Modernes Produktdesign: smarte Technik und elegante Optik

G-Pulse Redaktion: Herr Gediger, Sie sind Produktdesigner bei Gira. Was zeichnet Ihren Beruf aus?

Gediger: Beim Thema Design kommt meist zuerst der Gedanke an Ästhetik auf. Das ist natürlich auch immer ein bestimmender Aspekt für die Arbeit des Gestalters am zukünftigen Produkt. Neben der Ästhetik geht es aber auch um technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Ein Produkt soll ja nicht nur schön sein, sondern auch gut funktionieren. Selbstverständlich muss es auch für die jeweilige Zielgruppe bezahlbar sein, wenn es zum Erfolg werden soll. Ziel ist es, bei jedem Produkt neben einem attraktiven Äußeren, mit dem Design eine ideale Balance zwischen diesen Teilaspekten zu erreichen.

G-Pulse Redaktion: Sie waren zuletzt an der Entwicklung des Gira Systems 106 beteiligt. Was war das Besondere daran?

Gediger: Dass ich an der Entwicklung des Systems 106 beteiligt war, ist richtig. Ich war bei Gira Mitglied eines interdisziplinären Teams, das sich mit der Konzeptionierung des Produkts bzw. des Sortiments beschäftigt hat. Im Falle von System 106 war ich allerdings nicht in der Rolle des Gestalters involviert. Das Design für das Gira System 106 stammt von Tesseraux und Partner – das ist mir wichtig, an dieser Stelle zu erwähnen. Konzept und Entwurf bekamen bei uns im Haus schon sehr früh großen Zuspruch und haben echte Begeisterung ausgelöst. Und es ist schön zu sehen, wenn so ein Thema in die Umsetzung geht.

Produktdesigner Frank Gediger. Quelle: Gira

G-Pulse Redaktion: Wie kam es zu diesem Produkt? Gab es eine Ursprungsidee?

Gediger: Die Ursprungsidee war es, ein hochwertiges, flexibles und modulares System für die Türkommunikation im Außenbereich herzustellen – darum ging es von Anfang an. Wie genau das zu realisieren sein könnte, haben wir im Anschluss erst erarbeitet.

G-Pulse Redaktion: Inwiefern unterscheidet sich das System 106 zum Vorgängermodell und welche Vorteile bietet es?

Gediger: Ein Vorgängermodell im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Das System 106 nimmt in unserem Portfolio in der Summe seiner Eigenschaften eine eigenständige Rolle ein und ist eine wichtige Ergänzung des Sortiments. Nicht zuletzt bietet das System die Möglichkeit der Aufputzinstallation, was eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. In der Aufputzversion verringert sich der Installationsaufwand und gleichzeitig hat das System in dieser Variante keine Auswirkungen auf die Wärmedämmung des Gebäudes. Hochwertige Materialpaarungen wie zum Beispiel Edelstahl, Aluminium, Glas und Zinkdruckguss sorgen für ein langlebiges System. Es kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt funktional erweitert werden. Bei einer Umgestaltung des Eingangsbereich kann durch den Wechsel der Designfronten eine kostengünstige Anpassung vorgenommen werden, denn die funktionsfähige Elektronik muss nicht mitausgetauscht werden.

G-Pulse Redaktion: Für wen ist das System 106 die richtige Wahl?

Gediger: Wenn man ein Gebäude mit Türkommunikation ausstatten möchte, ist aktuell vom Einsatz im Einfamilienhaus mit einer Partei bis zum Mehrfamilienhaus mit bis zu 17 Parteien alles möglich. Durch seine Modularität ist das System 106 so flexibel, dass sich eher die Frage stellt: Wann ist es nicht die richtige Wahl?

G-Pulse Redaktion: Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklungen im Bereich  Smart Home?

Gediger: Gira war einer der Pioniere im Bereich Smart Home, da es als eines der führenden Unternehmen der elektrischen Installationstechnik - gemeinsam mit Berker, Jung, Merten und Siemens - 1990 den heutigen Weltstandard KNX im Rahmen der EIBA gegründet und somit den Grundstein für intelligente Gebäude gelegt hat. Damals sprach man natürlich noch nicht von Smart Home, sondern von Haus- oder Gebäudeautomation, wobei die zugrundeliegenden Gedanken die gleichen sind. Anfänglich war es meist ein Thema für einen relativ kleinen Kreis von sehr technikaffinen Menschen. Smart Home ist ein Thema, das sich aber in den letzten Jahren sehr in die Breite entwickelt hat. Nicht zuletzt durch die Entwicklungen bei mobilen Endgeräten und deren Möglichkeiten ist das Thema Smart Home in der letzten Zeit stärker in die Wahrnehmung der Menschen gerückt. Dadurch haben sich Rahmenbedingungen geändert; das Umfeld ist innovativ und es gibt einige neue Wettbewerber. Was uns als Hersteller freut ist, dass sich mehr Menschen für das Thema Smart Home interessieren und sich hieraus neue Chancen ergeben.

Das Design des neuen Gira Systems 106

G-Pulse Redaktion: Das Thema Nachhaltigkeit hat im Unternehmen Gira einen hohen Stellenwert. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Bereich Produktentwicklung und wie wurde es im Speziellen bei der Entwicklung des Systems 106 berücksichtigt?

Gediger: Bei der Konzeptionierung war uns wichtig, dass die Abdeckungen der Module wechselbar sind. Das ist insbesondere für den Kunden von Vorteil. Ist eine Abdeckung beispielsweise durch Vandalismus beschädigt, kann lediglich die Abdeckung getauscht werden. Das Modul mit der Elektronik kann weiterverwendet werden. Das spart Kosten und verhindert, dass voll funktionsfähige Anteile der wertvollen Module vorzeitig und grundlos entsorgt werden müssen.

G-Pulse Redaktion: Welches Gefühl ist es, künftig das eigene Produkt an Hauseingängen hängen zu sehen?

Gediger: Es ist immer schön, ein gelungenes Produkt, an dem man beteiligt war, fertig beim Kunden zu sehen. 

Ein gutes Gefühl stellt sich bei mir außerdem ein, wenn das Serienprodukt in seinen Kernmerkmalen und seiner Ästhetik dem entspricht, was in der Entwurfsphase mal die Vorstellung war. Wenn so ein Produkt dann in den Markt eingeführt wird, freut es mich sehr, dass es nicht mehr nur Projekt ist, sondern real bei Menschen zu Hause hängt und von Nutzen ist. Bei aller Freude am Entstehungsprozess ist ja das die Sache, um die es letztlich geht.

G-Pulse Redaktion: Welches Projekt steht bei Ihnen als nächstes an?

Gediger: Wir arbeiten parallel an etlichen Produktideen. Einige stehen kurz vor der Umsetzung und ich habe ein gutes Gefühl, dass diese bei unseren Kunden gut ankommen werden. Gern würde ich die Spannung noch etwas aufrecht erhalten und werde deshalb an dieser Stelle noch nichts hierüber verraten.

G-Pulse Redaktion: Wir sind gespannt und bedanken uns für das interessante Gespräch.

Wie gefällt Ihnen das neue Gira System 106? Überzeugen Sie Design und Funktionalität? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

G-Pulse Interviews Gebäudetechnik Nachhaltigkeit bei Gira Smart Home Türsprechanlage

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