Moderner Tunnel erhöht Sicherheit im Amsterdamer Straßenverkehr

Tunnel verbindet Innenstadt mit dem Amsterdamer Norden

Die Cuyperspassage ist ein neu eröffneter Tunnel unter dem Amsterdamer Bahnhof, der die Innenstadt mit dem Norden Amsterdams verbindet. Benthem Crouwel, ein Architekturbüro vor Ort, entwarf diesen Durchgang mit dem Anspruch, Radfahrer- und Fußgängerwege optisch deutlich voneinander zu trennen und so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu
sorgen.

Schon die Eingänge sind auffällig geteilt: Die Einfassung sieht aus, als hätte man sie halbiert und anschließend versetzt wieder zusammengefügt. Im Inneren verströmt die Radweg-Seite das Flair der legendären Tunnelpassage des Grand Prix von Monaco. Große, runde Deckenleuchten und eine durchgehende LED-Leiste im Bordstein beleuchten den dunklen Asphalt.

Tradition und Moderne vereint

Die Seite des Tunnels, auf der sich die Fußgänger bewegen, steht dazu in deutlichem Kontrast: Vorwiegend weiße Fliesen aus der Koninklijke
Tichelaar Makkum, dem ältesten Keramikunternehmen Hollands, schmücken Decke, Wand und Boden, subtil erhellt von einer LED-Leiste in der Decke. Helle Fliesen wurden gewählt, weil die Wand besonders verziert ist:

Vom IJ kommend, jener Mischung aus Fluss und Meeresarm, der die Stadt teilt, zieren ausnahmslos dunkelblaue Fliesen die Wand. Der Farbton verblasst mehr und mehr, ein paar Meter reinweiße Fliesen folgen, dann werden schwache Linien sichtbar. Die vergrößerte Version einer klassischen Fliesenmalerei wiederholt sich mehrfach und zu bestaunen gibt es eine Version des berühmten Bildes "Das Kriegsschiff Rotterdam und die Heringsflotte", gemalt von Cornelis Boumeester.

Mehr Sicherheit im Amsterdamer Straßenverkehr

Quelle: Stadt Amsterdam

Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger

Die Fliesen wurden von der niederländische Grafikdesignerin Irma Boom entworfen, die das Ursprungswerk an die Gegebenheiten des Tunnels angepasst und diesem eine eigene Note verliehen hat: Das Heck des Schiffs trägt das Amsterdamer Stadtwappen. Fünf Jahre hat es insgesamt gedauert die 80.000 handgefertigte Fliesen im neuen Tunnel zu verarbeiten.

Das Konzept, Radfahrer und Fußgänger wenigstens auf 110 Metern Länge und zehn Metern Breite strikt zu trennen, hat natürlich nicht nur ästhetische Gründe. In Amsterdam bewegen sich täglich mehr als die Hälfte der 800.000 Einwohner auf zwei Rädern. Obwohl die meisten Holländer gesittet in die Pedale treten, bleibt es bei einer so hohen Zahl nicht aus, dass darunter etliche Einspur-Rabauken sind, die unangenehm auffallen.

Mehr als 15.000 Nutzer täglich

Die Strecke vom Norden in das Zentrum der Stadt und umgekehrt passieren täglich mehr als 15.000 Menschen. Die räumliche Trennung im Tunnel wie auch die dauerhafte Beleuchtung sollen dazu beitragen, Zusammenstöße zu vermeiden und den Radfahrern und Fußgängern mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu bieten.

Die Stadt Amsterdam hat einen Plan entwickelt, bei dem über mehrere Jahre die Radwege ausgebaut und optimiert werden sollen. Wenn die Cuyperspassage stellvertretend für diese Maßnahmen steht, scheint das ein schöner Plan zu sein.

Ein eigener Tunnel für Fußgänger und Radfahrer. Was meinen Sie? Ist das auch ein Projekt für Deutschland?

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