Goldsmith Street: Passivhaus-Siedlung gewinnt Stirling Preis 2019

Dass die Bewohner der Goldsmith Street einmal so im Mittelpunkt stehen würden, damit haben sie wohl nicht gerechnet. Die Passivhaus-Siedlung im britischen Norwich ist in aller Munde. Im Auftrag der Stadt hat das Londoner Architekten-Duo Mikhail Riches und Cathy Hawley die öffentlich geförderte Siedlung Goldsmith Street mit 100 Passivhäusern geplant und gebaut.

Die Wohnanlage wurde nun mit dem Stirling Preis 2019 ausgezeichnet – dem größten Architekturpreis Großbritanniens, der seit 1996 vom Royal Institute of British Architects (RIBA) verliehen wird. Das Besondere: Noch nie konnte ein öffentliches Wohnungsbauprojekt einen solchen Erfolg erzielen.

Die Wohnanlage Goldsmith Street besteht aus 100 Passivhäusern

Goldsmith Street: Die Gemeinschaft steht im Vordergrund

Die Goldsmith Street besteht aus 45 Häusern und 60 Wohnungen. Diese sind auf einer Fläche von rund einem Hektar gebaut und befinden sich in vier hintereinanderstehenden Reihen. Dabei orientiert sich die Wohnanlage architektonisch und städtebaulich am viktorianischen Stil und Siedlungsbeispielen niederländischer Kleinstädte.

Zu den Wohnhäusern zählen zweistöckige Häuser mit farbigen Eingangstüren, großen Wohnküchen und privaten Terrassen sowie kleinere Apartments mit Balkon.

Besonders wichtig waren den Architekten Freiräume in der Siedlung, die das Miteinander in der Gemeinschaft fördern sollen. So gibt es viele Grünflächen, Sitzgelegenheiten und Spielplätze. Schmale Straßen sorgen außerdem für ruhigeren Verkehr.

Die Wohnanlage hat viele Grün- undFreiflächen

Größte Passivhaus-Siedlung in Großbritannien

Alle Gebäude der Goldsmith Street entsprechen dem heutigen Passivhaus-Standard und wurden unter strengen Vorgaben umgesetzt – eine Besonderheit in einer solch dichten Siedlung urteilt die Jury. Alle Häuser nutzen die Kraft der Sonne und haben daher geringe Energiekosten. Im Vergleich zu anderen Haushalten sollen die Bewohner bis zu 70 Prozent sparen und die Heizrechnung liegt bei überschaubaren 170 Euro pro Jahr.

Um die Sonneneinstrahlung zu maximieren, wurden alle Gebäude gen Süden ausgerichtet. Außerdem entschieden sich die Architekten, die Hausdächer um 15 Grad zu neigen, damit alle Wohnhäuser auf der Terrasse von der Sonne profitieren. Eine 60 Zentimeter starke Fassadendämmung, Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung und Dreifachverglasung tragen zur Wärmedämmung bei.

 

Alle Wohnhäuser in der Goldsmith Street entsprechen dem Passivhaus-Standard

In unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums gelegen, hebt sich die Siedlung von den typischen Mehrfamilienbauten der Umgebung ab. Für RIBA-Vorsitzenden Alan Jones ist die Goldsmith Street ein Leuchtfeuer der Hoffnung:

Das Projekt verbindet sozialen Wohnungsbau und ökologische Hausbaustandards zu einer neuen Einheit. Ein wegweisendes Modell, von dem Kommunen in Großbritannien und ganz Europa lernen können.

Sie sind neugierig geworden auf das vielgelobte Projekt in Großbritannien? Erleben Sie in diesem Video die Atmosphäre in der Goldsmith Street.

Hausbau Nachhaltigkeit
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