Smartes Office hinter Beton und Glas

Der Designer Nico Ueberholz, Inhaber und Geschäftsführer der Ueberholz GmbH, zeigt mit seinem innovativen Bürogebäude wie in fünf Monaten aus 1.600 Tonnen Beton, 22 Tonnen Stahl, viel kreativer Energie und mit dem Einsatz smarter Gebäudetechnik eine Stätte der Inspiration und Kommunikation wurde.

Innerhalb kürzester Zeit hat das Team um Nico Ueberholz auf einem 2.800 Quadratmeter großen Grundstück ihr eignes 780 Quadratmeter großes und smartes Bürogebäude errichtet, welches die eigene Firmenphilosophie auf besondere Weise widerspiegelt.

Kontrastreich und intelligent

Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Beton-Kubus aussieht, sorgt beim Betreten für eine Überraschung: Das Innere ist hell, offen und hohe Glasflächen sowie scheinbar freischwebende weiße Schreibtische sorgen für Leichtigkeit im Raum. Eine weitere Besonderheit: die Technik des Gebäudes.

Via KNX System lassen sich unter anderem Beleuchtung, Verschattung und Heizung steuern. Das erhöht den Komfort sowie die Sicherheit und sorgt für optimale Energieeffizienz. Jedes Detail des Gebäudes ist perfekt durchdacht. Kein Wunder, denn die Ueberholz GmbH ist ein Entwicklungs- und Planungsbüro unter anderem für Shop-, Event- und Kommunikationsdesign. Mehr als 130 Designpreise hat das Unternehmen inzwischen erhalten. Um mehr über eines seiner jüngeren Projekte des Unternehmens zu erfahren, haben wir Nico Ueberholz einige Fragen gestellt:

Das Gebäude von außen, Quelle: Ulrich Beuttenmüller für Gira

G-Pulse Redaktion: Herr Ueberholz, was ist das Besondere an diesem Bürogebäude?

Ueberholz: Das Besondere unseres Gebäudes ist das Unerwartete, die Spannung von geschlossener massiver Fläche und der Öffnung im Gebäude. Nähert man sich dem Gebäude von außen, tritt dem Besucher ein massiver Beton-Kubus in einem klar strukturierten grünen Umfeld entgegen. Hinter der gewaltigen, 380 Kilogramm schweren, 3,60 Meter hohen und 1,60 Meter breiten Eingangstür, öffnet sich der Innenraum dann ganz unerwartet als eine großzügige lichtdurchflutete Bürofläche. Es entsteht jedes Mal ein „Wow-Effekt“, wenn für einen neuen Besucher das absolut Unerwartete zu einem bleibenden Erlebnis wird.

Alle Arbeitsbereiche im Gebäude liegen an der großen offenen 3,60 Meter hohen Fensterfront. Die Schreibtische sind in zwei Reihen hintereinander in der großen Fläche angeordnet. Ihre schwebende Geometrie wurde explizit für dieses Gebäude von mir entworfen. Auch die passenden Leuchten stammen aus meiner Feder. Damit dient unser Firmensitz als dreidimensionale Visitenkarte unseres Architekturverständnisses.

G-Pulse Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie mit der sehr offenen Raumgestaltung und -aufteilung?

Ueberholz: Der gesamte Raum ist Kommunikationsfläche. Die Arbeitsplätze bieten genügend Helligkeit und Platz für Kreativität und gemeinschaftliche Projekte. Alles ist offen für Blickkontakte, Kommunikation und Interaktion. 

Das gemeinsame Arbeiten an Projekten – mit Spezialisten aus den unterschiedlichen Teams – ist mir extrem wichtig und für unsere Arbeit unerlässlich. Durch gemeinschaftliches Betrachten aus unterschiedlichen Blickwinkeln entsteht höchste Kreativität. Aus diesem Grund gibt es auch keine Einzelbüros oder hierarchische Abstufungen. Es wurde ein großer Raum für Ideen, Visionen und Kommunikation geschaffen.

G-Pulse Redaktion: Inwiefern spiegeln sich Arbeitsstruktur und Arbeitsstil in der Architektur und in der Innengestaltung des Objekts wider?

Ueberholz: Ich habe die Gestaltung unseres Firmengebäudes als ein Auftragsprojekt gesehen. Titel: „Gestaltung eines flexiblen, kreativen und kommunikativen Arbeitsfeldes mit dem Anspruch der Leichtigkeit, des Besonderen, des Innovativen“. Daraus ist ein in sich rundes Bürokonzept ohne Produkte von der Stange entstanden. Raum und Interior verschmelzen zu einer perfekten Einheit.

Dabei habe ich viel Wert auf Details gelegt und jeden Materialanschluss, jede Schattenfuge und jeden Türdurchgang individuell gestaltet. Möbel, wie die freischwebenden 3,80 Meter langen aus 12 Millimeter starkem, strahlend weißem Vollkunststoff bestehenden Bürotische und die LED Deckenleuchten „Glide“ wurden extra für dieses Büro entwickelt und von uns gebaut und hat vielzählige nationale und internationale Designpreise erhalten. Das veranschaulicht die Intensität, mit der wir uns in unserer täglichen Arbeit auch den kleinsten Details widmen.

Einblicke in das Smart Office

G-Pulse Redaktion: Welche Gebäudetechnik wurde verbaut und welche Vorteile ergeben sich daraus für die Mitarbeiter?

Ueberholz: Unser gesamtes Gebäude ist KNX gesteuert. Die Räume werden alle einzeln in vorbestimmten Zyklen geheizt, die Verschattung schließt sich mit Hilfe von Licht-Sensorik automatisch und auch das Außenlicht wird mit Hilfe dieser Sensoren und Bewegungsmeldern gesteuert. Damit muss niemand ein völlig dunkles Gebäude betreten oder verlassen.
Auch die Arbeitsplätze und die Arbeitsplatzbeleuchtungen sind vernetzt. Sie lassen sich ebenfalls über das Gira Control 19 Client Touchpanel steuern – oder via App von unterwegs.
Schnelle Sicherheitskontrollen sind selbst vom Ausland aus möglich, natürlich mit dem aufgeschalteten Alarm und Sicherheitssystem. Durch den Einsatz der Gira Türkommunikation ist auch der Kontakt per Videobild über die Sprechanlage an den einzelnen PC-Plätzen, sowie das Öffnen der Tür möglich. Zudem sparen wir dank Gira Präsenzmeldern an der Decke von Funktionsbereichen wie Lager, Technikraum oder WCs viel Energie. Diese Aspekte sind nur eine kleine Auswahl der Vorteile der smarten Gebäudetechnik.

G-Pulse Redaktion: Warum haben Sie sich für ein System von Gira entschieden?

Ueberholz: Mit der Firma Gira verbinde ich seit mehr als 26 Jahren einen stets zuverlässigen Partner im Bereich Gebäudetechnik. Der Homeserver bietet mir leicht zugänglich und praktisch alle nötigen Funktionen, die für optimales Arbeiten nötig sind – plus einer App fürs Smartphone. Wir können unsere gesamten medialen Anwendungen optimal in das System integrieren. Zudem geben mir die Sicherheit- und Überwachungsfunktionen ein gutes Gefühl, denn der aufgeschaltete Sicherheitsdienst hat im Alarmfall sofortigen Zugriff auf das System und kann schnell reagieren.
Ein weiterer Grund für meine Entscheidung ist das Design der Gira-Technik: Das Gira Schalterprogramm E22 findet sich stilsicher in unser Architekturbild ein.
Auch für unsere LICHTZEITRAUM Sonderausstellung auf der diesjährigen Architektur Biennale in Venedig haben wir auf die smarte Technik von Gira zurückgreifen können. Sie machte es möglich selbst aus Deutschland den reibungslosen Verlauf unserer hochkomplizierten Lichtinstallation aus dem Hause Ueberholz kontrollieren und steuern zu können. Faszinierende Technik gepaart mit gutem Design. Es wird sicherlich nicht das letzte Gemeinschaftsprojekt gewesen sein.

Der Ueberholz GmbH ist es mit diesem Gebäude gelungen, das Denken, die Struktur und den Arbeitsstil des Unternehmens durch die Architektur und Innengestaltung dieses Gebäudes lebendig zu machen. 

Was halten Sie von der Firmenphilosophie und dem Konzept dieses außergewöhnlichen Bürogebäudes?

Schlagwörter

Architektur Automatisierung Design Gebäudetechnik

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