Mit Verantwortung für die Zukunft

30.000 Quadratmeter groß wird er sein – der zweigeschossige Neubau der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, der derzeit im Osten von Radevormwald im Industriegebiet Mermbach entsteht. Ab Frühjahr 2018 werden hier Wareneingang, Fertigung, Logistik, Versand und die Entwicklungsabteilung des Gebäudetechnikspezialisten ihr neues Zuhause haben. Und mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren künftigen Arbeitsplatz. Für das 1905 gegründete Familienunternehmen bedeutet das Bauvorhaben die größte Investition in der 111-jährigen Firmengeschichte. Nicht nur mit Blick auf die Höhe des eingesetzten Kapitals, sondern auch weil es – so Dirk Giersiepen, Geschäftsführender Gesellschafter von Gira, anlässlich der Grundsteinlegung Ende Oktober – „ein wichtiger Schritt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit“ ist und „ideale Voraussetzungen für weiteres Wachstum“ schafft.

Lebendige Fassade 

Entsprechend groß ist der Aufwand, den das Unternehmen und alle Projektbeteiligten in das Vorhaben stecken. Bereits seit 2014 laufen die Planungen. Dabei steht nicht allein die Funktionalität des neuen Gebäudekomplexes im Mittelpunkt. „Wir bauen hier für die Zukunft und müssen schon heute mögliche Anforderungen von morgen und übermorgen im Blick haben“, beschreiben die beiden Gira Projektverantwortlichen Dietmar Daszkiewicz und Andreas Dürwald die herausfordernde Aufgabe: 

„Bei der Planung ging es darum, den optimalen Weg zwischen Funktionalität, Flexibilität für die Zukunft und Architektur zu finden – und das unter Berücksichtigung all der gesetzlichen Vorgaben.“ Tatsächlich legt das Unternehmen – ganz so wie bei seinen Produkten – genauso großen Wert auf eine ästhetisch und emotional ansprechende Form und Gestalt seines architektonischen Auftritts. „Gira steht immer auch für ausgezeichnetes, hochwertiges Design“, so die beiden Projektleiter. „Das soll die Architektur unseres neuen Werks zum Ausdruck bringen und erlebbar machen.“

Nicht von ungefähr fiel die Wahl bei der Suche nach Planern, die diesen Ansprüchen gerecht werden, auf das 1989 von Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton gegründete Atelier für Architektur, Städtebau und Gestaltung. Schließlich genießt das vielfach ausgezeichnete Berliner Büro Sauerbruch Hutton international einen hervorragenden Ruf für seine funktionale, ökologische Architektur sowie sein Bewusstsein für sinnliche Formen und Farbe. In der Tat spielt die Fassade des neuen Gira Werks mit der dezenten Farbigkeit, wie sie für das Corporate Design des Unternehmens typisch ist: Die perfekt abgestimmte Kombination aus Weiß, Schwarz und vor allem Grau in unterschiedlichen Abstufungen, geben der Gebäudehülle eine klare und doch lebendige Struktur. Dabei setzen wechselnde Tonalität und Lichteffekte Kontrapunkte zum immer wiederkehrenden Rhythmus der Fassade: ein optisches Spiel, das die deutliche Präsenz des Großgebäudes moduliert und leichter wirken lässt.

Eine Gebäude für die Zukunft 

Flexible Architektur

Äußere und innere Architektur sind dabei so flexibel konzipiert, dass bei Bedarf die Kapazitäten funktionsunabhängig auf bis zu 50.000 Quadratmeter nahezu verdoppelt werden können. Möglich macht dies unter anderem, dass die zentrale Erschließungsachse, die sich die Bereiche Innovation, Montage, Logistik, Wareneingang und Versand teilen, auch in zukünftigen Entwicklungsstadien Bestand haben wird. Die Büros der Entwicklung liegen über der Produktionshalle, deren Dach von einem modularen Raster von Oberlichtern überzogen ist. Diesem Raster entsprechend bilden die Büros Lichthöfe. Bei Erweiterung eines der beiden Bereiche kann das Raster fortgeschrieben werden. Somit sind stets in gleicher Weise Tagesbelichtung und Außenbezug für sowohl Halle als auch Büros gewährleistet.

Neben der möglichst flexiblen Nutzung der Räumlichkeiten legen Unternehmen und Planer ein besonderes Augenmerk auf eine offene Architektur, die eine direkte, „barrierefreie“ Kommunikation und Zusammenarbeit fördert. Dazu wird als alles verbindendes Element ein Mezzanin-Geschoss in die Halle eingehängt, das räumliche, visuelle und funktionale Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Bereichen herstellt. Eine zentrale Konferenz-Lobby steht dort Entwicklern, Produktions- und Logistikmitarbeitern sowie Besuchern gleichermaßen zur Verfügung. 

Grüne Architektur

Als Industrieunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, seine sämtlichen Prozesse an Kriterien nachhaltigen Wirtschaftens auszurichten, hat Gira von Anbeginn besonders darauf geachtet, dass Planung und Errichtung des neuen Werks sich an Maßstäben „grünen Bauens“ orientieren. Um einen verantwortungsvollen und ressourcenschonenden Betrieb zu gewährleisten, haben sich Architekten und Planer vor allem auf die Optimierung der Erzeugung und der Nutzung von Energie im neuen Industriebau konzentriert. So kommt als zentraler Wärmeerzeuger ein effizientes Blockheizkraftwerk zum Einsatz, das zugleich Strom für den Eigenbedarf liefert. Zudem setzt der Gebäudetechnikspezialist konsequent auf systematische Wärmerückgewinnung. Für die ebenso wichtige effektive Kühlung des Gebäudekomplexes nutzt Gira zum einen Absorber, die Wärme in Kälte umwandeln; zum anderen wird ein Teil der Kälte zusätzlich über Verdunstungskühlung mit Regenwasser erzeugt. Sowohl Kälte als auch Wärme speichert das Technologieunternehmen in zwei großen Sprinklertanks mit jeweils 1.200 Kubikmetern Fassungsvermögen zwischen, um sie bei Bedarf zu verwenden. Natürlich kommt in dem Neubau auch eigene Steuerungstechnologie zum Einsatz, die nutzungs- und nutzerbezogen für eine energieeffiziente Regulierung verschiedener gebäudetechnischer Funktionen und Komponenten wie etwa der Beleuchtung oder Verschattung sorgt. „Alles in allem wird nur die Hälfte des maximalen CO2-Ausstoßes anfallen, den uns die Energieeinsparverordnung vorschreibt“, resümiert Architekt Matthias Sauerbuch. „Mit anderen Worten: Gira ist hier immer noch seiner Zeit voraus.“

Gira hat sich bei der Planung für eine optimale Verbindung aus Funktionalität, Nachhaltigkeit und Ästhetik entschieden. Welcher Aspekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Architektur Gebäudetechnik Innovation Nachhaltigkeit

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