Heizen mit Holz: Diese Vorteile und Möglichkeiten bietet eine Holzheizung

Beim Heizen mit Holz denken Sie an Lagerfeuer-Romantik unter freiem Himmel? Auch in geschlossenen Räumen gewinnt Holz als natürlicher Brennstoff wieder an Bedeutung. Wir zeigen Ihnen, wie eine Holzheizung zur nachhaltigen Wärmequelle in Ihrem Zuhause wird.

Heizen mit Holz: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die traditionelle Variante ist der klassische Kamin, der fest in der Architektur des Hauses verbaut ist. Da Sie über den offenen Brennraum jedoch die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht regeln können, ist ein Kamin im Alltag weder besonders praktisch noch effizient. Verbreiteter und umweltfreundlicher sind freistehende Raumheizer, Kaminöfen oder Pelletöfen. Diese sind mit einer Glastür verschlossen und können auch in Bestandsbauten nachgerüstet werden. Solche Öfen geben angenehme Strahlungswärme ab und dienen meist als Komfort- und Zusatzheizung. Dabei haben Sie die Wahl zwischen Stückholzkesseln, bei denen Sie das Holz manuell nachlegen, und mechanisch befeuerten Holzkesseln, bei denen eine Förderanlage den Brennstoff automatisch zuführt.

Bei Pelletöfen kommen Holzpellets als Brennstoff zum Einsatz: Die Pellets werden in eine Kammer geschüttet und von dort aus automatisch in die Brennkammer befördert. Hier muss man sich nur alle ein bis drei Tage um das Nachlegen der Pellets kümmern. Hackschnitzelheizungen arbeiten in der Regel vollautomatisch und zeichnen sich daher durch einen hohen Bedienkomfort aus. Kachel- beziehungsweise Speicheröfen mit Ummantelung aus Zementputz, Ton oder Speckstein speichern Wärme besonders gut und können mit wasserführenden Anschlüssen auch für die Erwärmung von Trink- und Heizwasser genutzt werden. Das gilt ebenso für einen Zentralheizungskessel, der meist ebenso wie Öl- und Gas-betriebene Varianten in einem eigenen Heizraum untergebracht ist und die Beheizung der ganzen Wohnung sowie des Trinkwassers ermöglicht.

Ein Holzvergaser unterscheidet sich in seiner Funktionsweise von anderen Holzheizungen. Hier findet die Verbrennung in zwei Brennkammern statt, wobei auch das entstehende Holzgas zur Wärmegewinnung genutzt wird. Dadurch arbeitet ein Holzvergaser besonders effizient und emissionsarm.

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Ist eine Holzheizung CO2-neutral und wohngesund?

Als nachwachsender Rohstoff gilt Holz als sehr umweltfreundliche Ressource. Ganz ohne Emissionen geht es beim Heizen mit Holz aber nicht. Bei der Verbrennung entstehen Kohlendioxid (CO2), Asche und Wasser. Dementsprechend verursacht eine Holzheizung auch klima- und gesundheitsschädliche Treibhausgase sowie Feinstaub. Dennoch können Sie mit Holz annähernd klimaneutral heizen. Denn das Holz bindet in seiner Wachstumsphase in etwa so viel CO2, wie es bei seiner Verbrennung an die Atmosphäre abgibt. Diese Rechnung geht aber nur bei einer sauberen Verbrennung auf, bei der lediglich feine, weiße Asche zurückbleibt. Bei einer unvollständigen Verbrennung, beispielsweise durch minderwertiges Holz oder ältere, schlecht gewartete Öfen, kann sogar giftiges Kohlenmonoxid sowie klimaschädliches Methangas entstehen. Um das zu vermeiden, sollten Sie bei Ihrer Holzheizung ein paar einfache Tipps beachten.

So erkennen Sie eine umweltfreundliche Holzheizung

Bei der Anschaffung sollten Sie sich für eine möglichst moderne Feuerstätte entscheiden, die in der Regel deutlich effizienter und emissionsarmer arbeiten als ältere Modelle. Achten Sie dabei auf einen hohen Wirkungsgrad von mindestens 73 Prozent, um eine optimale Ausnutzung des Brennstoffes und der entstehenden Wärme zu garantieren. Eine zu große Heizungsanlage verursacht deutlich höhere Emissionen bei geringem Wirkungsgrad. Deshalb sollten Sie beim Kauf eines Holzofens oder -heizkessels auf das richtige Größenverhältnis achten. Auch ein Pufferspeicher und ein sogenannter Brennwertkessel sind empfehlenswert, um Wärmeverluste zu vermeiden. Besonders emissionsarme Holzöfen erkennen Sie zum Beispiel an dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ und dem Qualitätssiegel DINplus. Die Anschaffung moderner Holzheizungen fördert der Staat mit hohen Zuschüssen. Diese gibt es sowohl für Pellets- als auch für Scheitholzkessel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

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Heizen mit Holz: Auf den Brennstoff kommt es an

Natürlich muss auch der gewählte Brennstoff für Ihre Anlage geeignet sein. Das Handbuch Ihrer Holzheizung gibt Auskunft, welche Brennstoffqualität erforderlich ist. Am besten beziehen Sie das Holz aus Ihrer Region, um unnötige Emissionen für den Transport zu vermeiden. Einen großen Einfluss auf das Brennverhalten hat auch der Wassergehalt des Holzes. Je trockener, desto effizienter und umweltfreundlicher verbrennt es. Damit das Brennholz richtig durchtrocknen kann, stapeln Sie es an einem sonnigen, luftigen Lagerort, der vor Regen und Schnee geschützt ist. Wenn Sie Holzbriketts im Handel kaufen, achten Sie auf die Qualitätsnorm DIN EN ISO 17225-3. Auch Holzpellets sind ein genormter Brennstoff, bei dem Sie sich an der Kennzeichnung DIN EN ISO 17225-2 und der Güteklasse A1 orientieren können. Außerdem gilt: Holzbriketts oder Pellets sollten auf keinen Fall draußen gelagert werden, da sie auch bei kleinster Feuchtigkeit aufquellen und sich die Brenneffizienz damit verliert. Holz für einen Kamin oder eine Hackschnitzelheizung sollten Sie vor der Verbrennung spalten.

Moderne Holzheizungen steigern den Bedienkomfort

Den tatsächlichen Schadstoffausstoß Ihrer Holzheizung können Sie auch durch die richtige Bedienung beeinflussen. Ein typischer Anwenderfehler ist beispielsweise ein überfüllter oder unzureichend belüfteter Ofen. Ein zu spätes Nachlegen des Brennstoffes können Sie mit modernen Anlagen ebenso vermeiden, wie eine schlecht regulierte Luftzufuhr. Denn neuere Holzheizkessel steuern nicht nur die Brennstoffzufuhr automatisch, sondern überwachen und optimieren auch die Verbrennung mit einer eingebauten Abgas-Sensorik. Mit entsprechenden Kabelanschlüssen (KNX) und Schnittstellen wie dem Gira HomeServer können Sie die Holzheizung sogar in Ihr Smart-Home-System integrieren, um die Anlage flexibel über verschiedene Endgeräte zu kontrollieren und (fern-)zusteuern.

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Nutzen Sie die Beratung vom Fachmann

Egal, ob automatisiert oder handbeschickt: In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf einer Holzheizung ausführlich von einem Energieberater, Ihrem Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur beraten lassen. Um dauerhaft einen effizienten und sicheren Betrieb zu garantieren, muss die Anlage auch regelmäßig durch einen Fachmann gewartet werden. Im Idealfall lassen Sie die Emissionswerte und den technischen Zustand vor jeder Heizperiode prüfen. Ihr Schornsteinfeger kann Sie auch auf notwendige Zusatzwartungen hinweisen und über den Brandschutz aufklären.

Fazit: Richtig eingesetzt ist eine Holzheizung bis heute eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Wärmequelle. Allerdings sollten Sie einige Tipps und Handgriffe beachten, damit Ihr Holzkessel oder Holzofen weder die Umwelt, noch Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel unnötig belastet.

Checkliste: So heizen Sie richtig mit Holz

  • Nutzen Sie eine fachmännische Beratung und wählen Sie eine moderne, zertifizierte Feuerstätte
  • Lassen Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig warten und die Emissionswerte prüfen
  • Lagern Sie das Holz in Stapeln, damit es ausreichend durchtrocknen kann
  • Achten Sie auf die richtige Holzmenge bei der Befeuerung Ihrer Anlage
  • Gespaltene Holzscheite sowie kleinere Holzstücke sparen Brennstoff und Geld
  • Müll, Papier, Möbel oder Paletten gehören nicht in die Holzheizung.

Können Sie sich vorstellen, Ihr Zuhause mit Holz zu beheizen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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