Interview: So herausfordernd war die Kernsanierung eines alten Zechenhauses

Ursprünglich gehörte das alte Zechenhaus in Waltrop, Nordrhein-Westfalen, den Großeltern von Thomas Kästner. Nachdem das Häuschen eine Weile leer stand, hat Kästner es mit viel Arbeit und der Hilfe von Freunden und Familie in den letzten zwei Jahren zu einem zukunftssicheren Zuhause umgebaut. Dabei hatte er mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen.

Den Weg zu seinem smarten Zechenhaus hat er auf Instagram in einem Bautagebuch unter @zechenhaus dokumentiert. Wir haben mit ihm über sein spannendes Projekt gesprochen. Im Interview erzählt er von den Hintergründen, den umfangreichen Baumaßnahmen und den Hürden eines solchen Projekts.

Kernsaniertes Zeichenaus
Vorher- und Nachher-Ansicht einer Kernsanierung

G-Pulse Redaktion: Herr Kästner, der Umbau eines 50er-Jahre-Zechenhauses zum smarten Eigenheim ist ein großes Wagnis. Erzählen Sie uns von dem Projekt. Wie kam es dazu?

Herr Kästner: Das Haus ist schon mein ganzes Leben im Familienbesitz und wurde zuletzt von meiner Oma bewohnt. Als kleiner Junger war es immer ein Abenteuer bei meinen Großeltern zu übernachten und „Urlaub“ zu machen. Zuletzt verstarb jedoch sehr unangekündigt meine Oma im Jahr 2016 und das kleine Zechenhaus stand erstmal leer.

In der gleichen Zeit wurde der Mietvertrag meiner damaligen Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt und der Immobilienmarkt war zu der Zeit schon sehr mau. Als Jugendlicher hatte ich eigentlich einen anderen Traum von einem Eigenheim: Etwas Modernes, Neues – vielleicht sogar Freistehendes – sollte es sein. Das ein oder andere Mal habe ich mein Glück bei Zwangsversteigerungen versucht, um zu moderaten Preisen meine Pläne zu realisieren, leider jedoch erfolglos. So entschloss ich mich erstmal in das kleine Zechenhaus einzuziehen.

 

Es wurde etwas renoviert, tapeziert und gestrichen und war dann für zwei Jahre mein neues Zuhause. Zu der Zeit war ich selbst noch Bergmann vor Kohle, da passte das Zechenhaus in die Tradition und wurde liebgewonnen.

G-Pulse Redaktion: Welche Veränderung hatten Sie für Ihr neues Zuhause geplant?

Herr Kästner: Ich glaube die Antwort hätte im Detail kein Ende. Es wurde bis auf wenige Grundmauern alles komplett umgebaut und erneuert. Dazu gehörten sämtliche Installationen sowie der Innenputz, die Fenster, der Dachstuhl und die Dacheindeckung. Die Außenfassade sowie der Keller wurden neu gedämmt und letzterer zusätzlich ausgebaut. Auch den Wohnraum haben wir vergrößert – von 67 auf knapp 150 Quadratmeter. In Richtung Norden, Osten und Süden haben wir zusätzlich angebaut. Auch der Bodenbelag samt Estrich ist rausgeflogen. Dafür ist eine Fußbodenheizung eingezogen. Der Eingangsbereich wurde ebenfalls verlegt. Ich könnte ewig so weitermachen. Eine richtige Kernsanierung also.

„Mein Vater – als sehr geschickter Handwerker – plante mit mir und es kamen fast täglich neue Ideen hinzu. So manche wurde erfolgreich vom Bauamt abgeschmettert.“

Aufgebrochene Wand während einer Kernsanierung

G-Pulse Redaktion: Welche dieser Maßnahmen war am Ende für Sie die größte Herausforderung?

Herr Kästner: Jede Maßnahme war eine besondere Herausforderung, da wir uns das Wissen oftmals erst aneignen mussten. Zu den komplexesten Themen zählte die Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation, welche ohne fremde Hilfe so nicht hätten umgesetzt werden können.

G-Pulse Redaktion: Im Rahmen der Modernisierung war auch die Ausstattung mit moderner Technik geplant. Welche Produkte sind eingezogen?

Herr Kästner: Im Elektrobereich war es ein komplettes Bussystem. Dies umfasst die Lichtsteuerung mit Bewegungsmeldern, die Jalousiesteuerung nach Dämmerung und die Außenbeleuchtung. Das Heizungsprogramm bemerkt zum Beispiel, wenn jemand im Haus ist. Auch moderne Kommunikationstechnik haben wir eingeplant: Als Türsprechanlage haben wir das Gira System 106 installiert, sodass Bild und Ton auf mobile Endgeräte übertragen werden können. Und vieles, vieles mehr.

Gira System 106 +

Moderne Türkommunikation mit dem Gira System 106

Außen Design, innen Hightech: Mit dem modularen Gira System 106 können Sie Ihre Türsprechanlage ganz individuell zusammenstellen.

Die Türsprechanlage Gira System 106 überzeugt mit modernem Design und smarter Technik. Quelle: Gira

G-Pulse Redaktion: Hatten Sie bereits Erfahrungen mit Smart-Home-Technik?

Herr Kästner: Nein, für mich waren das die ersten Berührungspunkte. Aber über die Monate hinweg hatte ich viel Zeit zu probieren und mich schlau zu machen. Auch hier nutzte ich für diverse Fragen Instagram und Youtube als Wissenspool. Es gibt dort sehr gute Smart-Home-Kanäle.

G-Pulse Redaktion: Warum haben Sie sich für Gira entschieden?

Herr Kästner: Gira steht für mich schon immer für Qualität und Zuverlässigkeit. Zudem wollte ich bei der Installation nicht alles Querbeet mischen und bei möglichst wenigen Herstellern bleiben. Gira ist im KNX Sektor sehr breit aufgestellt und bietet uns die Möglichkeit, für die meisten Wünsche das entsprechende Produkt zu finden.

Gira Bewegungsmelder +

Gira Bewegungsmelder zur smarten Lichtsteuerung

Der Gira Bewegungsmelder schaltet für Sie das Licht ein und aus und ist damit besonders praktisch für Flur, Treppenhaus, Keller oder die Garage.

Ebenfalls ins neue Zuhause eingezogen sind Bewegungsmelder und andere smarte Bedienelemente. Quelle: Thomas Kästner

G-Pulse Redaktion: Sie haben das gesamte Projekt auf Instagram begleitet. Wie kam es zu der Idee?

Herr Kästner: Wenn man aus dem Nichts was neu aufbaut, ist es schwer zu wissen, was man eigentlich möchte, wie etwas aussehen könnte und was es überhaupt gibt. Man braucht Inspiration. Meine Schwester Sabrina, „Bina“, hatte bereits vor Jahren einen Haus-, Bau- und Interior-Kanal auf Instagram, Home77. Sie hat mir geraten, ich solle mal dort schauen. „Total viele würden da posten, was sie derzeit bauen.“ Und so war es auch: Ich sah kreative Ideen, Dinge, die ich nachbauen konnte oder besser nicht machen sollte. Ein prima Erfahrungsaustausch und eine gar nicht so kleine Community, die sich rund um das Thema Bauen austauscht.

Die ersten eigenen Bilder ließen nicht lange auf sich warten und irgendwann wurde aus den wilden Zeiten mein kleines Bautagebuch. Der Fokus lag dabei nie darauf, Follower zu sammeln. Deshalb gibt es auch mal Tage, an denen ich keine Zeit habe, zu posten. Als jedoch die Tageszeitung und der WDR über unser Zechenhaus-Projekt und das, was man mit Familie und Freunden alles bewegen kann, berichtete, war das schon sehr schmeichelnd.

Für einen selbst ist das irgendwie nichts Besonderes. Man denkt: Ein Haus wie jedes andere – und da stehen in den Neubaugebieten ganz andere Paläste. Aber das Zechenhaus hat halt seine Geschichte. Eine, die ich als ehemaliger Bergmann gerne teile.

Dachgeschoss des kernsanierten Hauses
Dachgaube des kernsanierten Hauses

G-Pulse Redaktion: Man sieht auf den Bildern, dass die ganze Familie bei der Umsetzung mithilft. Wer hat Sie außerdem bei dem Projekt unterstützt?

Herr Kästner: Mein bester Freund ist selbständiger Dachdeckermeister und Inhaber der Dachdeckerei Gill, somit war der Dachstuhl und die Neueindeckung schon mal gesichert. Außerdem ist mein Onkel Bauunternehmer. Durch ihn haben wir immer einen Experten an unserer Seite, falls es mal kniffelig wird – zum Beispiel in Sachen Statik – und die Möglichkeit auf Baumaschinen zu zugreifen.

Für die Programmierung haben wir einen Elektrobetrieb mit im Boot.

G-Pulse Redaktion: Seit wann wohnen Sie nun im neuen alten Haus?

Herr Kästner: Wir, meine Freundin und ich, sind für den Umbau im Juli 2019 ausgezogen und konnten Mitte März 2021 wieder einziehen.

G-Pulse Redaktion: Herr Kästner, wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview. Es war sehr spannend, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir hoffen, Sie haben viel Freude in Ihrem neuen alten Zuhause.

Was sagen Sie zu dem Mammut-Projekt von Thomas Kästner? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Bauen mit Gira G-Pulse Interviews Sanierung
Kommentare

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren