Read the English version

Das sind die Highlights des London Design Festivals 2018

Seit 2003 hat sich das London Design Festival als eines der weltweit wichtigsten Branchenevents etabliert: Über 400.000 Besucher besuchten das Festival 2017, darunter 24 Prozent auch aus dem Ausland. Auch in diesem Jahr ist das Programm und Angebot vielfältig und umfangreich: Über 450 Events und Veranstaltungen in unterschiedlichen Locations und Stadtvierteln finden vom 15. bis zum 23. September statt.

Wo fängt man an? Wir waren drei Tage lang für Sie auf Entdeckungstour in der Design-Metropole – angefangen bei einem der Hauptausstellungsorte, dem eindrucksvollen Victoria & Albert Museum, über zahlreiche so genannte „Design-Distrikte“ bis hin zur Messehalle Olympia London. Das sind unsere London Design Festival Highlights in diesem Jahr:

London Design Festival 2018: Interior, Architektur & Technik

Letzten Samstag fiel der Startschuss für das London Design Festival und somit auch für die angekündigten Installationen und Ausstellungen im V&A-Museum, die noch bis Sonntag besichtigt werden können. Eines unserer Highlights ist der Trinkbrunnen von Designer Michael Anastassiades. Die Initiative „The London Fountain Co." möchte dafür sorgen, dass ähnliche Brunnen künftig wieder häufiger auf öffentlichen Plätzen aufgestellt werden, um dem Gebrauch von Plastikflaschen entgegenzuwirken.

Ein weiterer Besuchermagnet ist eines der diesjährigen Landmark Projekte, das im Hinterhof des V&A-Museums steht. „MultiPly“ der Architekten Waugh Thistleton Architects beschäftigt sich gleich mit zwei großen Themen unserer Zeit: Dem nachhaltigen Bauen und dem Raummangel in Städten. Der Pavillon aus recycelbaren Holzpaneelen besteht aus einer labyrinthartigen Reihe miteinander verbundener Räume, die sich überschneiden und ineinander verschlingen. Es soll Besucher dazu anregen, bestehende Bauweisen neu zu überdenken und mehr auf die verwendeten Rohstoffe zu achten.

Design ist überall: Die ganze Stadt wird zum Schauplatz

In diesem Jahr gibt es zehn offizielle Design-Distrikte, die zur Ausstellungsfläche werden und den Besuchern vielfältige Attraktionen bieten – von der Vorführung neuer Produkte bis hin zu spannenden Installationen. Besonders gut gefallen hat uns das TalentLab von Made.com. Es handelt sich um eine Crowdfunding-Plattform, die jungen, bislang unbekannten Jungdesignern hilft, ihre Entwürfe umzusetzen.

Im Designstudio von Made.com können Besucher die vier Schritte von der Idee bis zur Herstellung des Produkts verfolgen. Auch im Trend-Viertel Shoreditch entdecken wir den liebevoll geführten und stylisch eingerichteten Interior-Laden W.A.Green, der die neuesten Produkte des deutschen Designlabels Pulpo ausstellt – darunter Kerzenhalter entworfen von Sebastian Herkner und gemusterte Teppiche.

Quelle: Mike Keelin / Colour / Vimeo

Design Biennale: States of Emotions

Die unabhängige stattfindete Design Biennale stellt parallel zum London Design Festival Werke von internationalen Designern aus 40 Ländern, Städten und Gebieten im Somerset House aus. Unter dem Motto „Emotional States“ beschäftigen sich die teilnehmenden Künstler mit der Frage, wie Design unser Gefühl beeinflusst und verändert – eine eindrucksvolle Ausstellung mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen und Interpretationen des Themas. Unsere drei Highlights:

1. Australien: Die Lichtinstallation „Full Spectrum“ des Künstlers Flynn Talbot, die in den Farben des Regenbogens erstrahlt, ist ein Zeichen der Liebe und zeigt die neue Offenheit des Landes, das nun gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt.

2. Vereinigte Arabische Emirate: Das Werk „Time is Subjective“ von Tinkah besteht aus sieben Reihen von sich bewegenden Sanduhren, die für den Entwicklungsprozess der einzelnen Emirate stehen. Ein weiterer Clou: Sand ist für diese Länder ein allgegenwärtiges Material.

3. Deutschland: Die Ausstellung „Pure Gold – Upcycling and its Emotional Touch“ zeigt die Werke von 30 Designern, die die Aufwertung von Müll durch kreatives Upcycling veranschaulichen und das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft schärfen.

Das Mekka für Design-Enthusiasten: 100 % Design in London

Neben den zahlreichen Ausstellungen, die im Rahmen des London Design Festivals stattfinden, erweitern auch mehrere Fachveranstaltungen das Programm – darunter auch die internationale Messe 100% Design, die jährlich zeitgenössisches Einrichtungsdesign präsentiert und als Gesprächs- und Präsentationsplattform für Architekten, Designer, Einzelhändler, Entwickler und führende Marken aus aller Welt dient.

Im ersten Live-Talk am Eröffnungstag, dem 19. September, diskutierte der Moderator, Designer und Herausgeber des London Design Guides Max Fraser zusammen mit den Architekten Thomas Heatherwick und Eliot Postma von Heatherwick Studio, John Hitchcox von Yoo und Trevor Morris von SPPARC die Zukunft und Vision für die Veranstaltungshalle Olympia London. Die Teilnehmer gaben spannende Einblicke in die Pläne zur Umgestaltung des Gebäudes und in die Zusammenarbeit. In Zukunft soll der Ort zu einem „Kultur Hub“ werden, das mehr öffentliche Bereiche und Grünfläche für die Gemeinde zur Verfügung stellt.

Quelle: 100% Design / Facebook

Besonders zwei junge Firmen sind uns beim Messebesuch aufgefallen, beide aus dem Bereich Innenausstattung. Die belgische Firma Kinetura stellt Leuchten her, die Lichtmodulation und physikalische Transformation kombinieren und so eine atmosphärische Stimmung erzeugen.

Auf den ersten Blick ist die Lichtgestaltung kaum erkennbar, erst bei genauerem Hinschauen entdecken wir, dass sich die Leuchten bewegen und sich dadurch der Lichteinfall verändert. Das folgende Video gibt einen genaueren Einblick:

Quelle: Oliver van Poucke / YouTube

Das zweite Unternehmen ist Small Rabbit Design, das Leuchten aus Papier produziert. Der Designer Stathis Lagoudakis erklärt uns am Stand, dass er für seine Produkte feste Technologiepapiere aus Japan und Deutschland verwendet, die reißfest, farbecht und wasserfest sind.

Die Leuchten eignen sich nicht primär als Hauptlichtquelle in einem Raum, erzeugen aber auch stimmungsvolles und atmosphärisches Licht, das den eigenen Bedürfnissen entsprechend in Intensität und Farbe angepasst werden kann.

Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design
Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design
Leuchten aus Papier von Small Rabbit Design

Welches unserer London Design Festival Highlights begeistert Sie am meisten? Oder waren Sie vielleicht selbst vor Ort und konnten sich Ihr eigenes Bild machen?

Design Events Innovation Lifestyle

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren

Auf dieser Seite wird der von Facebook angebotene Tracking-Pixel für Analyse- und Marketingzwecke eingesetzt. Dieser überträgt zum Teil personalisierte Daten an Facebook USA. Der Tracking-Pixel wird erst mit Ihrer Einwilligung aktiviert! Weitere Informationen zu dem Pixel, wie Sie diesen wieder deaktivieren können und welche Daten erhoben werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.