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Kabel vs. Funk

Der Wunsch nach Veränderung

Thomas plant einen Hausbau. Es soll ein Eigenheim für ihn und seine Familie werden, mit ausreichend Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder und einen Hund. Und „smart“ sollte es sein, also eine energieeffiziente Steuerung von elektrischem Verbrauch beinhalten. Thomas und seine Frau möchten ressourcenschonend Energie verbrauchen, um sich und vor allen den Kindern eine grüne Zukunft zu sichern. Leider fehlt es ihnen hierfür an technischem Know-how.

Bei Kai zeichneten sich hingegen schon früh eine Begeisterung, Geschick und Experimentierfreude für technische Bastelarbeiten ab. Lego-Roboter aus Kindertagen stehen noch heute im Regal seines einstigen Kinderzimmers. Mittlerweile wohnt Kai eher studentisch auf gerade mal 35 Quadratmetern. Doch auch er interessiert sich für zukunftsorientiertes Wohnen. Eigenständiges Planen und Einrichten machen ihm Freude und vor technischen Herausforderungen scheut er sich nicht.

Maria hat gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten eine kleine historische Stadtvilla gekauft. Neben dem gemeinsamen Wohnraum sollen hier für den Zahnarzt Praxisräume und für die Künstlerin ein Atelier entstehen. Maria reizt der Gedanke die Grundsanierung des alten Gemäuers zu nutzen, um zumindest in den Arbeitsräumen ein innovatives Beleuchtungskonzept umzusetzen, doch ihr Lebensgefährte ist skeptisch, ob sich der Aufwand wirklich lohnt.

Drei unterschiedliche Smart-Home-Lösungen

Vielfältiger als die Interessen, Bedürfnisse und Lebensumstände unterschiedlicher Personen kann intelligente Gebäudetechnik kaum sein. Dennoch ist eine individuelle Realisierung derart möglich, dass Thomas, Kai und Maria „ihr“ Smart-Home-System wohl nur äußerst ungerne mit einem der anderen tauschen würden. Denn was für den einen die Entscheidung für ein smartes Raumkonzept maßgeblich beeinflusst, muss für den anderen noch lange keinen gewinnbringenden Aspekt darstellen.

Für jede Lebenslage die richtige Lösung

Kabel oder Funk?

So verhält es sich beispielsweise bei einer der grundlegendsten Entscheidungen: Kabel oder Funk? Auflistungen, in denen Eigenschaften der entsprechenden Systeme streng als Vor- oder Nachteil klassifiziert werden, finden sich zur Genüge. Zeit, sich die Argumentation aus einer anderen Perspektive anzuschauen.

Der Familienvater:

Beispielsweise aus der Sicht von Thomas: Mit einem Säugling auf dem Arm und einem Dreijährigen am Hosenzipfel möchte er sich nicht darum kümmern müssen, dass im Raumtemperatur-Sensor die Batterie ausgetauscht werden muss oder die Reichweite zwischen Funk-Controller und Schaltaktoren im Kinderzimmer unterm Dach doch nicht ganz auszureichen scheint. Zuverlässig, schnell und vor allem automatisiert soll die Steuerung auf Umweltbedingungen reagieren und dabei eigene Bedürfnisse und tägliche Routinen berücksichtigen. Die Familie entscheidet sich für ein kabelgebundenes System und Bus-Leitungen, die den offenen Standard KNX unterstützen, so dass herstellerunabhängig Geräte ausgewählt und vernetzt werden können. Planung und Umsetzung übernimmt ein System-Integrator.

Der Bastler:

Ganz anders bei Kai: Als Bastler möchte er selbst ans Werk. Sein System soll mit geringem Startkapital realisierbar und flexibel erweiterbar sein. Da Kai zur Miete wohnt, kommen aufwendige Baumaßnahmen für ihn nicht in Frage. Er entscheidet sich für eine Funklösung für verschiedene Geräte und Anwendungen. Die einzelnen Komponenten kann er eigenständig platzieren und bei einem Umzug ohne großen Aufwand abbauen und mitnehmen.

Das Paar:

Und Maria? Sie konnte ihren Lebensgefährten überzeugen zumindest Lichtquellen und Jalousien im Erdgeschoss an Bus-Kabel anzubinden und Helligkeitssensoren und Dimmaktoren zu integrieren. So steht der Ambiente-Beleuchtung im Wartezimmer und einem gezielten Lichteinsatz im Atelier nichts mehr im Wege. Weil auch die neuen Leitungen in der alten Stadtvilla standardisierte Übertragungsprotokolle unterstützen, kann das Obergeschoss nachträglich mit Funk-Komponenten nachgerüstet werden. Funk-Umsetzer verbinden ein Funk-Bussystem mit den verkabelten Komponenten im Erdgeschoss und ermöglichen es dem Zahnarzt die Jalousien über einen Funk-Sender schon vor Dienstbeginn hochzufahren, um potentiellen Patienten einen Einblick in die modernen Praxisräume zu gewähren. Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bis auch er auf den Smart Home Geschmack kommen wird.

Ob Familienvater, Bastler oder Paar: Haben Sie selber schon vor der Entscheidung gestanden, welches System es sein soll? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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