City Tree: Smarte Mooswand reinigt die Luft in Städten

Luftverschmutzung ist in vielen Städten weltweit ein zunehmendes Problem. Stickoxide, Feinstaub und CO₂ belasten nicht nur das Klima, sondern auch den menschlichen Organismus. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO atmen 90 Prozent aller Stadtbewohner tagtäglich verschmutzte Luft ein. Eine klimafreundliche Lösung liefert das Berliner Start-up Green City Solutions: Der City Tree filtert große Mengen Schadstoffe aus der Luft und macht urbane Ballungsräume damit lebenswerter.

Durchatmen mit dem City Tree: Mooswand reinigt die Luft in Städten

Hinter dem City Tree verbirgt sich ein patentierter Bio-Hightech-Filter, der Moos als Luftreiniger nutzt.

Die freistehende Mooswand schafft ideale Bedingungen, damit die Landpflanzen im urbanen Raum gedeihen können. Die verschiedenen Moosarten der künstlichen Bäume binden CO₂ und andere Umweltgifte. Zugleich produzieren sie Sauerstoff, speichern Feuchtigkeit und sorgen durch die große Verdunstungsfläche der Mooswand für einen angenehmen Kühlungseffekt in der unmittelbaren Umgebung.

Die vertikale Grünfläche versorgt sich über den Niederschlag oder ein vollautomatisiertes Bewässerungssystem selbstständig mit Wasser. Strom für die Filter-Ventilatoren liefern Sonnenkollektoren oder das örtliche Netz.
 
 
So funktioniert der City Tree. Quelle: Deutsche Bahn Konzern / YouTube

Moos als Luftreiniger: Dank IoT-Technik so effizient wie 275 Bäume

Um die Effizienz der Bio-Filter zu erhöhen, haben die Entwickler ihre Mooswand mit hochmoderner Technik ausgestattet und über das Internet of Things (IoT) vernetzt. Integrierte Sensoren generieren in Echtzeit Daten zum lokalen Klima, der Luftqualität und Leistung der Grünanlage. Sämtliche Informationen werden über die eigene Cloud-Plattform „Aircare“ ausgewertet und visualisiert. So können Betreiber wie Städte und Unternehmen detaillierte Informationen zur Umgebungssituation wie etwa der Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr abrufen und die Filterleistung anpassen. Auf diese Weise soll der City Tree mit einer Standfläche von gerade einmal 3,5 Quadratmetern die Luft so effektiv reinigen wie 275 Bäume.

City Trees gedeihen bereits weltweit

Die künstlichen Bäume haben in Deutschland unter anderem in Dresden, Jena, Leipzig, Darmstadt und Berlin bereits Wurzeln geschlagen. Aber auch an internationalen Standorten wie Oslo, Hongkong und London laden die Mooswände mit ihrer integrierten Sitzbank zum Durchatmen ein.

Trotz der großen Resonanz ist die smarte Bio-Filteranlage aber noch immer ein Prototyp, der konsequent weiterentwickelt und optimiert wird. Für einen vielfältigeren Einsatz sollen die Moosfilter unter anderem zu einem modularen System weiterentwickelt werden.

In Dresden steht zum Beispiel auch eine Mooswand "City Tree".

Künstliche Bäume für eine klimafreundliche Stadtentwicklung

Messungen externer Prüfinstanzen haben bereist bestätigt, dass die künstlichen Bäume CO₂ filtern und Schadstoffwerte senken. Für die umfangreichen Standort-Analysen, Tests und Simulationen arbeitet Green City Solutions eng mit verschiedenen Forschungs- und Technologiepartnern sowie dem TÜV Nord zusammen. Unterstützung bekommt das internationale Team auch von der Europäischen Union, die Förderprogramme für die Installation der Mooswand ins Leben gerufen hat.

Ausgezeichnete Green City Solutions

Seit der Gründung im Jahr 2014 konnte Green City Solutions, das in diesem Jahr von Thies Network GmbH übernommen wurde, bereits zahlreiche Erfolge verbuchen.

Die Liste der Auszeichnungen führt allein in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens mehr als 45 Awards und Nominierungen bei bundesweiten sowie internationalen Wettbewerben.

Innovative Ideen und Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind gefragter denn je. Der City Tree ist sicherlich kein Allheilmittel für die gegenwärtigen Herausforderungen wachsender Städte, aber ein richtungsweisender Beitrag für mehr Klimafreundlichkeit und Lebensqualität in urbanen Ballungsräumen.

Diesen Artikel haben wir am 11.07.2019 aktualisiert.

Denken Sie, dass der City Tree auch Ihrer Heimatstadt guttun würde? Wir freuen uns auf Ihre Meinung zu den künstlichen Bäumen.

Nachhaltigkeit Smart City Stadtplanung
Kommentare
MB
Mik Blanc 19.05.2017  |  13:08
Antworten

Können Sie mir mitteilen ob es diese Trees auch in kleinerer
Form, u.U. für Großraumbüros geben wird.

Danke im Voraus

Mike

JB
Janette Baumann 19.05.2017  |  16:22

Hallo Mik, schön, dass Ihnen die City Trees zusagen. Ob es sie auch in kleinerer Form gibt, wissen wir leider nicht. Aber vielleicht sagt Ihnen ja die Pflanzenwand zu? Ansonsten können Sie auch beim Hersteller nachfragen. Den Kontakt finden Sie auf der Webseite. Viele Grüße, Janette

?

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S
Skidmarks 27.09.2016  |  22:46
Antworten

Wie soll das funktionieren? Massenerhaltung besagt, dass die Schadstoffe sich im Moos anreichern. Ein Baum wächst und baut diese in seine Substanz ein (Zellulose aus CO, CO2). Wird das Moos also dauernd gewechselt? Wie soll bei deutlich komprimierter bodennaher Oberfläche nur annähernd soviel Luft gefiltert werden wie bei einem Baum? Um wahrscheinlich signifikanten Effekt zu haben, müsste das Ding eine Saugleistung haben wie die Abgassaugeinrichtungen beim TÜV (wenn eine AU gemacht wird). D.h. es wird ziemlich windig auf den Bänken davor.
Spinnen wir mal: Wenn die Dinger solch eine Filterleistung (wie angepriesen) hätten, wäre es nicht unlogisch vor so einem riesigen Schadstoffsauger zu sitzen (Sitzgelegenheit als intended designflaw)?
Das was sie hier gut (das muss man ihnen lassen) machen ist nen hydroponisches System als Wundermittel gegen Umweltverschmutzung zu verkaufen. Und eine Stadt kauft natürlich lieber eine handvoll solcher Teile als an unangenehmeren Ecken anzusetzen um Ursachen zu bekämpfen. Wäre es die Kirche, würde man Ablass schreien.

JB
Janette Baumann 29.09.2016  |  17:15

Hallo,

die Grundidee ist, natürliche Ressourcen mit modernster Technik zu verbinden. Dieses Ziel verfolgt das Unternehmen Green City Solutions konsequent mit dem CityTree. Wie wir ja auch geschrieben haben, werden die Moospflanzen dabei vertikal angebaut und an einer freistehenden Wand kultiviert. Die vorhandene digitale Schnittstelle überwacht dabei die Luftqualität. Der City Tree ist dabei im Grunde ein dreischichtiges System: Die Deckbepflanzung übernimmt nicht nur die Produktion von O2 (unter anderem), sondern sorgt auch für eine ausreichende Schattierung der Moose auf der darunter liegenden Schicht. Chemische Prozesse lassen sie ohne Wurzeln wachsen. Das Moossubstrat ganz unten ist besonders fähig Wasser zu halten und die Wurzeln zu durchlüften. Diese Symbiose ist das „Geheimnis“ hinter dem City Tree. Weitere Infos findest Du hier.

Viele Grüße Janette

TB
Thorwald Brandwein 02.09.2019  |  13:42

Richtig. Ich halte die Werbeaussage: “so effizient wie 275 Bäume” für fortgesetzten, vorsätzlichen Betrug. 

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Kommentare (8)
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