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Dirigent des Smart Homes: Interview mit Klaus Geyer

Wer ein Smart Home plant, wünscht sich vor allem modernen Wohnkomfort, mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in seinen vier Wänden. So genannte System-Integratoren, also qualifizierte Experten im Bereich der Gebäudetechnik, unterstützen dabei dies zu erreichen, indem sie die zahlreichen Möglichkeiten intelligenter Lösungen ausschöpfen und die Konzeption erfolgreich umsetzen. Klaus Geyer arbeitet seit Jahren in diesem Beruf und hat eine Vielzahl an unterschiedlichen Projekten umgesetzt. Im Gespräch verrät er uns, was seine Tätigkeit auszeichnet und welche smarte Lösungen er seinen Kunden empfiehlt.

G-Pulse Redaktion: Herr Geyer, Sie sind Gira System-Integrator. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Geyer: Ein System-Integrator ist ein Experte der Gebäudetechnik. Er kennt sich mit der Inbetriebnahme diverser Smart-Home-Produkte aus und hat die Kompetenz, hersteller- und gewerkeübergreifende Lösungen zu planen und zu installieren. Dieses Wissen geht über das der „normalen“ Elektrotechnik hinaus. Ich sehe mich selbst als Dirigent eines Orchesters: Ich bringe unterschiedliche Produkte dazu, zu harmonieren. Zusammen entfalten sie ihren vollen Funktionsumfang.

Gira Referenzobjekt
Gira KNX System im Schlafzimmer

G-Pulse Redaktion: Wie kamen Sie dazu, System-Integrator zu werden?

Geyer: Ehrlich gesagt, habe ich mich dazu entschlossen, da mich das Chaos genervt hat. Es gab anfänglich gefühlt 50 unterschiedliche Zeitschaltuhren: Heizung, Zirkulationspumpe, Filtersteuerung, Herd, Bewässerung – alle unterschiedlich zu bedienen und einzustellen. Von der Bedienung der Videorekorder ganz abgesehen. Ohne Anleitungen war es fast unmöglich die gewünschte Funktion darzustellen. Und es gab wenig Wissen darüber, wie herstellerübergreifende Produkte miteinander kombiniert werden können. Aus dem eignem Leid heraus und um nicht immer wieder wertvolle Zeit zu verschwenden, habe ich mir Gedanken zu diesen Themen gemacht. Deshalb kann man sagen, dass ich ein System-Integrator der ersten Stunde bin, der sich früh mit dem Thema Smart Home und Kompatibilität auseinandergesetzt hat.

G-Pulse Redaktion: Wie können wir uns einen normalen Tag in ihrem Beruf vorstellen? Wie gehen Sie ein Projekt an?

Geyer: Einen normalen Tag gibt es bei mir eigentlich nicht, da jedes Projekt anders ist. Auch ist die Herangehensweise immer eine andere. Das lässt sich so pauschal gar nicht sagen.

Die Planung hängt vor allem davon ab, ob es sich bei dem Objekt um ein Industrie- oder Wohnprojekt handelt. Wobei ich sagen muss, dass ich persönlich Wohnprojekte interessanter finde. Sie sind oft viel komplexer und bedürfen eine ausgeklügelte Planung. Allerdings werte ich die Daten nach jedem vollendeten Projekt aus und nutze diese, um zukünftige Projekte zu optimieren. Dazu habe ich mit meinem Team ein sogenanntes Raumbuch entwickelt. Darin sind alle denkbaren und bereits realisierte Möglichkeiten aufgeführt, die als Leitfaden zur Planung und Beratung dienen. Dadurch ist eine optimale Beratung gewährleistet und bietet außerdem den Vorteil, dass nichts vergessen wird.

G-Pulse Redaktion: Was macht Ihren Job für Sie so besonders?

Geyer: Ich mag meinen Beruf, da jeder Tag anders ist. Der Bereich entwickelt sich stetig weiter und ich lerne dazu. Auch ist man in Kontakt mit Menschen und es ist schön zu sehen, wenn man ein Projekt zusammen entwickelt und dann erfolgreich umsetzt. Nach wie vor finde ich es faszinierend, wenn verschiedene Bereiche aufeinandertreffen und ich diese in meinem Berufsalltag zusammenbringe – zum Beispiel Technik und Architektur.

gira neuheiten
Heimkino für Ihr Zuhause
Gira DALI-Gateway

G-Pulse Redaktion: Ihre Projekte lassen vermuten, dass der Gira HomeServer zu Ihren bevorzugten Gira Produkten zählt. Haben Sie einen weiteren Favoriten? Wenn ja, was ist das Besondere daran?

Geyer: Das stimmt – ich habe den Gira HomeServer in vielen Projekten integriert, weil ich von seiner Qualität und von den Funktionen überzeugt bin. Besonders spannend fand ich daher, dass auf der diesjährigen Light + Building neue Updates für den HomeServer angekündigt wurden. Ich freue mich schon darauf, die freie und individuelle Visualisierung zu testen. Diese bietet nun die Möglichkeit den bewährten Quatclient mit individuellen Seiten zu kombinieren. Auch direkte Aufrufe von Funktionen die aus Fremdprogrammen stammen sind nun möglich.

Ein weiteres Produkt aus dem Gira Sortiment, der mir sehr gefällt ist die flachbündige Variante aus dem Schalterprogramm Gira E2. Diese kommt auch bei meinen Kunden aufgrund des reduzierten, aber doch eleganten Designs immer gut an. Zu meinen weiteren Favoriten zählt aber auch der Gira G1, da sich hiermit alle Funktionen im vernetzten Zuhause leicht und komfortabel steuern lassen und das Gira DALI-Gateway. Es handelt sich bei diesem Produkt um einen herstellerübergreifenden Standard zur Beleuchtungssteuerung in Gebäuden – vor allem für größere Objekte wie Büros oder Hotels.

Meine Favoritenliste könnte aber schon bald erweitert werden.

Auf dem Gira Stand der Light+ Building habe ich mit Begeisterung das neue Schalterprogramm Gira Studio entdeckt. Ich kann mir vorstellen, dass das in ausgewählten Wohnprojekten zum absoluten Hingucker an der Wand werden kann.

G-Pulse Redaktion: Sie haben viele der Gira Referenzobjekte umgesetzt. Welches war Ihr Lieblingsprojekt und weshalb?

Geyer: Oh, da muss ich einen Moment überlegen. Ein Projekt, das mir besonders Spaß gemacht hat, mich aber zugleich gefordert hat, war ein Wohnbau in Thüringen. Mir hat gefallen, dass die Bauherren genau wussten, was sie wollten. Es handelte sich um technikaffine Bauherren, die viel Wert auf die Symbiose von Natur und Hightech gelegt haben. Die Herausforderung war die Anforderug, dass das Gebäude sich autark mit Energie versorgen und die überschüssige Energie ins Netz gespeist werden sollte. Das wurde mittels einer Photovoltaikanlage realisiert. Die Energie, die nicht sofort im hauseigenen Netz verbraucht werden kann, fließt in angeschlossene Hochleistungsbatterien. Nachts wird dann zuerst der Strom von den Batterien verbraucht und erst, wenn dieser aufgebraucht ist, wird Strom von extern bezogen. Übrigens: Auch in diesem Projekt wurde KNX verwendet und der Gira HomeServer integriert. Sie sehen, ein Produkt, das ich tatsächlich in vielen meiner Objekte unterbringe.

Gira Homeserver

G-Pulse Redaktion: Herr Geyer, Sie sind nicht nur System-Integrator, sondern neuerdings auch Autor: Sie haben ein Buch geschrieben. Wie entstand die Idee und worum geht es darin?

Geyer: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Autor werde. Aber der VDE Verlag kam auf mich zu mit dem Vorschlag, ein Buch zu schreiben. Und ich dachte mir, warum soll ich mein Wissen, das ich jahrelang erworben habe und in meiner Arbeit praktisch anwende, nicht teilen. Das Buch ist eine Art Ratgeber und soll bei der Planung von Installationen unterstützen. Ich gehe in meinem Buch auf häufige Fehler in der Konzeption ein und gebe wertvolle Tipps im Umgang mit der KNX Technik.

G-Pulse Redaktion: Nutzen Sie auch in Ihrem eigenen Zuhause smarte Technik?

Geyer: Ja, natürlich. Ich muss ja schließlich wissen, was ich Bauherren empfehle. In meinem Haus habe ich auch ein KNX System.

Und Sie können sich wahrscheinlich denken, welches Produkt ich auch zu Hause habe: den Gira HomeServer.

G-Pulse Redaktion: Was meinen Sie, welche Trends sind im Bereich Smart Home abzusehen?

Geyer: Dieser Bereich entwickelt sich in den letzten Jahren so schnell weiter, aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und neuer Entwicklungen. Ich kann mir vorstellen, dass einer der nächsten großen Fortschritte und auch Trends sein wird, dass sich ein Algorithmus individuell auf den Kunden einstellen wird. Das System wird dann auch erkennen, wer zu Hause ist und selbst dazulernen. Spannend, oder? Ich bin jedenfalls sehr neugierig, was uns in den nächsten Jahren noch erwarten wird.

G-Pulse Redaktion: Herr Geyer, vielen Dank für das interessante Gespräch und die Einblicke in Ihre Arbeit.

Haben Sie bereits mit einem System-Integrator zusammengearbeitet? Einen Experten für eine Beratung in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Automatisierung G-Pulse Interviews Gebäudetechnik Smart Home

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