Arbeiten von zu Hause: Inspiration & Tipps von Interior-Expertin Luisa Reichert

Luisa hatte schon immer ein Faible für Design und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Zusammen mit ihrem Freund und Dackel Wilma lebt sie vor den Toren Frankfurts, in Königstein im Taunus. Unter How Luisa lives berät sie individuell und erstellt Interior-Konzepte ganz nach den eigenen Vorstellungen.

Außerdem bietet sie Einrichtungs-Workshops an, die dabei helfen, mit Kreativität, nützlichen Tools und Tipps die eigenen vier Wände selbst umzugestalten. Zurzeit erreichen sie vor allem viele Anfrage zum Thema Arbeiten zu Hause und wie man sich ideal einrichtet. Im Gespräch hat sie uns mitgeteilt, wie ihr eigener Arbeitsalltag aussieht und welche Tipps sie ihren Kunden gibt.

Luisa Reichtert verrät uns im Interview Ihre Tipps fürs Home-Office

G-Pulse Redaktion: Luisa, Du bist Einrichtungsberaterin – Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus?

Luisa: Ehrlicherweise gibt es bei mir gar keinen typischen Arbeitsalltag – wichtig ist mir, dass ich früh aufstehe, um bereits morgens möglichst viel Zeit zu haben und den Tag bestmöglich zu nutzen. Meine goldene Regel ist immer „Was bis neun Uhr erledigt ist, hat man schon vor dem eigentlichen Arbeitstag geschafft.“ Ich weiß, das Credo klingt ein bisschen verrückt. Je nach Tag habe ich dann Telefonate oder Video-Calls mit meinen Kunden oder beantworte Mails, um neue Vorhaben oder fertiggestellte Interior-Konzepte mit ihnen zu besprechen. Dabei nehme ich auch meine Instagram Follower auf @how.luisa.lives mit. Es freut mich so, einen Einblick in meinen Arbeitsalltag zu geben und natürlich auch Interior-Tipps zu teilen. Alles in allem mag ich es sehr, dass bei mir nicht jeder Tag gleich ist – einer der Gründe, weswegen ich meinen Job so liebe.

G-Pulse Redaktion: Wie beeinflusst die aktuelle Situation Deinen Arbeitsalltag?

Luisa: Zum Glück eigentlich kaum. Ich hatte schon immer Kunden in ganz Deutschland, weshalb viele meiner Beratungen digital stattfinden und nicht wie man vielleicht annehmen würde direkt vor Ort. Bei meinen Kunden im Rhein-Main-Gebiet schaue ich natürlich meistens persönlich vorbei und genau das vermisse ich derzeit schon etwas. Stoff- und Holzmuster oder kleine Accessoires, die ich normalerweise einfach schnell vorbeigebracht hätte, schicke ich nun per Post. Es freut mich, dass mir zurzeit viele Neukunden schreiben, weil sie merken, dass sie ihr Zuhause etwas verändern möchten. Gerade jetzt, wo man doch deutlich mehr zu Hause ist, hat man Lust auf Veränderung und es wird deutlicher, was einem schon länger in den vier Wänden gestört hat. So kann man diese verrückte Zeit doch für etwas Gutes nutzen.

Luisa Reichert von How Luisa lives zeigt uns ihre Wohnung.

G-Pulse Redaktion: Was hat Deine Leidenschaft für Interior Design entfacht?

Luisa: Wie wichtig ein wirklich schönes Zuhause ist, habe ich von klein auf von meiner Familie auf den Weg mitbekommen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mit etwa 13 oder 14 allein die Sofagarnitur für uns aussuchen durfte. Ich habe es geliebt, mir die Hochglanzkataloge der einzelnen Hersteller anzuschauen und war dabei besonders in die Stoffmusterbücher verliebt. Vor allem mein Vater hat mir dabei die Liebe zu klassischem Design vermittelt. Als Kind durfte ich – ganz vorsichtig – an seiner Braun Stereoanlage, designt von Dieter Rams, hantieren. Die Anlage hat bis heute einen ganz besonderen Wert für mich. Mit den Jahren war ich immer mehr in der Interior- und Designszene unterwegs, womit für mich immer klarer wurde, dass ich dort auch beruflich tätig sein möchte.

G-Pulse Redaktion: Kreatives Chaos oder strukturierte Ordnung – Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?

Luisa: Ich bin zu 100 Prozent Team „strukturierte Ordnung“. Ich werde verrückt, wenn ich Dinge nicht finde und habe daher für alles einen genauen Platz. Ich brauche zwar meine genaue Ordnung, allerdings variiere ich bei meinem Arbeitsplatz häufig. Des Öfteren habe ich versucht einen Schreibtisch und damit einen festen Arbeitsplatz für mich zu etablieren, aber ich „wandere beim Arbeiten gerne in der Wohnung umher“. Je nach Aufgaben oder auch Stimmung bearbeite ich beispielsweise die ersten Mails im Bett, arbeite auf dem Balkon, telefoniere vom Sofa aus oder arbeite eben doch klassisch am Schreibtisch. Ich brauche gerade bei kreativen Arbeiten die Freiheit, wo ich mich niederlasse und die Möglichkeit, den Platz zu wechseln.

How Luisa Lives setzt auf aufgeräumten Schreibtisch

G-Pulse Redaktion: Was hilft Dir, um konzentriert und produktiv zu bleiben?

Luisa: Ganz wichtig ist für mich, eine Struktur zu schaffen. Auch wenn ich vielleicht nicht immer an meinem Schreibtisch sitze, um zu arbeiten, habe ich meinen genauen Tagesablauf. Ich schreibe mir meine Aufgaben akribisch mit unterschiedlichen Prioritäten auf, damit ich morgens direkt weiß, was ansteht und abends auch zufrieden meinen Feierabend einläuten kann. So habe ich immer den Überblick und kann mir dann hin und wieder ein Päuschen gönnen, indem ich mittags einen Spaziergang mit meinem Dackel mache. Gerade die kurzen Auszeiten tagsüber in der Natur helfen mir ungemein danach konzentriert und produktiv sowie natürlich auch kreativ weiter zu arbeiten.

G-Pulse Redaktion: Welche Accessoires & Möbelstücke sind für Dich im Home-Office unverzichtbar?

Luisa: Es gibt grundsätzlich keine Liste an Dingen, Accessoires oder Möbelstücke, die ich unbedingt brauche im Home-Office.

 

Ich liebe es, dass ich in unserer Wohnung einige gemütliche Ecken habe, wo ich aber zugleich auch produktiv arbeiten kann. Immer dabei habe ich eine Glaskaraffe mit Zitrone und Minze und meinen Notizblock. Für Ideen und Einfälle, die mir zwischendurch kommen, muss ich dann doch schnell ein Blatt Papier zu Hand haben.

G-Pulse Redaktion: Wie stehst Du zu smarter Technik im Arbeitsalltag?

Luisa: Ich habe ja bereits „gestanden“, dass ich hin und wieder doch auf ein normales Papier zurückgreife, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich ein riesiger Fan von smarten Technologien bin. Ich freue mich, dass gerade jetzt so viele endlich den Mehrwert darin sehen. Egal, ob Video-Calls, Dokumente, die geteilt werden und vieles mehr – leider gehörte dies bei vielen nicht zum normalen Arbeitsalltag. Ich nutze die Zeit gerade auch, um für meine Kunden unterschiedliche Online-Beratungsansätze zu entwickeln.

 

Smarte Technologien gewinnen in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung - auch für Luisa und ihre Kunden.

G-Pulse Redaktion: Wie schaffst Du es zu Hause Privates und Berufliches zu trennen?

Luisa: Ich weiß, dass vielen diese Trennung sehr wichtig ist und darauf großen Wert legen – das ist ein sehr individuelles Thema. Bei mir hingegen ist der Übergang von Privatem und beruflichem eher fließend und für mich ist das völlig in Ordnung. Allein durch meinen Instagram Account lasse ich meinen Follower sowohl bei meinen privaten als auch den Interior-Projekten meiner Kunden teilhaben. Zudem nehme ich meine Follower bei meinen Reisen mit, die für mich als große Inspirationsquelle dienen. Passend zu der jeweiligen Destination zeige ich gerne unterschiedliche Interior-Konzepte. Ich liebe alles, was mit Interior und Design zu tun hat und habe daher meine private Leidenschaft zum Beruf gemacht.

G-Pulse Redaktion: Wie können Menschen auch mit kleinem Wohnraum einen abgetrennten Arbeitsplatz einrichten?

Luisa: Eine Thematik, zu der ich natürlich gerade momentan häufiger Fragen meiner Kunden erhalte. Vielen hilft hierbei schon ein ganz einfacher Trick. Nutzt man den Esstisch als Schreibtisch, sollte man seine Büro-Utensilien zu einer festen Uhrzeit an einen versteckten Ort verbannen und erst am nächsten Morgen wieder herausholen. So hat der Arbeitstag einen offiziellen Beginn und Ende.

Ansonsten denken viele nach wie vor, dass sich ein Arbeitsplatz durch eine Abtrennung mit einem Bücherregal schaffen lässt. Allerdings muss man hier beachten, dass ein Regal mitten im Raum dem Zimmer die Leichtigkeit und Luft nehmen kann. Ich empfehle meinen Kunden individuelle Regalsysteme, bei denen ein Sekretär direkt integriert ist. Durch einfaches Hochklappen einer Holzplatte in das Regal selbst, verschwindet der Arbeitsplatz wie von Geisterhand und lässt den Arbeitstag entspannt beenden. Das Design solcher Regale ist dezent und unaufdringlich, womit man nicht das Gefühl erhält, dass etwas „zugestellt“ ist.

Luisa Reichert von How Luisa Lives im Porträt

G-Pulse Redaktion: Zum Abschluss: Deine Profi-Tipps für Home-Office-Neulinge?

Luisa: Eine Struktur entwickeln, dabei aber nicht versuchen einen künstlichen Büroalltag zu schaffen. Für viele dauert es auch einen Moment, bis man sich mit der neuen Situation arrangiert hat und seinen eigenen Weg gefunden hat.

Mein Tipp ist, dass man dennoch morgens aufsteht und sich fertigmacht als müsse man ins Büro. Es muss natürlich kein Anzug oder Kostüm zu Hause sein, aber dieses feste Ritual ist sicher ein Schlüssel für eine erfolgreiche Home-Office-Zeit.

Ich persönlich glaube fest daran, dass man im Home-Office produktiver ist, als in einem normalen Büroumfeld und man vor allem auf wesentlich kreativere Ideen kommt. Jedoch nur, wenn man weiß, was zu tun ist und man sich dafür einen genauen Plan macht. So kann nichts mehr schiefgehen – ich wünsche eine Happy Home-Office-Time!

 

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch und Deine Tipps, Luisa.

Sie möchten Ihr Zuhause auch umgestalten und hätten von Luisa auch gerne Tipps zur individuellen Umsetzung? Sie können die Einrichtungsberaterin per Mail oder auch telefonisch erreichen. Wenn Sie Ihr Zuhause technisch nachrüsten möchten, dann hilft Ihnen der Gira Home Assistant bei der Planung. Das Online-Tool stellt Ihnen je nach Wohnsituation und Vorstellungen passende Produkte vor. Wie smarte Technik im Home-Office eingesetzt werden kann, erfahren Sie in dem Beitrag: Mit diesen 7 cleveren Gira Produkten im Home-Office durchstarten.

Wie schaffen Sie es Privates und Berufliches zu treffen? Haben Sie weitere Tipps zum Arbeiten im Home-Office? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

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