Nendo – „hyperkreatives“ Design aus Tokio

Hinter dem Namen Nendo steckt der japanische Designer Oki Sato, der als wahrer Tausendsassa gilt. Hunderte seiner Kreationen fluten jährlich die Einrichtungs- und Designmessen der Welt. Wenig verwunderlich also, dass auch renommierte Hersteller von Cappellini bis Kartell auf seine Entwürfe zählen. Nun wurde Oki Sato mit Nendo im Rahmen der imm Cologne zum „Designer des Jahres 2019“ gekürt. Damit reiht er sich direkt hinter dem Holländer Marcel Wanders ein, der den Titel 2018 tragen durfte.

Nendo: Formbar wie Lehm

Die Karriere von Nendo verlief unspektakulär und schnörkellos: 1977 in Toronto geboren, gründete er nach seinem Architekturstudium an der Waseda Universität in Tokio im Jahr 2002 das Designstudio Nendo. 2005 expandierte er dann in die italienische Design-Metropole Mailand. Nendo ist das japanische Wort für „Lehm“. Sato wählte diesen Namen bedacht: Nicht das Material selbst, sondern die Eigenschaften von Lehm machten das Wort zum Namensgeber für das Designstudio. So sei das Material sehr flexibel. Seine endlose Formbarkeit fasziniert Oki Sato und stehe für ihn als Synonym für Kreativität. Gedanken seien, ähnlich wie Lehm, endlos formbar und flexibel.

nendo

Kreativität: „Wie Atmen oder Essen“

Die unbegrenzte Kreativität des Chefs zeigt sich auch in den Nendo Werken: Mehr als hundert Stücke entwirft Sato jedes Jahr mit seinem mittlerweile 40-köpfigen Team, darunter sind auch Grafiken, Kunstinstallationen und Architektur. Oki Sato selbst beschreibt seine unerschöpfliche Kreativität in einem Interview: „Es ist wie Atmen oder Essen.“ Oki Sato selbst hat keine Angst, dass ihm die Ideen ausgehen könnten. Im Gegenteil. Je mehr Ideen er entwickelt, desto freier fühlt er sich, so Sato. Es sei die Vielfalt, die ihm Freiheit gäbe. Die Designs folgen dabei nicht ausschließlich der Funktionalität. Sie stehen auch für Emotionen und zeigen neben klaren, geradlinigen Formen verspielte Details, die eine Geschichte erzählen.

Von Gebrauchsgegenständen, ausgefallenen Wohnaccessoires bis hin zu ganzen Häusern – Nendo steht für puristisches asiatisches Design mit viel Liebe zum Detail. Ebenso groß wie die Vielfalt ist auch das Kundenportfolio des japanischen Labels:

Von Fritz Hansen über Foscarini, Kartell, Louis Poulsen und Moroso bis hin zu Cappellini – um nur ein paar der großen Namen zu nennen, die auf Nendos Designs setzen.

Neuheiten aus dem Hause Nendo

2018 präsentierte Nendo zum Beispiel auf der Salone del Mobile in Mailand die Spiegelkollektion Waku für Cappellini. In verschiedenen Varianten zeigen die Boden- und Wandspiegel zarte Linien mit multifunktionalem Design. Die aufwendige Verarbeitung, der elegante Rahmen und die ausgeklügelten Formen setzen ein Statement für modernes Design. Auch der N01™ chair für Republic of Fritz Hansen zeigt klare Linien und wurde 2018 erstmals in Mailand präsentiert. Der Holzsessel verbindet puristisches Design und japanische Ästhetik mit natürlichen Formen und ist ein Hingucker in jedem Büro, Ess- oder Wohnzimmer. Für Flos entwarf Nendo die kultige Lampe „Gaku“. Gaku ist japanisch und bedeutet Rahmen. Und genau in einem solchen Rahmen befindet sich die Lampe, die dank Magnet ihre Position ganz nach Belieben wechseln kann. So ist Gaku nützliche Alltagsbeleuchtung und stylisches Kunstobjekt in einem.

nendo
nendo
nendo

Design meets Technology

Wo Nendo drauf steht, steckt kreative und moderne Produktentwicklung dahinter. So sei 3D-Druck nicht mehr aus dem Designprozess wegzudenken, erklärte Oki Sato schon 2015. Die Nendo-Köpfe wissen, dass modernes Produktdesign immer direkt mit moderner Technik verbunden sein muss. Entwürfe werden per Mail zwischen Tokio und Mailand ausgetauscht und können direkt vor Ort dreidimensional gedruckt werden. Speditionskosten und Zollhürden gehören somit der Vergangenheit an.

Ehrung für „einen der führenden Kreativen“

Als eine der prägenden Figuren der zeitgenössischen Designszene wurden Sato und sein Designbüro Nendo im Rahmen der imm Cologne nun zum Designer des Jahres 2019 gekürt. Die Jury nannte Oki Sato einen „Gestalter, der kommerzielles, funktionales, experimentelles und poetisches Design mit leichter Hand vereinen kann und mit der Fülle seiner Werke und Installationen zu einem der führenden Kreativen avanciert ist.“

Wir freuen uns für den jungen hypekreativen Asiaten und schließen uns dem Urteil der Jury voll an. Und Sie?

Kennen Sie Entwürfe des Designlabels Nendo? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Designerporträt Interior Design
Kommentare

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren

Auf dieser Seite wird der von Facebook angebotene Tracking-Pixel für Analyse- und Marketingzwecke eingesetzt. Dieser überträgt zum Teil personalisierte Daten an Facebook USA. Der Tracking-Pixel wird erst mit Ihrer Einwilligung aktiviert! Weitere Informationen zu dem Pixel, wie Sie diesen wieder deaktivieren können und welche Daten erhoben werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.