Stilsicheres Interior Design | Teil 1

Wohnen soll Spaß machen. Das gelingt vor allem, wenn das heimische Interior Design dem persönlichen Lifestyle und Lebensgefühl entspricht. So ist die passende Einrichtung nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch des individuellen Typs. 

Damit Sie sie beantworten können, verschaffen wir Ihnen einen Überblick zu den trendigsten Wohnstilen.

Industrial: edler Komfort und rauer Werkstattcharme

Quelle: String Furniture

Wo einst Funken sprühten, Schweiß floss und Öl die Arbeitsflächen verschmierte, hält heute gerne wohnliches Industrial Design Einzug. Vor allem in Lofts, ehemaligen Lager- und Fabrikhallen sind hohe Fenster und unverkleidete Decken ebenso unverkennbares Gestaltungsmittel wie die Baustoffe selbst: Freiliegendes Mauerwerk, Betonböden und Holzbalken, Rohrleitungen oder baumelnde Metallleuchten konstruieren ein Ambiente von unvollendeter Rauheit. 

Glatte Edelstahl-Schränke, Gusseisen-Stühle und nackte Glühbirnen unterstreichen den kühlen, aber ehrlichen Werkstattcharakter. So zeigt der Industrial-Wohnstil in seiner geradlinigen Funktionalität Kante. Ebenso wie das Mobiliar sind Dekor und Farbpalette vorzugsweise schlicht gehalten. Gerade wegen seiner Einfachheit ist das Interior Design aber auch so vielseitig: Vintage-Accessoires und warme Kupfertöne können den mechanischen Industriecharme veredeln, während rustikales Interieur die schroffe Fabrikatmosphäre eher unterstreicht. 

Urban Jungle: verwurzelt im Tropen-Wohnzimmer

Quelle: Robin Sprong

Bambus, Palmwedel und Kakadus zieren die Tapete, Blättermotive ranken auf dem Sofakissen und farbenfrohe Exoten blühen auf den Vorhängen: Das Tropen-Fieber beim Urban-Jungle-Trend ist ungezähmt. Zwischen rustikalem Holz-Interieur im Kolonialstil, hellen Rattan-Möbeln und Korkböden wuchert im kuschligen Vorzeige-Urwald natürlich möglichst viel botanisches Grün: Yucca-Palme, Efeu und Farne verpflanzen sich neben blühende Kakteen und Sukkulenten.

Damit der Urwald-Wohnstil nicht zur Dschungelprüfung wird, erfrischen sommerliche Leinen- oder Baumwoll-Textilien in Kombination mit hellen, erdigen Naturtönen das Tropen-Ambiente. Leinwandbilder im Safari-Look, Kissenprints mit Papageien oder Geparden-Muster auf der Bettwäsche setzen nach Belieben themenbewusste Akzente. 

Scandinavian Interior Design: Keep it simpel

Quelle: Pixabay

Wer sich skandinavisch einrichten möchte, denkt wohl zunächst an IKEA. Dabei ist dieser Wohnstil vor allem eine Hommage an das gelassene Gemüt der Nordeuropäer. „Keep it simpel“ lautet die allgegenwärtige Strategie bei der Einrichtung. Mit klaren Konturen, schlichtem Schick und natürlichen Materialien präsentiert sich skandinavisches Interior Design durchweg unkompliziert und eher untertrieben. Freundliches Weiß, Pastell- und Grautöne grundieren die aufgeräumte Komposition heller Massivholzmöbel aus Fichte, Birke oder Kiefer.

Kerzen, ein Kamin und großzügige Leuchten sorgen für die typisch „hyggelige“ Atmosphäre. Auch beim Dekor dominieren organische Texturen wie Leder und Leinen sowie naturnahe Motive auf flauschigen Decken und Kissen. Wer verspielte Highlights sucht, findet sie in Form von Glasvasen, floralem Porzellan und üppigen Blumenarrangements.     

Mid-Century Modern: ein Alleskönner mit stilprägenden Designklassikern

Quelle: Fritz Hansen

So bewährt wie zeitlos führt der Mid-Century-Look ganze Generationen zusammen. Mitte des 19. Jahrhunderts betonte der progressive Wohnstil die visuelle und funktionale Einfachheit der Einrichtung und brachte dabei unverkennbare Designklassiker wie den Egg Chair hervor. Puristisch elegantes Interieur platziert sich in großzügigen Räumen mit deckenhohen Fenstern, organische Formen runden die geradlinige Flächenkonzeption ab. Als pragmatischer Alleskönner zeigt sich der Wohnstil dennoch stets luftig und gemütlich: 

Natürliche Elemente wie Trägerbalken, Steinmauern sowie Möbel aus Edelstahl, Leder und Holz prägen das Bild. Kommoden, Schränke und Sessel thronen bevorzugt auf schlanken Füßen. Dazu gesellen sich typische Accessoires wie Zeitungsständer oder verchromte Leuchten aus schmalen Gestellen. Viele dieser Interior-Stücke aus den 50er und 60er Jahren werden noch heute (re-)produziert. So fühlen sich Retro-Fans im Mid-Century-Stil ebenso zu Hause, wie Anhänger von reduziert modernem Interior Design.  

Bohemian-Style: kreativer Wohnstil für Freidenker

Quelle: Verband der Deutschen Möbelindustrie / Norsuiteriors

Der Bohemian-Stil fängt den abenteuerlichen Geist des avantgardistischen Aufbruchs ein. Viel früher als die 60er-Jahre Hippies entflohen nämlich die englischen „Bohemians“ der bürgerlichen Tristesse und suchten das Unkonventionelle in einem exzentrischen, kreativen Lebensstil. Flohmarkt- und Vintage-Fundstücke sind für das üppige Interior Design geradezu ein Muss. Je abwechslungsreicher sich die farbenfrohen Möbel und Accessoires in der vornehmlich dunklen Farbumgebung zusammenpuzzeln, umso freizügiger entfalten sie ihren erfinderischen Charme. 

So sammeln sich voluminöse Sessel, bestickte Kissen und bemalte Karaffen neben schnörkeligen Perserteppichen, bunten Bildergalerien oder wuchtigen Bücherregalen. 

Bewusst wirkt der Bohemian-Wohnstil „ordentlich chaotisch“, oft auch improvisiert und selbstgemacht: Patchwork-Decken können mal eben ein muffeliges Sofa aufwerten und antike Koffer fungieren als Couchtisch. Kreatives Wohnen heißt eben vor allem: Erlaubt ist, was gefällt.   

Trotz aller Theorie fließen in der Umsetzung oft Elemente mehrerer Wohnstile zusammen und lassen sich ergänzen. Wer das Interior Design mit technischen Komponenten stilsicher abrunden möchte, kann sich vorab mit dem Gira Designkonfigurator ein virtuelles Bild machen. Denn fest steht: Der schönste Wohnstil ist noch immer der individuelle. 

Haben Sie Ihren Stil bereits wiedererkannt oder vermissen noch einen Interior-Look? Bis wir Ihnen im zweiten Teil unseres Wohnstil-ABCs weitere Interior-Typen vorstellen, lassen Sie uns doch gerne einen Kommentar da.

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