkenswertes Beispiel für Origami-Architektur entworfen. Entlang der Hauptstraße nutzt das mehrstöckige Bilbao Health Department seine begrenzte Grundfläche optimal aus. Eine Stahlkonstruktion unterteilt die scheinbar geknickten, geometrischen Flächen, die sich hinter der äußeren Fassade in einer zweiten Ebene fortsetzen. Diese doppelt verglaste Hülle steigert nicht nur die Energieeffizienz des Gebäudes, sondern schützt die Innenräume auch mit einem atmungsaktiven Wandsystem vor dem Aufheizen durch einfallende Sonnenstrahlen und reduziert zugleich den Lärm von der belebten Straße.

Quelle: spainarchitecture / YouTube

Tel Aviv Museum of Art: Origami-Architektur umrahmt Kunstsammlungen

Mit dem Herta and Paul Amir Building ist Tel Aviv seit 2011 um ein Wahrzeichen zeitgenössischer Architektur reicher. Im Herzen der israelischen Hauptstadt ergänzt das fünfstöckige, freistehende Gebäude des amerikanischen Architekten Preston Scott Cohen das bestehende Kunstmuseum. Die kantige Fassade aus Beton und Glas setzt sich aus 430 polierten Zementplatten zusammen.

So formen die einzelnen Ornamente auf einer dreieckigen Grundfläche einen schiffsähnlichen Gebäudekomplex. Im Inneren schaffen leicht verdrehte geometrische Flächen und rampenförmige Promenaden Verbindungspunkte zwischen den rechteckigen Galerieräumen. Durch das spiralförmige, 26 Meter hohe Atrium dringt Tageslicht bis in die Tiefen der drei unterirdischen Etagen. Dieses natürliche Oberlicht – als „Lightfall“ bekannt – betont die vertikale Dimension des Bauwerks.

Museum of Art in Tel Aviv als Beispiel für Origami-Architektur
Museum of Art in Tel Aviv als Beispiel für Origami-Architektur
Museum of Art in Tel Aviv als Beispiel für Origami-Architektur

Klein Bottle House: Mit mathematischen Formeln zum Baukunstwerk

Das Klein Bottle House des Architekten McBride Charles Ryan an der Südküste Australiensverdankt seinen Namen der mathematischen Bezeichnung für eine Fläche mit undefinierbaren linken, rechten, oberen und unteren Seiten. Die spiralförmige Stahlkonstruktion umrahmt verzerrte Zementoberflächen.

Die schwarz gestrichenen Außenwände sowie die antikweißen bis hellgrauen Schattierungen der Fassade betonen die Origami-Architektur. Das Innere des Hauses ist in Rot gehalten und strahlt Wärme und Weichheit aus – ein Kontrast zu den geometrischen, spitzen Formen, die sich architektonisch ergeben. Das Klein Bottle Haus wird als Feriendomizil verwendet und fügt sich trotz des außergewöhnlichen Designs stimmig in die Küstenlandschaft ein.

Quelle: Design / YouTube

Surreale Baukunst: Origami House in Barcelona

Das Origami House in Barcelona leuchtet mit seiner weißen Fassade wie ein riesiges Papierkunstwerk. Der Architekt Carlos Ferrater vom Office of Architecture (OAB) in Barcelona folgte bei seinem Entwurf einfachen Regeln der Geometrie, um sechs modulare Kuben zu einem diagonalen Netzwerk zu verflechten. Mit kantigen, versetzten Spitzen des Schrägdaches dehnen sich die Gebäudeteile in die Höhe und verschiedene Richtungen aus. Im Inneren führen vier Treppen zu den großräumigen Wohnbereichen. Neben einem Esszimmer, Küche, Schlaf- und Wellnessbereich mit Sauna und Hallenbad beherbergt das verschachtelte Gebäude auch eine Bibliothek und einen Kinosaal – ein Einfamilienhaus, das nicht nur von außen Blicke auf sich zieht.

Skulpturaler Gipfel: Origami-Architektur für Kletterfans in Polur

Gut 80 Kilometer von Teheran entfernt, türmt sich mit dem Damavand der höchste Berg des Irans auf. In seiner Nachbarschaft haben die Designer von New Wave Architects in dem Ort Polur eine Kletterhalle errichtet. Mehrere Betonpaneele formen die massiven Ornamente der Origami-Architektur. An den weiß verkleideten Faserzementplatten können Hobby-Bergsteiger auch von außen den künstlichen Gipfel erklimmen. Ein Teil des Gebäudes besteht hingegen aus Glas, damit sie vom Inneren der Kletterhalle einen Blick auf die umliegenden Berge werfen können. Zu diesem Zweck durchbrechen auch im bernsteinfarbigen Atrium dreieckige Fenster die robuste Außenhülle.

Ob Kultur- oder Gesundheitszentrum, Kletterpark, Familienresidenz oder Ferienhaus: Die asiatische Falttechnik inspiriert zu fantasievollen und kreativen Formen der zeitgenössischen Architektur.

Origami Haus in Barcelona nach Origami Architektur
Außenansicht des Origami Hauses in Barcelona
Bücherei im Origami Haus in Barcelona

Welches Bauwerk der Origami Architektur beeindruckt Sie besonders? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Architektur Design

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