Haus sanieren mit Know-how und guter Planung: Darauf sollten Modernisierer achten

Alte Häuser bestechen durch Charme, Geschichte und meist auch einen günstigen Kaufpreis. Allerdings entsprechen die baulichen und technischen Gegebenheiten oft nicht mehr heutigen Wohnansprüchen. Es lohnt sich also, ein Haus zu sanieren, wenn Sie die Zukunftssicherheit und den Wert Ihrer Bestandsimmobilie steigern möchten. In anderen Fällen ist eine Sanierung sogar unausweichlich, um den Verfall und Abriss des Gebäudes zu vermeiden.

Wann sollten Sie ein Haus sanieren?

Von Roh- und Trockenbauarbeiten über die Erneuerung der Elektrik und Heizung bis hin zum Austausch der Türen, Fenster und Sanitäranlagen kann eine Sanierung alle Maßnahmen umfassen, die zum Erhalt, der Instandsetzung und Modernisierung des Hauses beitragen.

Kaufen Sie eine Immobilie, die älter als 50 Jahre ist, empfiehlt sich in der Regel eine Kompletterneuerung aller Gewerke. Dringender Handlungsbedarf besteht bei statisch-konstruktiven Mängeln, die durch Risse in den Außenwänden, morsche Holzbalken oder Schädlingsbefall an tragenden Elementen sichtbar sind. Auch bei aufsteigender Feuchtigkeit sowie Schimmel an der Bausubstanz führt kein Weg an einer Kernsanierung vorbei. In jedem Fall sollten Sie den Gesamtzustand Ihres Hauses mit einem Gutachter überprüfen.

Wenn es um das Haus sanieren geht, ist ein Bausachverständiger nahezu unverzichtbar: Er klärt Sie über alle Schwächen der Immobilie im Detail auf.

Welche Arbeiten sind bei der Sanierung sinnvoll und notwendig?

Nicht immer sind alle Arbeiten sofort notwendig und haben gleichermaßen Priorität. Je nach Baujahr haben Gebäude unterschiedliche „Problemzonen“, auf die Sie besonders achten sollten. So weisen beispielsweise viele Immobilien von 1900 bis 1950 eine schlechte Wärmedämmung und mangelnden Schallschutz aus. In der Nachkriegszeit wurden Wasserleitungen aus Blei problematisch. Auch in Altbauten aus den 1960er bis 80er Jahren finden sich oft schädliche Chemikalien und Baustoffe wie Asbest und Formaldehyd. Diese möglichen Mängel gilt es bei der Planung einer Sanierung zu berücksichtigen

Ein Bausachverständiger kann Ihnen alle Schwachstellen im Detail aufzeigen und dabei helfen, einen Bauzeitplan zu erstellen. Die richtige Reihenfolge der einzelnen Arbeiten ist entscheidend, um Überschneidungen und Verzögerungen der Gewerke zu vermeiden. Beim zuständigen Bauamt sollten Sie außerdem klären, ob Ihre Immobilie unter Denkmalschutz steht und ob Sie bei der Sanierung spezielle Auflagen berücksichtigen müssen.

Tipps für die energetische Sanierung: Gute Dämmung senkt die Heizkosten

Bei der Begutachtung eines alten Hauses zeigen sich meist große Energieeinsparpotenziale. Möchten Sie diese durch eine energetische Sanierung nutzen, sollten Sie sich erst auf Maßnahmen zur Wärmedämmung konzentrieren und dann die Heizungsanlage erneuern. Dabei lohnt sich zum Beispiel ein Austausch alter Fenster. Dreifaches Isolierglas senkt nicht nur die Heizkosten, sondern schützt das Haus auch vor Feuchtigkeit und Schall. Im Gegenzug verhindert eine gut abgedichtete Gebäudehülle jedoch einen ausreichenden Luftaustausch. Planen Sie bei diesen Sanierungsarbeiten am besten auch eine moderne Lüftungsanlage ein, um Schimmelbildung vorzubeugen und für ein gesundes Raumklima zu sorgen.

Bei jüngeren Häusern, die nach 1984 gebaut wurden, entsprechen die Gebäudehülle, Fenster und das Dach in der Regel bereits einem energetischen Mindeststandard. In diesem Fall ist ein Austausch der Heizung die effektivste Maßnahme, um Energiekosten zu senken. Öl- oder gasbetriebene Heizkessel müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden.

Möchten Sie ihr Haus sanieren um Energiekosten zu senken, kann es sinnvoll sein die Fenster gegen dreifaches Isolierglas auszutauschen.

Mehr Wohnkomfort und Barrierefreiheit mit intelligenter Haustechnik

Damit Sie bis ins hohe Alter in Ihrem Eigenheim wohnen können, sollten Sie Stolperfallen wie Schwellen und Unebenheiten beseitigen. Mit einem neuen Unterboden (Estrich) und Fußbodenbelag schaffen Sie mehr Barrierefreiheit.

Möchten Sie die Wohnfläche umgestalten und Wände entfernen oder hochziehen, empfiehlt sich auch ein genauer Blick auf die Elektroinstallation. Bei einer Modernisierung können Sie nicht nur zusätzliche Schalter und Steckdosen einplanen, sondern parallel zu neuen Elektrokabeln auch KNX Steuerleitungen verlegen und so die Basis für ein zukunftsfähiges Smart Home schaffen.

Intelligent vernetzte Haustechnik steigert den Wohnkomfort und vereinfacht zugleich das Energiemanagement. In Kombination mit einer zentralen Schnittstelle wie den Gira HomeServer können Sie zum Beispiel die Jalousiesteuerung, Heiz- und Klimatechnik automatisieren oder flexibel über verschiedene Endgeräte steuern.

Was kostet eine Haussanierung?

In jedem Fall sollten Sie die Kosten für eine Sanierung großzügig kalkulieren. Experten veranschlagen bei der Kernsanierung eines Altbaus etwa 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Günstiger wird es, wenn Sie nur einzelne Arbeiten durchführen lassen müssen und die vorhandene Bausubstanz weiter nutzen können.

Viele Umbau- und Sanierungsmaßnahmen können Sie auch mit Fördermitteln refinanzieren. Arbeiten, die zu mehr Barrierefreiheit beitragen, fördert zum Beispiel die KfW-Bank mit dem Programm Altersgerecht umbauen. Für die Umrüstung zum KfW-Effizienzhaus bietet das Programm Energieeffizient sanieren zinsgünstige Kredite.

Ergänzend können Sie für die energetische Sanierung Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Kommunen halten außerdem Fördermittel aus ihrem Denkmalschutz-Etat bereit.

Ratsam ist in jedem Fall, dass Sie sich sowohl für die Begutachtung als auch Umsetzung der Sanierungsarbeiten Unterstützung von Experten holen. Der Gira Home Assistent kann Ihnen weitere Anregungen geben und die Planung vereinfachen. Das digitale Tool liefert entsprechend Ihrer Wohnsituation und Anforderungen personalisierte Tipps für die technische Modernisierung.

Planen auch Sie eine Modernisierung Ihres Eigenheims? Schreiben Sie uns, warum Sie Ihr Haus sanieren möchten und welche Maßnahmen für Sie Priorität haben.

Hausbau Hausplanung Sanierung Wohnen im Alter
Kommentare
KV
Kyra Voight 14.09.2020  |  12:00
Antworten

Ich habe ein Altbauhaus gekauft und möchte es sanieren lassen. Mir ist vor allem die Dämmung sehr wichtig. Die Dämmung ist bei Altbauhäusern meistens nicht so gut. Es ist gut zu wissen, dass man dann gleich eine Lüftungsanlage planen sollte.

GR
G-Pulse Redaktion 15.09.2020  |  15:18

Hallo Frau Voight,
das freut uns zu lesen, dass unser Artikel Ihnen helfen und an die Lüftungsanalge erinnern konnte. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Sanierung. Das wird sicherlich ein spannendes Projekt!
Liebe Grüße
Ihre G-Pulse Redaktion

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LU
Laura Urban 08.04.2020  |  10:09
Antworten

Mein Mann und ich haben ein Haus aus den 70ern erworben und müssen nun, wie auch hier empfohlen, das gesamte Haus sanieren. Wir haben zum Glück keinerlei Risse in der Außenwand und auch keine Probleme mit Feuchtigkeit. Trotz allem müssen wir Fenster, Türen und vor allem auch den kompletten Sanitärbereich sanieren. Danke für den Tipp, dass für eine effektive Wärmedämmung der Austausch der Fenster unabdingbar ist, man aber gleichzeitig auf eine Lüftungsanlage setzen sollte, um Schimmelbildung zu vermeiden.

GR
G-Pulse Redaktion 14.04.2020  |  11:37

Hallo Frau Urban,
auch ohne Risse gibt es genügend beim Sanieren zu tun, da haben Sie vollkommen recht. Wir freuen uns, dass Ihnen unser Artikel helfen konnte und wünschen Ihnen und Ihrem Mann viel Spaß bei den Arbeiten. Das Ergebnis wird sich mit Sicherheit lohnen.
Kommen Sie gut in die kurze Woche
Ihre G-Pulse Redaktion

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Kommentare (2)

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