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Breathe: ein Hauch von Architektur

Dass sich die weltgrößte Möbelmesse in Mailand mittlerweile bis in die letzten Winkel der Stadt ausdehnt, ist nicht neu. Was da zwischen den Gemäuern im Stadtviertel Zona Tortona nach einer provisorischen Behausung aussah, war aber nicht die Antwort auf den alljährlichen Besucherandrang zur Salone del Mobile, sondern der Prototyp visionärer Stadtarchitektur.

Mit der Installation Breathe hinterfragt das Team von MINI LIVING konventionelle Wohnkonzepte auf kreative und nachhaltige Art.

Architektur ohne Fassade – aber mit Netz und doppeltem Boden

Versteckt in einem kleinen Innenhof schraubte sich Breathe zwischen den Altbauten auf einer nur fünf Meter breiten Grundfläche in die Höhe.

Visionärer Prototyp für urbanes Miteinander

Quelle: Mini Living

Auf den ersten Blick ein geschlossener, eher wackeliger Schlauchpavillon, der kaum von Dauer sein kann. Doch der Eindruck täuscht: Ein solides Stahlgerüst trägt die „Fassade“, die sich aus einem hauchzarten Netzgewebe zu einem flexiblen Kokon formt. Kunststoffgitter fungieren bis zum dritten Stockwerk als durchsichtige Bodenplatten. Tagsüber von der luft- und lichtdurchlässigen Außenhaut vor neugierigen Blicken geschützt, leuchtet das Architektur-Gebilde am Abend wie eine Laterne aus Transparentpapier. Wo drinnen anfängt und draußen aufhört, ist bei diesem Wohnkonzept nicht ganz klar – soll es auch nicht, denn Breathe möchte seine Bewohner nicht abschotten, sondern mit ihrer Umwelt in Kontakt bringen und das urbane Zusammenleben auf kleinsten Raum fördern. 

Mit Nachhaltigkeit auf das Miteinander abgestimmt

Man trifft sich im Erdgeschoss: der offenen Küche mit Kochstelle, Spüle und Esstisch.

Eine schmale Wendeltreppe führt in die „Privaträume“ – wobei „Raum“ bei dieser wandlosen Architektur ebenso theoretisch gedacht ist wie „privat“. Eine Standdusche genügt als Badezimmer, Kleiderstangen ersetzen klobige Schränke und federnde Spannnetze dienen als Schlafplatz. Hier zählt nicht die Möblierung, sondern die Aussage: Es braucht keine Villa, um bis zu drei Menschen adäquat unterzubringen. In all seiner Leichtigkeit wirkt das Wohnen hier durchweg „bodenständig“, auch ein bisschen improvisiert, vor allem aber nachhaltig.

Denn das luftige Haus aus recycelbaren Materialien fußt nicht nur auf sparsamen Grund, sondern soll mit seiner durchlässigen Hülle auch die Luft reinigen können. In zehn Metern Höhe gewährt ein kleiner Dachgarten weite Sicht inmitten städtischer Baukolosse und bietet zugleich ein Auffangbecken samt Filteranlage für das Regenwasser.

Nachhaltig und innovativ: Impressionen des Wohnkonzepts

Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
Nachhaltigkeit im Mini Living Breath House
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Nicht nur hier oben, sondern im ganzen Wohn-Kokon sorgt frisches Pflanzengrün für ein cooles, urbanes Mikroklima: Ein Haus, dessen Architektur in Symbiose zur Umwelt ein aktives Ökosystem formen soll – und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Minimalistisches Wohnkonzept für maximalen Lebensraum

Getreu dem MINI-Motto „Big life. Small footprint“ schafft die lichte Konstruktion auf kleinster Fläche einen Wohnraum, der alles bietet, was es zum Leben braucht: Luft, Licht, Wasser – und noch ein paar angenehme Extras.

Die Installation war bereits das dritte Architektur-Projekt der Initiative MINI LIVING, mit der die britische Kleinwagen-Marke seit 2016 ihr Kerngeschäft in Richtung urbane Wohnkonzepte ausweitet. Für den Entwurf der transparenten Unterkunft holte sich das MINI-Team mit dem New Yorker Architekturbüro erfahrene Verstärkung dazu. Auf der diesjährigen Salone del Mobile Anfang April kam das minimalistische Wohnkonzept offenbar schon gut an: Für einen Blick hinter die luftige Fassade rückten die Besucher zumindest ziemlich nahe zusammen. Setzt sich der Prototyp in der künftigen Stadtarchitektur durch, braucht es nur noch schwindelfreie und geräuschunempfindliche Bewohner.

Quelle: MINI / YouTube

Auf wie viel Platz und Privatsphäre könnten Sie verzichten? Wäre das luftige Wohnnetz für Sie eine Option? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar!

Architektur Innovation Nachhaltigkeit

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