Norman Fosters Bauwerke: Hightech-Architektur trifft ökologische Technik

Längst sind Norman Fosters Bauwerke aus der Skyline internationaler Metropolen nicht mehr wegzudenken. Die vielen Arbeiten, die er seit 1967 mit seinem Büro Foster + Partners umsetzt, brachten dem britischen Star-Architekten nicht nur den renommierten Pritzker-Preis ein, sondern sogar einen Adelstitel.

Ein Vordenker für Nachhaltigkeit und innovative Technik

Gemeinsamer Nenner aller Bauwerke von Norman Foster sind innovative, oft futuristische Hightech-Elemente, die er mit hohen ökologischen Ansprüchen kombiniert.

Dahinter steckt vor allem das Ziel, moderne, flexible und kollaborative Umgebungen zum Leben und Arbeiten zu schaffen. Ein bevorzugtes Material in seinem progressiven Designansatz ist Glas. So hat Norman Foster zum Beispiel mit der gläsernen Reichstagskuppel in Berlin ein unverkennbares Wahrzeichen entworfen.

Ein Beispiel für die Norman Foster Bauwerke: die Copenhagen Towers.
Norman Fosters Bauwerke sind aus der Skyline internationaler Metroplen nicht mehr wegzudenken. Quelle: © Nigel Young / Foster + Partners

Ein Monument für die Demokratie: Neue Reichstagkuppel in Berlin

Mit dem Entwurf für den Umbau des Reichstagsgebäudes in Berlin setzte sich Foster + Partners bei einem Wettbewerb als eines von vierzehn ausländischen Büros gegen insgesamt 94 Konkurrenten durch. 1995 begannen die umfassenden Renovierungsarbeiten an dem historischen Gebäude, das ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts von dem deutschen Architekten Paul Wallot entworfen worden war und während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde.

Um die Bedeutung des Bundestages als demokratisches Forum zu betonen, konzipierte Foster eine gläserne Kuppel als transparenten, öffentlich zugänglichen Bereich mit Sicht auf den Plenarsaal. In der Mitte der Glaskuppel befindet sich ein trichterförmiges Element in Form eines umgekehrten Kegels, der mit verspiegelten Paneelen verkleidet ist und das Tageslicht in den Plenarsaal hinab reflektiert. Auch die spiralförmige Rampe an den Außenkanten des Raumes ist mit klarem Glas verkleidet. Sie führt zu einer Aussichtsplattform, die freien Blick auf das umliegende Stadtbild bietet.

Mittelpunkt des Reichstags: ein Trichter aus 360 Einzelspiegeln. Quelle: YouTube / Foster and Partners

The Gherkin: Energieeffizientes Hightech-Hochhaus in London

Auch in London ist Norman Foster für mehrere berühmte Entwürfe verantwortlich. Seine Millennium Bridge beispielsweise führt Fußgänger zwischen der Tate Gallery of Modern Art und der St. Pauls Cathedral über die Themse. Ein markantes Symbol der Londoner Skyline ist auch das Hauptquartier des Unternehmens Swiss Re, das 2004 fertiggestellt wurde und seither als „The Gherkin“ (übersetzt „Gewürzgurke“) bekannt ist..

Die verglaste Fassade öffnet das Gebäude nicht nur für Licht und Ausblicke, sondern ermöglicht zudem eine energiesparende Lüftung und Klimatisierung. Mehrere Atrien zwischen den Stockwerken sorgen für eine natürliche Ventilation, sodass die Klimatechnik nur selten zum Einsatz kommen muss und der Energieverbrauch in dem ökologischen Hochhaus um die Hälfte reduziert wird.

The Gherkin in London. Quelle: YouTube / Foster and Partners

Copenhagen Towers: Upcycling im grünen Herzen Dänemarks

Nachhaltigkeit war auch ein wesentlicher Leitgedanke bei dem Entwurf der Copenhagen Towers, die 2015 im neuen Entwicklungsgebiet von Ørestad fertiggestellt wurden. Das Ensemble besteht aus einem 22-stöckigen Büroturm und einem niedrigeren Gebäude, die miteinander verbunden sind. Das Atrium ist mit einem dichten „Wald“ aus Olivenbäumen das grüne Herz des Bauwerks. Geschwungenen Holzprofile in der Stahlkonstruktion des Glasdaches sowie kurvige Holzbänke betonen das natürliche Ambiente.

Ein Vorbild für ökologische Bauprojekte sind die Copenhagen Towers auch, weil Foster überwiegend lokale und recycelte Materialien verwendet. In den Innenräumen finden sich zum Beispiel Betonböden aus lokalem Bauschutt sowie Deckenverkleidungen aus PET-Kunststoff und Filz. In Kombination mit Photovoltaik sowie einem innovativen Heiz- und Kühlsystem auf Grundwasserbasis verbraucht der Komplex bis zu 45 Prozent weniger Energie als ein gewöhnliches Bauwerk dieser Art.

In den Copenhagen Tower ist das Atrium mit dichten Olivenbäumen ausgestattet.
Das Atrium ist mit einem dichten „Wald“ aus Olivenbäumen ausgestattet. Quelle: © Nigel Young / Foster + Partners
Innenansicht der Copenhagen Towers. Gewölbte Decken und grüne Bäume.
Für den Bau verwendete Foster überwiegend lokale und recycelte Materialien. Quelle: © Nigel Young / Foster + Partners

Apple Park: Norman Fosters Bauwerk der Superlative

Mit dem Entwurf des neuen Apple-Hauptsitzes im Silicon Valley hat Norman Foster in vielerlei Hinsicht architektonische Superlative definiert – ganz im Sinne des mittlerweile verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs. Dieser wollte mit dem neuen Apple Park in Cupertino einen Ort schaffen, der alle Mitarbeiter versammelt und zugleich eine nahtlose Verbindung zwischen dem Hightech-Arbeitsplatz und der Natur schafft.

Entsprechend dieser Vision, konzipierte Norman Foster die neue Firmenzentrale in Form eines Rings, der mit knapp einem halben Kilometer Durchmesser größer ist als das Pentagon.

Umgeben von einer Grünfläche mit rund 9.000 neu gepflanzten Bäumen arbeiten mehr als 12.000 Menschen unter einem riesigen Karbondach und hinter 13,7 Meter hohen Glasfenstern, die den gesamten Ring verkleiden. Der Apple Campus wird zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben und wurde 2018 eröffnet.

Eine nahtlose Verbindung zwischen dem Hightech-Arbeitsplatz und der Natur. Quelle: YouTube / Ongreening

Comcast Technologie Center: Auf dem Höhepunkt energieeffizienter Technik

Eines der jüngsten Norman Foster Bauwerke wurde erst im letzten Jahr fertiggestellt. Das Comcast Technology Center ist mit 341 Metern das höchste Gebäude in Philadelphia. Neben einem zwölfstöckigen Hotel, einer Coffee Bar sowie einem Restaurant beherbergt der Bau zwei Fernsehstudios, einen Hightech-Kinosaal und mehrere Büroebenen mit Loft-ähnlichem Charakter. Die offenen, großzügigen Innenräume bieten den Mitarbeitern viel Freiheit bei der Auswahl und Gestaltung ihres Arbeitsplatzes.

Wie bereits von Norman Forsters Bauwerken bekannt, reduziert ein ausgeklügeltes, innovatives Kühlsystem die Energiebelastung des Gebäudes. Durch die hochtransparente Glasfassade dringt viel Tageslicht in die Innenräume und schafft ein freundliches Arbeitsumfeld. Zugleich trägt ein automatisiertes Jalousiesystem zur optimalen Nutzung der einstrahlenden Sonnenenergie bei.

Comcast Technology Center: das höchste Gebäude in Philadelphia. Quelle: YouTube / Ongreening

Egal ob Reichstagkuppel, Apple Park oder „The Gherkin“ – Norman Fosters Bauwerke bereichern urbane Landschaften und die Architekturwelt auf vielfältige Weise.

Sie sind überall auf der Welt wahre Hingucker, die einen bleibenden Eindruck beim Besucher hinterlassen.

Welche Bauwerke von Norman Foster sind Ihnen bekannt und besonders in Erinnerung geblieben? Schreiben Sie uns, welche Werke des Stararchitekten sie besonders beeindrucken.

Architektenporträt Pritzker-Preis
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