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Spektakuläre Fassaden: So edel wirken goldene Gebäude in der Architektur

Edel, extravagant, klassisch: Goldene Fassaden sorgen in der Architektur für spektakuläre Gebäudekonzepte und strahlen dabei immer einen Hauch luxuriöse Eleganz aus. Dabei zeigen sich die zeitgenössischen Designs heutiger Architekten sowohl verspielt und filigran als auch gradlinig und in minimalistischen Formen. Entdecken Sie fünf goldene Gebäude, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Stadtbibliothek Birmingham: Zwischen Tradition und Moderne

Die englische Stadt Birmingham war einst Industriehochburg für Metallverarbeitung und war bislang für außergewöhnlicher Architektur nicht bekannt. Doch genau hier haben die niederländischen Architekten des Studios Mecanoo ein spektakuläres Gebäude geschaffen –und zwar in Gold. Auf 30.000 Quadratmetern erstreckt sich hier die größte Bibliothek Europas: Ein Ort, in dem die Stadt Geschichte, Kultur und Unterhaltung bündelt.

Das goldene Gebäude besticht nicht nur durch eine außergewöhnliche Museumsarchitektur mit verschiedenen übereinandergestapelten Modulen. Highlight ist vor allem die schimmernde Fassadengestaltung, die sich in einer Kombination aus goldenen und silbernen Applikationen sowie Glaselementen zeigt. Ein filigranes Muster ineinandergreifender Ringe ergänzt diese Ansicht. Dabei ist die Kombination der Materialien alles andere als zufällig gewählt: Während die ineinander verschlungenen Metallringe an die einstige Metallverarbeitung Birminghams anknüpfen, nehmen die goldenen Applikationen einen direkten Bezug zum Schmuckviertel der Stadt, das als Jewellery Quarter bekannt ist. Übrigens: In der prominenten goldenen Rotunde befindet sich der Shakespeare Memorial Room aus dem Jahr 1882, der die wichtigste Shakespeare-Sammlung Großbritanniens beherbergt– ein Highlight für jeden Besucher.

Quelle: Mecanoo / YouTube

Stadtmuseum Rapperswil-Jona, Schweiz: Goldenes Gebäude inmitten alter Bausubstanz

Dass sich goldene Gebäude auch zurückhaltend zeigen können, beweist das Stadtmuseum Rapperswil-Jona in der Schweiz, das historische und moderne Baukunst auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet. Der goldene Neubau mit dem Namen „Janus“ überzeugt mit einer gelochten Fassade aus Bronze.

Zwischen den beiden historischen Gebäudeteilen fällt er schnell auf. Gleichzeitig passt er sich aber an die bestehenden Seitenfassaden der alten Häuser an und so kommt es an keiner Stelle zu einer baulichen Veränderung der alten Struktur. Eine zeitgenössische Architektur des Studios mlzd aus Biel mit viel Respekt zum historischen Baumaterial.

Quelle: Stadtmuseum Rapperswil-Jona / arttv.ch

Goldenes Studentenwohnheim „Golden Cube“ bei Paris

Das achtstöckige Studentenwohnheim, das den Namen „Golden Cube“ trägt, befindet sich in Boulogne-Billancourt, einer der westlichen Vororten von Paris. In dem Gebäudekomplex des Architektenbüros „Hamonic + Masson Associés“ finden sich 156 Wohnungen – inklusive einer eigenen Loggia für jeden Bewohner.

Perforierte Stahlbleche, Metallgeländer und Fensterrahmen wurden alle im gleichen Goldton behandelt, um dem Gebäudekomplex seine besondere monochrome Farbgestaltung zu geben.

So luxuriös die Fassade auch scheint: Dahinter geht es besonders umweltfreundlich zu: Hinter der Verkleidung verstecken sich Nistkästen für Vögel, die ihren Nachwuchs hier in aller Ruhe und ohne gestört zu werden, versorgen können.

Goldenes Studentenwohnheim "Golden Cube" in Paris
Goldenes Studentenwohnheim "Golden Cube" in Paris
Goldenes Studentenwohnheim "Golden Cube" in Paris
Goldenes Studentenwohnheim "Golden Cube" in Paris

Le Monolithe: Goldener Wohn- und Gebäudekomplex in Lyon, Frankreich

2010 wurde der Gebäudekomplex „Le Monolithe“ mit Wohnungen, Büros und Geschäften im städtebauliche Entwicklungsgebiet von Lyon umgesetzt und zeigt damit die neuen Designs der Zukunft. Der Megabau besteht dabei aus fünf verschiedenen Teilen, die von mehreren Architekten konzipiert wurden und dennoch eine Einheit bilden. Darunter befindet sich ein Gebäudeteil, der aus Beton besteht und mit einem warmen Goldanstrich überzogen ist – ein interessanter Akzent im architektonischen Mix. Das Design des goldenen Gebäudes stammt von den Architekten Emmanuel Combarel und Dominique Marrec. Ziel des architektonischen Gesamtentwurfs: Die unterschiedliche Gestaltung der Fassaden zeigt die Vielfalt und Möglichkeiten in der Architektur, die trotzdem ein Wohnraum ohne jegliche Hierarchie darstellen soll.

Ein goldenes Museum für den Rock'n'Roll in Dänemark

In dem berühmten Festivalort Roskilde in Dänemark, in dem jährlich das gleichnamige viertägige Rockfestival mit bis zu 115.000 Besuchern auf der Insel Seeland stattfindet, haben die Architekten von MVRDV und COBE dem Rock'n'Roll ein würdiges Museum gegeben – und zwar in Gold. Dabei nimmt die Architektur direkten Bezug auf die zwei Seiten des Rock'n'Rolls und zeigt sowohl in der Innen- und Außenarchitektur die kitschige als auch die glitzernde Seite der 50er bis frühen 60er Jahre.

Dabei nehmen die goldenen, eloxierten Aluminium-Paneele Bezug auf die typische Kleidung früherer Rockstars. Das Innere ist dagegen vor allem in dunklem Rot gehalten und erinnert an die samtige Auskleidung eines Gitarrenkoffers. Ebenfalls auffällig: Die geometrische Fassade des goldenen Gebäudes, das an den typischen Nietenlook des Rock'n'Rolls erinnert.

Was denken Sie über goldene Fassaden? Ansprechendes Design oder ein Hauch zu viel Glamour? Wir freuen uns auf Ihre Meinung in den Kommentaren.

Architektur Design

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