Zaha Hadid: „Königin der Kurven"

Einzigartige Handschrift mit revolutionären Stil

Zaha Hadid zählte zu den sehr wenigen Frauen, die in der männerdominierten Branche Welterfolge feierte und deren Name zur Marke wurde. Die von ihr entworfenen Gebäude und Produkte tragen eine ganz besondere Handschrift. Man erkennt die Werke der „Königin der Kurven“, wie beinahe die gesamte Branche Hadid nannte, an den markanten, geschmeidigen Kurven und Schrägen. Neben dem Olympischen Schwimmstadion in London oder dem Zentrum für darstellende Kunst in Abu Dhabi entwarf Zaha Hadid das Nationalmuseum für moderne Kunst in Rom. Ihr Stil gilt als revolutionär. Die Architekturwelt trauert um diese außergewöhnliche Architektin – denn mit ihr hat sie eine der wichtigsten Figuren der Gegenwart verloren.

Kindheit in Bagdad – Studium in London

Zaha Hadid wurde 1950 in der irakischen Hauptstadt Bagdad als Tochter des wohlhabenden Geschäftsmannes und Politikers Muhammad Hadid geboren. Dort besuchte sie eine von Nonnen geführte katholische Schule. Später schrieb sich Hadid an der American University in Beirut für Mathematik ein, verließ das Land jedoch nach Kriegsausbruch 1972 und studierte in London an der Architectural Association School of Architecture. Dort eröffnete sie 1980 ihr eigenes Architektur-Studio, in dem sie zuletzt mehr als 350 Angestellte beschäftigte und über 950 Projekte in 44 Ländern umsetzte.

Zahas weltberühmte "kurvige" Bauten

Quelle: RIBA Comms

Zaha Hadid: Dynamisch und ausdrucksstark

Hadid erschuf Werke, die in Bewegung zu sein scheinen und dennoch eine gewisse Ruhe ausstrahlen. Dabei vermied sie komplett traditionelle Bauformen. „Wegen ihren Entwürfen mit exzentrischen Schrägperspektiven, schwebenden Bauteilen und futuristischer Formensprache wird Hadid heute als Erfinderin des Post-Konstruktivismus bezeichnet“, schrieb das Online-Magazin Dea Vita über die Architektin. Die Botschaften ihrer Kunstwerke seien einfach und genial zugleich.

Im Jahr 1983 sorgte ihr umgebauter Freizeitpark „The Peak Leisure Club“an einem Berghang in Hongkong erstmals international für Aufsehen. Ihr erster realisierter Entwurf war das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein 1993, mit dem sie den Durchbruch schaffte.

2004 war sie die erste Frau, die den begehrten Pritzker-Preis, der als Nobelpreis der Architektur gilt, erhielt. Zu diesem reihen sich viele weitere Auszeichnungen: Sie wurde 2012 von der Queen geadelt, die UNESCO ehrte sie als „Artist for Peace“ und das Forbes Magazine zählte sie zu den „World’s Most Powerful Women“. Zuletzt wurde sie als erste Preisträgerin mit der Royal Gold Medal 2016 ausgezeichnet, die jährlich von dem Royal Institute of British Architects (RIBA) für bedeutende Leistungen in der Architekturbranche verliehen wird.

Eine der berühmtesten Architekten der Moderne

Mit ihren Meisterwerken wie dem BMW Zentralgebäude in Leipzig, dem Phaeno Science Center in Wolfsburg oder dem Library and Learning Center auf dem Campus der Wirtschaftsuniversität Wien schuf sich Zaha Hadid zu Recht den Ruf, einer der besten und mit Sicherheit berühmtesten Architekten der Moderne zu sein. Zuletzt gelang ihr ein weiteres herausragendes Projekt: Mit der Bergsteigerlegende Reinhold Messner gestaltete sie in Südtirol ein Bergmuseum auf 2275 Metern Höhe, das vorwiegend unterirdisch die Entwicklung des Bergsteigens zeigt. Momentan wird zudem der neue Pekinger Flughafen nach ihren Plänen gebaut.

Es sind ihre Werke, die der Welt bleiben: Markante, innovative und spektakuläre Bauwerke. Es bleibt abzuwarten, wie viele von ihren Architekturentwürfen zudem posthum realisiert werden.

Die „Königin der Kurven" bleibt unvergessen.

Architektenporträt Architektur Design Pritzker-Preis

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