So wird der Lebensraum von morgen gestaltet

Nach der imm cologne im Januar ist die interzum die zweite wichtigste Messe im Einrichtungssegment, die in Köln stattfindet – und sie hat auch in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. 1.732 Aussteller aus 60 Ländern präsentierten ihre Innovationen und neuen Entwicklungen und rund 69.000 Besucher kamen, um diese zu entdecken und sich von den Trends für die künftige Gestaltung der Lebenswelten inspirieren zu lassen. Dabei standen neue Gestaltungsansätze und künftiges Design ebenso im Fokus wie Materialien und Technologien. Ein Eventprogramm und Sonderausstellungen rundeten das Angebot ab und gaben Einblicke in Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Mobilität.

Nachhaltige und natürliche Materialien liegen weiterhin im Trend

Bereits auf der imm konnte man den Trend zu mehr Natürlichkeit im eigenen Zuhause spüren. Natürliche und nachhaltige Materialien sind gefragter denn je und lassen Wohnraum- und Produktgestalter Design immer wieder neu interpretieren: Experimentelle Werkstoffe werden entwickelt und mit innovativen Re- und Upcycling-Konzepten neue Maßstäbe gesetzt. Auf der diesjährigen interzum gab es zu diesem Thema die Sonderausstellung Circular Thinking

Zusammengestellt wurden die Exponate von dem Materialexperten Dr. Sascha Peters und seiner Berliner Zukunftsagentur Haute Innovation.  Die Ausstellungsstücke zeigen, welches Potenzial Wiederverwertung von Werkstoffen bietet und wie Biofabrikation zur Gestaltung von Design eingesetzt werden kann. Dazu zählt beispielsweise der Flax Chair der niederländischen Designerin Christien Meindertsma. Gemeinsam mit dem Naturfaserspezialisten Enkev entwickelte sie ein ökologisches Sitzmöbel aus Flachs und dem Biokunststoff Polymilchsäure (PLA). 

Die Wiederverwendung (Recycling) und Aufwertung gebrauchter Materialien (Upcycling) haben sich zum eigenen Stilmittel im sogenannten Green Design entwickelt. Das ökologische Verantwortungsbewusstsein, die nachhaltigen Gestaltungs- und Design-Konzepte sowie der sparsame Ressourcen-Einsatz bringen neue und nachhaltige Materialien hervor. „Der Umgang mit vorhandenen Ressourcen und die Umstellung industrieller Produktion auf geschlossene Werkstoffkreisläufe werden die industriellen Gesellschaften im nächsten Jahrzehnt beschäftigen", erklärt auch Peters. Anknüpfend an diesen Trend präsentierte der Messebereich Materials and Nature neue Werkstoffe, Oberflächen und Verfahren zur Verarbeitung vor. 

Impressionen der interzum 2017

Quelle: Koelnmesse Neuemedien/YouTube

Die Lebenswelten von morgen: individuell vielfältig

Unsere Lebensstile sind vielfältig – Mobilität, Flexibilität und Digitalisierung prägen unseren Alltag. Globale Trends erreichen uns und auch der demographische Wandel zeigt seine Auswirkung. Mit dem Wandel der Lebensformen ändert sich auch der Wohnraum und die Einrichtung. Gefragt ist Individualität.
Die Austeller ließen sich von den unterschiedlichen Lebensstilen inspirieren und beschäftigen sich mit dem passenden Design für Möbel und Räume. Daraus ergibt sich ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit und innovativem Design. Unternehmen wie der Oberflächenspezialist Schattdecor haben die aktuellen Lifestyle-Trends in einem Trendbuch definiert, die Einfluss auf die Entwicklungen im Interior Design und Dekor haben werden. Im Wesentlichen werden vier Trends hervorgehoben: Micro Housing, zur Erschließung von neuem Wohnraum; Smart Home, zur Digitalisierung des privaten Raums für mehr Sicherheit und Komfort; Community Zone, um die vielfältige Lebensstile unter einem Dach zusammenzubringen und Ageless Living, um auch Älteren, ihren Lebensstil im eigenen Heim so lange wie möglich zu ermöglichen

Diese sogenannten „Multidimesional Lifestyles“ wurden auch auf dem Messestand dargestellt – jeder Lebensstil mit entsprechender Einrichtung in einem eigenem Raum.

Renolit hingegen, führender Hersteller von Kunststoff-Folien, fasste zukünftige Trends unter dem Wunsch nach mehr Authentizität zusammen und erklärte, wie daraus resultierende Stimmungen und Bedürfnisse Farbtrends beeinflussen. Beispielsweise der Wunsch nach mehr Natürlichkeit im eigenen Zuhause wird in der Verwendung von Grün- und Blautönen deutlich sowie das Bedürfnis nach Entschleunigung im Alltag sich in schlichtem, aber elegantem Interior Design widerspiegelt. Dezente Grautöne, helle Hölzer und Betonoptiken sollen Ausgeglichenheit und Ruhe in den vier Wänden ausstrahlen.

Die Trends der interzum 2017

Mehr als smart: moderne und flexible Einrichtung

Auch den Trend zu „wandlungsfähiger und smarter Einrichtung“ zeigte sich bei vielen Ausstellern – denn die Nachfrage nach multifunktionalen Möbelstücken steigt stetig. Sie erhöhen den Wohnkomfort auch bei wenig Platz und erlauben es vorhandenen Raum optimal zu nutzen.
Dass smart aber nicht immer nur praktisch, sondern auch gesund heißen kann, zeigt das Smart-Office-Konzept von Kesseböhmer.  

Neu im Angebot ist eine Arbeitsplatzlösung bei der die Ergonomie von Tisch, Stuhl und Beleuchtung perfekt aufeinander abgestimmt ist – auf Basis des individuellen Nutzerprofils und einfach steuerbar per App. 

Die interzum gilt als wichtiges Branchenevent. Die vorgestellten technischen Neuheiten und Materialinnovationen ziehen nicht nur Produzenten und Zulieferer an, sondern auch Architekten, Designer und Ingenieure. Hier werden bedeutsame Zukunftsthemen diskutiert und neue Impulse für die Einrichtung von morgen gesetzt. Die nächste interzum findet vom 21. bis 24. Mai 2019 statt. 

Welche Trends werden Ihrer Meinung nach unseren künftigen Lebensraum prägen? Wir freuen uns auf Ihre Meinung!

Innovation Nachhaltigkeit Wohnkomfort

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