Die Zukunft aktiv mitgestalten

2016 feierte Gira sein 111-jähriges Firmenjubiläum. Seit der Gründung im Sommer 1905 fühlt sich das Familienunternehmen dem Anspruch verpflichtet, in seinem Denken und Handeln aktiv Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft zu übernehmen – im Interesse der Kunden, der Beschäftigten, der Gesellschaft und der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. „Ein verantwortungsvolles Unternehmen produziert ebenso verlässliche wie zukunftsweisende Produkte und handelt dabei immer kundenorientiert“, betont Dirk Giersiepen, der geschäftsführende Gesellschafter. „Zudem muss es in der heutigen Zeit stets die sozialen und ökologischen Effekte des eigenen Handelns im Blick behalten und daraus neu entstehende Anforderungen in seinen Leistungsprozess integrieren.“

„Wir verantworten Zukunft“

An diese ausgeprägte und über elf Jahrzehnte gewachsene Verantwortungskultur knüpft auch die Nachhaltigkeitsstrategie von Gira an. Auf der Agenda stehen unter anderem Materialrecycling in der Kunststofffertigung, die Verwendung von natürlichen Materialien wie beim ausgezeichneten Schalterprogramm Esprit Linoleum-Multiplex, die Nutzung regenerativer Energien und ressourcensparender Lösungen, der Einsatz von Elektrofahrzeugen für die interne Logistik, das firmeneigene Gesundheitsmanagement oder die Betriebs-Kita, die den Beschäftigten dabei hilft, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. 

Dabei setzt Gira ganz bewusst auf die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend macht der Mittelständler aus dem Bergischen Land seinen Beschäftigten und Auszubildenden regelmäßig Angebote, sich selbst aktiv für Umwelt und Gesellschaft zu engagieren: von der Übernahme von Patenschaften für Asylbewerber bei einem Schnupper-Praktikum bis hin zum Anlegen von Biotopen im Stadtgebiet von Radevormwald.

Wir wollten es noch etwas genauer wissen und haben Jan Böttcher, Leiter Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement bei Gira, gefragt, welche Rolle die Ausrichtung des Unternehmens an Nachhaltigkeitskriterien spielt.

G-Pulse Redaktion: Herr Böttcher, welche Stellung hat das Thema Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen?

Böttcher: Eine sehr zentrale. Es gehört seit 2013 zur Strategie unseres Unternehmens, alle Prozesse und die Organisation so zu gestalten, dass sie ökonomischen, ökologischen und sozialen Belangen Rechnung tragen. Dies findet seine Entsprechung in einer in mehr als 111 Jahren gewachsenen, werteorientierten Firmenkultur, die die Mitverantwortung von Gira und seiner Beschäftigten für die Gestaltung der Zukunft in den Mittelpunkt stellt.

Klare Formensprache, natürliche Materialien: Gira Esprit Linoleum-Multiplex, Quelle: Gira

Dementsprechend investiert Gira in die kontinuierliche Verbesserung seiner Umweltleistung und in den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Und in die Entwicklung von Produkten und Lösungen, die über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg umweltverträglicher sind. Materialrecycling in der Kunststofffertigung, ein Schalterprogramm aus natürlichen, ökologisch gut verträglichen und zugleich langlebigen Materialien, grundlegende Optimierung der Energieeffizienz von Produktion und Gebäuden, aktives Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiter, eine unternehmenseigene Kita, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf problemloser ermöglichen soll – wir haben bereits einiges auf den Weg gebracht. Unser Ziel ist, kontinuierlich besser zu werden und aus Fehlern zu lernen. So wollen wir sowohl einen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft leisten als auch die Zukunftsfähigkeit von Gira sichern.

G-Pulse Redaktion: Wie fördern Sie nachhaltiges Handeln und den Nachhaltigkeitsaspekt bei Gira?

Böttcher: Durch entsprechende Prozesse, die zum Beispiel vorgeben, dass bei anstehenden Investitionsentscheidungen auch nach ökologischen und sozialen Aspekten gefragt werden muss, durch Transparenz nach innen und durch verschiedene Möglichkeiten für die Belegschaft, sich einzubringen und aktiv zu engagieren.

Gerade die letzten beiden Punkte sind wichtig, da Gira seit jeher stark auf Mitarbeiterverantwortung setzt. Dahinter steht die Erkenntnis, dass unser Unternehmen die gesetzten Ziele nur erreichen wird, wenn alle Beschäftigten sich dafür mit ihrem Wissen und Können einsetzen. Daher hatten wir unsere Belegschaft bereits einbezogen, bevor wir überhaupt begonnen haben, unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. An dieser offenen Kommunikation zum Stand der Umsetzung unserer Strategie und einzelner Projekte haben wir festgehalten, denn nur so wissen alle, was wir erreicht haben und was noch zu tun ist.

Genauso wichtig ist es uns, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz praktisch einzubeziehen, indem wir ihnen zum einen immer wieder Angebote machen, selbst aktiv zu werden und so ein Gefühl für ökologische und soziale Aspekte ihres Tuns zu bekommen. Unsere Beschäftigten und Auszubildenden etwa können sich regelmäßig für Sozial- oder Umweltprojekte engagieren und werden dafür freigestellt. Zuletzt haben Mitarbeiter zum Beispiel Obstbäume heimischer, aber selten gewordener Sorten im Stadtgebiet von Radevormwald angepflanzt und Asylbewerber bei einem Schnupper-Praktikum bei Gira als Paten betreut.

Teamarbeit: Mehr als 60 Gewerke arbeiten an der Fertigstellung des neuen Gira Fertigungs- und Logistikzentrums. Quelle: Gira

Großen Anklang hat letztes Jahr auch unser interner Ideenwettbewerb gefunden. In dessen Rahmen haben wir einige tolle Vorschläge bekommen, die wir jetzt schrittweise auf ihre Machbarkeit prüfen und umsetzen. Unter anderem sind wir gerade dabei, im Gira Mitarbeiter-Bistro alle Einwegbecher abzuschaffen und durch Thermo-Becher zu ersetzen, die jeder Mitarbeiter geschenkt bekommt. Eine Maßnahme, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist.

G-Pulse Redaktion: Die Produkte von Gira zeichnen sich unter anderem durch einen besonderen Designanspruch aus – wie lässt sich dieser mit Nachhaltigkeit vereinen?

Böttcher: Die „gute Form“ erfüllt durchaus eine soziale Aufgabe, indem sie für eine einfache, intuitive Bedienbarkeit und hohe Funktionalität sorgt. Sie trägt damit also auch zur Nachhaltigkeit unserer Produkte bei. Natürlich ist es aber immer eine Herausforderung, möglichst umweltverträgliche Produkte herzustellen. Dabei setzen wir einerseits auf eine ausgezeichnete Qualität, was Materialien, Formensprache, Funktionalität und Zuverlässigkeit angeht, da dies alles zur Langlebigkeit unserer Produkte beiträgt. Andererseits experimentieren wir mit neuen Materialien und verwenden recycelte Rohstoffe, um die Umweltbilanz unserer Lösungen stetig zu optimieren. 

Grüne Architektur: Funktionalität, Nachhaltigkeit & Ästhetik

Das Bestreben, nachhaltig zu handeln und smarte Lösungen zur grundlegenden Optimierung der Energieeffizienz von Produktion und Gebäuden einzusetzen, spiegelt sich auch in der Planung des neuen Gira Fertigungs- und Logistikzentrums wider. Von Anbeginn hat Gira darauf geachtet, dass sich Planung und Errichtung des neuen Werks sich an Maßstäben „grünen Bauens“ orientieren. „Wir bauen hier für die Zukunft und müssen schon heute mögliche Anforderungen von morgen und übermorgen im Blick haben“, beschreiben die beiden Gira Projektverantwortlichen Dietmar Daszkiewicz und Andreas Dürwald die herausfordernde Aufgabe. Dabei soll das Gebäude so weit wie möglich den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) entsprechen. Für die Umsetzung fiel die Wahl auf das international renommierte Architektenbüro Sauerbruch Hutton, das für seine funktionale, ökologische Architektur weithin bekannt ist. Um einen verantwortungsvollen und ressourcenschonenden Betrieb zu gewährleisten, haben sich die Architekten und Planer vor allem auf die Optimierung der Erzeugung und der Nutzung von Energie im neuen Industriebau konzentriert, wie Matthias Sauerbruch im G-Pulse Interview erklärt. Im Ergebnis wird der gesamte Komplex mit 55 Prozent weniger Energie als heutige Standard-Industriegebäude auskommen und entsprechend weniger CO2 ausstoßen.

111 Bäume für ein Plus an Nachhaltigkeit, Quelle: Gira

111 Jahre Gira, 111 Bäume für Radevormwald

Typisch Gira könnte man sagen: Zum 111-jährigen Jubiläum hat das Unternehmen aus Verbundenheit zu Radevormwald die Stadt beschenkt – mit einer Aktion, die zeigt, dass das Nachhaltigkeitsengagement nicht an den Werkstoren endet. 111 Bäume haben Gira Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen Stellen des Stadtgebiets gepflanzt. In Absprache mit dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, der Stadt Radevormwald und dem Rheinisch Bergischen Naturschutzverein fiel die Wahl dabei ganz bewusst auf inzwischen selten gewordene heimische Obstbäume. „Wir hoffen, so dazu beizutragen, dass hier künftig Streuobstwiesen entstehen und wir damit in unserer unmittelbaren Umgebung etwas Gutes sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt tun“, beschreibt Jan Böttcher das Ziel der Aktion. 

Denn Streuobstwiesen gelten als landschaftlich und ökologisch besonders wertvolle Biotope, sind in Mitteleuropa aber kaum noch vorhanden.

Allianz pro Nachhaltigkeit

In Sachen Nachhaltigkeit engagiert sich Gira auch als Partner der Allianz pro Nachhaltigkeit, eines Zusammenschlusses von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die „grünes Bauen“ fördern möchten. Das gleichnamige Portal bietet Informationen rund um Nachhaltigkeit im Kontext von Wohnen und Bauen. Hier können sich Interessierte über aktuelle Entwicklungen und innovative Projekte informieren. Und für die nachhaltige Gestaltung der eigenen vier Wände inspirieren lassen. Gira erklärt etwa, wie intelligente Gebäudetechnik dazu beiträgt, die Energieeffizienz zu steigern und Ressourcen zu schonen. Schon mit einfachen Maßnahmen kann jeder seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensweise im Alltag leisten.

Wie handeln Sie persönlich nachhaltig im Alltag? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen!

Gebäudetechnik Nachhaltigkeit bei Gira Smart Home

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