Smart Home international: ein Interview über die Trends und Entwicklungen in UK

G-Pulse Redaktion: Wie lange arbeitest Du schon für Gira und was genau ist Deine Aufgabe im Unternehmen?

Muir: Ich bin seit 2010 bei Gira tätig. Angefangen habe ich als „UK Account Manager". Mittlerweile arbeite ich als „Key Account Manager International" und unterstütze Unternehmen bei Großprojekten und dem Bau von Mehrfamilienhäusern sowie das internationale Hotelgewerbe. Außerdem berate ich Einzelpersonen oder Unternehmen, die Projekte im Baugewerbe begleiten.

G-Pulse Redaktion: Seit wann ist Gira in Großbritannien aktiv? Wie präsentiert sich das Unternehmen vor Ort?

Muir: Gira ist in Großbritannien bereits seit 12 Jahren auf dem Markt präsent. Zu Beginn wurden wir von Zwischenhändlern vertreten. Mittlerweile sind wir aber bereits neun Gira Mitarbeiter vor Ort, die das Land mit der Unterstützung von zahlreichen neuen Händlern betreuen. Dadurch konnten wir unseren Einsatz und unsere Verfügbarkeit auf dem Elektroinstallationsmarkt erhöhen. Seit 2014 gibt es zudem einen Showroom in London – in der berühmten Baker Street. Hier können Besucher die innovative Gira Gebäudetechnik und edle Schalterprogramme in einer wohnlichen Umgebung erleben und verschiedene Designoptionen entdecken.

Gira Key Account Manager Muir Baxter im Interview

Muir Baxter über die neuesten Smart-Home-Trends. Quelle: Gira.

G-Pulse Redaktion: Welche Produkte sind im Showroom ausgestellt? Gibt es ein bestimmtes Produkt, für das die Nachfrage besonders hoch ist?

Muir: Der Londoner Showroom ist so entworfen, dass er einer realen Wohnumgebung gleicht. Er verfügt über ein funktionsfähiges KNX-System und das edle Schalterprogramm E22 in Edelstahl. Außerdem werden wir bald auch die neue Türstation des Gira Systems 106 ausstellen. Der G1 erweist sich immer wieder als Magnet für Besucher, die smarte Technologie erleben möchten – überzeugt er doch durch seine intuitive Handhabung und sein ansprechendes und reduziertes Design. Per Fingertipp oder Geste lassen sich komfortabel alle Funktionen über das brillante Multitouch-Display steuern. Der Gira G1 ist ein wahres Multitalent und die intelligente Bedienzentrale für die gesamte KNX Gebäudetechnik führt.

G-Pulse Redaktion: Du bist jetzt schon einige Jahre bei Gira tätig. Zeichnen sich Präferenzen ab, auf die Innenarchitekten und Architekten bei Schalterprogrammen und Lösungen im Bereich der Gebäudetechnik besonders achten?

Muir: Einfachheit in der Funktion und Eleganz im Design. Innenarchitekten und Architekten wünschen sich technische Lösungen, die nicht nur funktional, sondern auch optisch ein Highlight sind. Für Bedienelemente muss die Benutzeroberfläche einfach und intuitiv sein. Häufig werden Systeme von hochtechnischen Personen entworfen, die es lieben, mehrere Ebenen der Steuerung zu haben. Für einen Nutzer ist das aber womöglich das Schlimmste, was ihm passieren kann – vor allem in der Hotellerie. Ein Gast möchte es möglichst einfach und komfortabel haben, ohne sich lange mit der Technik beschäftigen zu müssen. Bei jeder Präsentation von Gira Produkten, stelle ich auch immer ein „Best-Practice“-Beispiel vor und zeige, wie das System beim Kunden zu einer positiven Benutzererfahrung führt.


G-Pulse Redaktion: Hast Du selbst ein Lieblingsprodukt von Gira? Wenn ja, was ist das Besondere daran?

Muir: Mein Lieblingsprodukt ist die Steuerzentrale Gira HomeServer. Sie ist wirklich eine erstaunliche Innovation: Das intelligente, mit KNX ausgestattete Gebäude versorgt sie mit super-fortschrittlicher Logik und echter Gebäudeautomation. Gebäudeautomation bedeutet mehr als nur Kontrolle. Es bedeutet, dass das Gebäude buchstäblich für sich selbst denkt und fundierte Entscheidungen auf der Grundlage der vordefinierten Einstellungen vornimmt. Nehmen wir als Beispiel, Sie wünschen sich eine Raumtemperatur von 22 Grad, es sind aber aktuell nur 19, so kann der HomeServer Berechnungen über den Verlauf und die Intensität der Sonne machen, um zu entscheiden, die Vorhänge zu öffnen und den Solarbetrieb zu nutzen, statt das Heizsystem einzuschalten, um das Zimmer zu erwärmen. Das finde ich unglaublich faszinierend.

G-Pulse Redaktion: Hast Du es auch in Deinem eigenen Zuhause verbaut?

Muir: Leider habe ich selbst keinen HomeServer und kein KNX System in meinem Zuhause. Ich habe aber das hervorragende Gira eNet Funksystem für die Steuerung der Beleuchtung und Jalousien sowie die TX_44 Türkommunikation. Mein Haus ist ein altes viktorianisches Haus in Nord-London, das umgebaut wurde. Es ist großartig, dass man inzwischen smarte Technik auch ohne das Aufstemmen von Wänden oder kompliziertes Verlegen von Kabeln in ein Bestandsgebäude integrieren kann.

G-Pulse Redaktion: Du bist in deiner Aufgabe als Key Account Manager auf vielen internationalen Messen vertreten. Wie siehst du die Entwicklung im Bereich Smart Home? Lassen sich neue Trends erkennen?

Muir: Ich habe das Gefühl, die Auffassung von Smart Home hat sich stark verändert, aber noch ist vielen nicht bewusst, was „Smart Home“ eigentlich bedeutet. 

Uns stehen mittlerweile viele IoT-Geräte zur Verfügung, die alle damit werben, intelligente Smart-Home-Bedienelemente zu sein, während sie in Wirklichkeit lediglich ermöglichen, verschiedene Geräte innerhalb eines Netzwerkes miteinander zu verbinden, um sie von einer Stelle aus zu steuern. Ebenso haben sich die professionellen Systeme verändert. Waren früher vor allem Entertainment-Lösungen gefragt, sind es heute viel eher Produkte, die das Wohnen effizienter und sicherer machen: Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Jalousien, Energieeffizienz- und Verbrauchskontrolle, Türsprechanlage und Zutrittskontrolle spielen in den heutigen Systemen eine Schlüsselrolle.

G-Pulse Redaktion: In der vergangenen Woche fand die Fachmesse 100% Design in London statt. Auch Gira war mit einem eigenen Stand vertreten. Was hat Gira dort in diesem Jahr präsentiert?

Muir: Die 100% Design ist die größte britische Fachmesse für Architekten und Designer und daher verpassen wir diese nie. In diesem Jahr haben wir auf die neuesten Technologien und die ausgezeichneten Designprodukte von Gira konzentriert. Die Design-Community konnte Gira vor Ort besuchen und mit uns über die Produkte und geplanten Projekte sprechen sowie die Möglichkeit wahrnehmen, sich individuell beraten zu lassen. Wir haben anregende Gespräche geführt und konnten uns mit Kunden und Kollegen vor Ort austauschen.

G-Pulse Redaktion: Gibt es weitere Projekte und Events, die noch in diesem Jahr anstehen?

Muir: Gira war bei einigen der besten Entwicklungen in London beteiligt und diese Projekte gewinnen in der gesamten Branche nun Auszeichnungen. BREEAM, CEDIA, die Evening Standard Homes & Property, die Sunday Times und The Guardian haben zahlreiche Projekte, die mit Gira Lösungen ausgestattet sind, mit Auszeichnungen honoriert. Uns erwarten spannende Projekte in naher Zukunft – besonders hinsichtlich Design und Lieferbarkeit. Bleibt also auf dem Laufenden!

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch.

Haben Sie im Ausland bereist Erfahrungen mit smarten Lösungen gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrung.

G-Pulse Interviews Gebäudetechnik Smart Home

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren