5 Trend-Highlights vom London Design Festival 2017

Nur keine falsche Bescheidenheit: more is more

Zurückhaltung war nicht unbedingt die Sache des London Design Festivals 2017. In einer erfrischenden Abkehr vom skandinavischen Minimalismus übertrumpfte sich das Interior Design in opulenten Showrooms mit farbenprächtigen Tapetenprints, auffälligen Vintage-Möbeln, schnörkligen Accessoires und edlem Samt-Dekor. Vor allem auf der Interior-Messe Decorex wurde eine Vielfalt an Materialien, Texturen und Mustern gezeigt, wobei viele der hochkarätigen Marken den Fokus auf die Wandgestaltung legten. So setzte zum Beispiel Orchid mit einem blühenden Wallpaper farbenfrohe Akzente zwischen das elegante Schwarz seiner Einrichtung. Bei Devon&Devon gediehen derweil exotische Früchte an der Wand, während das Leitmotiv bei Cole and Son orientalischer anmutete. Üppiges Dekor fand sich aber auch auf der Fachmesse 100% Design, wo zum Beispiel Mambo Unlimited Ideas gekonnt unterschiedliche Materialien, Stile und Formen in einer gemütlichen Wohnwelt vereinte.


Monochrom, aber nicht eintönig

Doch auch mit deutlich dezenteren Trends hinterließen die Austeller beim London Design Festival Eindruck. Dass monochromes Interior Design keinesfalls eintönig ist, zeigte zum Beispiel der britische Produktdesigner Lee Broom. In seinem Londoner Studio ließ er frühere Entwürfe als limitierte Neuauflage in einer immersiven Umgebung verschmelzen. Komplett in Schwarz und Kohlegrau inszenierte er seine Kollektion aus Sitzmöbeln, Accessoires und Leuchten im Art-Deco-Stil zu einer eindrucksvollen Kulisse, die er mit On Reflection in Szene setzte.

Ein ebenso atmosphärisches Pendant gestaltete der Designer Faye Toogood in Zusammenarbeit mit 50 Künstlern und Architekten bei der Ausstellung „The Trade Show“. Hier arrangierten sich Ton in Ton auf großflächigem Schauplatz cremefarbene Möbel, Stoffe und Accessoires vor hellen Wänden.


Vielfältig und mutig: die neuen Trends

London Design Festival im Zeichen der Nachhaltigkeit

Ein Evergreen unter den Design-Trends bleibt das Thema Nachhaltigkeit. Natürliche Materialien und naturbelassene Möbel waren auch beim London Design Festival gern gesehene Exponate. Beeindruckende Konzepte brachten vor allem die 30 internationalen Gestalter der Design Frontiers im Somerset House hervor. So experimentierten zum Beispiel die Designer Sebastian Cox und Ninela Ivanova bei ihrem Projekt Mycelium + Timber mit neuen Rohstoffen und Verarbeitungsmethoden. Dabei ließen sie aus zerkleinerten Holz und Baumpilzen neue, rustikale Lampenschirme „wachsen“. Währenddessen wich der Brunnen auf dem Hof des Somerset House einer technoiden Recyclinganlage. Die solarbetriebene Installation Trashpresso der Marke Pentatonic definiert das Upcycling neu: gefüttert mit Kunststoffabfällen soll die Maschine am Ende neue Möbel ausspucken. Nachhaltig prägend ist auch die Arbeit des Designers Jasper Morrison. ebenso.  
Dieser präsentierte nach einer Möbelkollektion für Vitra nun in Zusammenarbeit mit Jaime Hayon seine erste Modelinie Jijibaba beim London Design Festival.

Comeback der Klassiker

Nicht nur neue Produkte und Konzepte entpuppten sich als Trends des London Design Festivals, sondern auch einige alteingesessene Klassiker. So inszenierte beispielsweise Vitra die legendären Plastikstühle von Charles & Ray Eames aus dem Jahr 1950 zu einer spielerischen Komposition. In neuen Kombinationen, unzähligen Farben und Materialien spiegelte sich die Vielfalt der ikonischen Möbelstücke wider. Ein Comeback feierte auch der kühne Bold Oksen des Dänen Arne Jacobsen, den das Designer-Label Fritz Hansen neu aufleben ließ. Der „Bullen“-Stuhl mit markanter Silhouette war auch Gegenstand einer Podiumsdiskussion vor Ort, die sich mit der Bedeutung von Statussymbolen im Design befasste.

Trends, die bleiben: Nachhaltigkeit und Interior-Klassiker

London Wohnen auf kleinen Raum

Der Trend, auf kleinem Fuß zu leben und neue Gemeinschaftskonzepte zu entdecken, wird hinsichtlich knapper werdenden Wohnraums immer öfter zur Notwendigkeit. Auch beim London Design Festival fanden sich Lösungsansätze: nach dem luftigen Wohnkokon Breathe stellte die Architektur-Initiative MINI LIVING diesmal die modulare Installation Urban Cabin vor. Das containergroße Häuschen entstand in Zusammenarbeit mit dem britischen Architekten Sam Jacob und versteht sich als innovatives Wohnkonzept. Elegant erstrahlt die Kabine durch eine reflektierende Fassade aus Kupfergeflecht, von der die zwei geometrischen Wohnmodule, eine Gemeinschaftsküche und „Mikrobibliothek“ umhüllt sind. Nach dem London Design Festival will MINI LIVING seine „Urban Cabins“ in weitere Metropolen rund um den Globus exportieren. ebenso.  

Highlights am Wegesrand

Abseits dieser fünf Trends konnten wir beim London Design Festival noch unzählige weitere Produkt- und Markenneuheiten entdecken. Zum Beispiel stellte Skandium mit Townhouse eine limitierte Lampenkollektion von Louis Poulsen vor. Im Szeneviertel Shoreditch eröffnete das deutsche Designlabel Pulpo seinen ersten Shop, Boffi präsentierte die elegante Cove Kitchen nach Entwürfen der verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid und auf der Fachmesse 100% Design lud das Label Gufram mit seinen außergewöhnlichen Lounge-Sesseln Roxanne zum Pausieren ein.

Ob farbenfroh oder monochrom, nachhaltig oder exzentrisch, dekorativ oder praktisch – das London Design Festival ließ vor allem eines erkennen: den Trend zur Vielfalt.

Modernes Wohnen und neue Produkt-Highlights

Haben Sie Ihr Highlight beim London Design Festivals 2017 schon entdeckt? Schreiben Sie uns, welcher Trend Sie am meisten beeindruckt.

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