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Wenn die Küche weiß, was im Bad passiert – mein Haus spricht KNX

Ganz anschaulich: KNX ist die Sprache, in der Lichtschalter, Bewegungsmelder, Helligkeitssensoren und alle weiteren Systemkomponenten miteinander kommunizieren.

6 Uhr 10

– Wie jeden Tag klingelt der Wecker. Während in Bad und Küche die Heizungen angehen, bleibe ich 20 Minuten liegen und lese auf dem Tablet neueste Mails und Nachrichten.

6 Uhr 30

– Im Bad ist es warm. Bei Betreten des Raumes schaltet sich das Licht ein, ich steige unter die Dusche, um den letzten Rest Müdigkeit loszuwerden. Sobald ich den Duschhahn zudrehe, wird in der Küche die Kaffeemaschine eingeschaltet.

6 Uhr 50

– Die Kanne füllt sich. Abgetrocknet und angezogen komme ich gerade rechtzeitig für eine erste Tasse frisch aufgebrühten Kaffee. Als draußen die Sonne aufgeht, wird vor dem Fenster die Jalousie hochgefahren.

Von der gemeinnützigen Idee zur modernen Gebäudesteuerung

Moderne Gebäude umfassen als komplexe technische Anlagen eine Vielzahl an Steuerungseinheiten. Um diese intelligent und effizient zu vernetzen, sollen Daten unabhängig von Sender und Empfänger über einen gemeinsamen Weg übertragen werden. Sogenannte Bussysteme realisieren derartige Verbindungen technischer Einrichtungen eines Automatisierungssystems durch Definition von Kennungen, Messwerten oder Befehlen mittels standardisierter Protokolle und ermöglichen einen vereinheitlichten Informationsaustausch aller Komponenten.

Der KNX Bus wurde 1990 als weltweit einziger offener Standard der Haus- und Gebäudesystemtechnik von der KNX Association erarbeitet. Zu den Gründungsmitgliedern dieser gemeinnützigen Organisation zählen namhafte Unternehmen wie Siemens, Merten, Hager und nicht zuletzt Gira. Bis heute haben sich mehr als 370 Firmen angeschlossen. Die Vorteile gegenüber konventioneller Elektroinstallation liegen auf der Hand.

Intelligente Steuerung im Eigenheim

Separate Steuerung zum Informationsaustausch

In herkömmlichen Systemen werden Steuerungsfunktionen meist unter hohem Verkabelungs- und damit Planungs-, Installations- und Kostenaufwand fest mit Energieverteilern verbunden. Selbst einfache übergeordnete Funktionen, z. B. zentrales Schalten mehrerer Stromkreise oder nachträgliche Schaltungsänderungen, sind nicht ohne großen Aufwand realisierbar. KNX Busleitungen erlauben als separates Steuerungsnetz unterdessen den systemübergreifenden Informationsaustausch zwischen Sensoren, wie dem Präsenzmelder in meinem Bad, und Aktoren, hier z. B. dem Lichtschalter. Die nötigen Leitungen zur Verbindung der Geräte können parallel zum Stromnetz des Gebäudes oder eigenständig verlegt werden. Alternative Varianten beruhen auf Ethernet oder Funkübertragung.

KNX: Individuelle Steuerung und Programmierung

Durch Unterstützung des KNX Protokolls gewährleisten Hersteller, dass ihre Smart Home-Produkte als Systemkomponenten auf einfache Weise kombinierbar und einheitlich steuerbar sind.

Ein KNX „sprechender“ Heizungsaktor ermöglicht, dass ich 20 Minuten nach Klingeln des Weckers ein vorgewärmtes Badezimmer betrete. Die Raumbeleuchtung berücksichtigt Informationen von KNX Präsenzmeldern und Helligkeitssensoren, während die Kaffeemaschine durch gezielte Programmierung eines KNX Schalters anspringt, sobald das Wasser über die KNX Armatur der Dusche abgedreht wird. Letztlich können nahezu alle Funktionalitäten miteinander vernetzt und individuell auf Bedürfnisse und Energieeffizienz abgestimmt werden. Gewünschte Aktionen werden bei Programmierung (im Fachjargon: Parametrierung) der Anlage festgelegt und sind jederzeit änderbar.

So ebnet der KNX Bus als standardisierte, unabhängige, flexible und kompatible Systemlösung den Weg zu einer zentralen Erfassung und Anzeige aller Steuerungsvorgänge im Gebäude. Gira bietet ein umfangreiches Angebot an kompatiblen Komponenten.

Und am Wochenende? Ich stelle den Wecker auf 9 und lasse mit mir Jalousie, Beleuchtung, Heizung und natürlich die Kaffeemaschine ausschlafen.


Was halten Sie von der Gebäudesteuertechnik KNX? Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Gebäudetechnik KNX System Smart Home
Jan 12.03.2016  |  21:53

Automatischer Kaffee – ich bin dabei! :)

Lars 18.03.2016  |  12:38

Was ich von KNX halte? Nun ja, sofern nicht von außen erreichbar super, aber wehe…. Der Bus wurde in den 1980er Jahren entwickelt und dementsprechend ist der Stand der Sicherheitstechnik. Das erlebe ich bei Penetrationstests immer wieder. Hinzu kommt auch dass weder die Fachplaner noch das Elektrohandwerk oder die großen FM-Dienstleister (in den meisten Fällen) keine IT-Sicherheitskompetenz haben.

Kommentare (4)
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