Generation Nachhaltigkeit

Immer mehr junge Menschen möchten gesellschaftliche Veränderungen bewirken. An erster Stelle steht dabei das Thema Nachhaltigkeit.

Jugendlichen äußern Bewusstsein für Nachhaltigkeit

Lange Zeit ist Nachhaltigkeit vor allen Dingen ein wissenschaftliches Thema gewesen. Heute befürworten etwa sechzig Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren Werte wie den Schutz der Umwelt, zukunftsorientiertes Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit. Der Begriff „nachhaltige Entwicklung“ mag kompliziert klingen – das ist es aber nicht. Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, geht es um die Frage, wie wir leben und unsere Zukunft gestalten, ohne nachfolgenden Generationen einen Nachteil durch unser Handeln zu hinterlassen.
Und wenn es um Zukunft geht, ist gerade die junge Generation gefragt.

Umfrage bestätigt Bewusstsein für die Notwendig zum Handeln

Dass sie interessiert ist, zeigt sich nicht zuletzt in den Ergebnissen des aktuellen „Nachhaltigkeitsbarometers“. Hierzu befragten Forscher der Leuphana Universität im Sommer 2014 insgesamt 1511 Personen zu ihrem Nachhaltigkeitsbewusstsein. Im Vergleich zur ersten Studie, die zwei Jahre zuvor durchgeführt wurde, finden es heute rund 20 Prozent mehr
junge Leute lohnenswert, zum Beispiel etwas gegen den Klimawandel oder für einen ressourcenschonenden Konsum zu tun. Ganze 92 Prozent der Befragten befürworten die Energiewende. „Dass eine nachhaltige Gesellschaft notwendig ist, stellen Jugendliche nicht mehr in Frage.

Ihnen geht es darum, wie sie umgesetzt werden kann“, sagt Thomas
Hohn, Bildungsexperte von Greenpeace. „Dass eine nachhaltige Gesellschaft notwendig ist, stellen Jugendliche nicht mehr in Frage.
Ihnen geht es darum, wie sie umgesetzt werden kann“, sagt Thomas
Hohn, Bildungsexperte von Greenpeace.

In der Mitte der Gesellschaft angekommen

Schon in den letzten Jahren hat sich nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren vom Nischen- zum Mainstreamthema entwickelt. Während vor ein, zwei Jahrzehnten Aspekte wie Umweltschutz, Klimawandel oder auch faire Produktion vor allem von Randgruppen behandelt wurden, werden solche Themen heute breit in der Gesellschaft diskutiert. „Wir haben eine starke Sensibilität für Umweltthemen, einen hohen Grad an Umweltwissen – und sind insgesamt sehr positiv eingestellt. Das hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, sagt Professor Dr. Udo Kuckartz von der Philipps-Universität Marburg in einem Interview auf der Internetseite Grüner Journalismus. Es gibt bereits zahlreiche von jungen Menschen betriebene Initiativen, die eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben und einen nachhaltigen Lebensstil etablieren wollen.

Mit guten Beispielen vorangehen

Nachhaltiges Handeln im Kleinen

Während die Debatte sich früher noch vorrangig um große volkswirtschaftliche Gesichtspunkte drehte, stellt gerade die junge Generation Nachhaltigkeit im täglichen Leben in den Vordergrund. So entstehen beispielsweise immer mehr soziale Netzwerke, die Anleitungen zum kritischen Konsum geben. Ein solches Beispiel sind die sogenannten von Van Bo Le-Mentzel. Auf seinem Blog gibt der Berliner Architekt Tipps und stellt Baupläne für günstige Möbel mit hochwertigem Design zur Verfügung. Generell ist DIY (Do-it-yourself) in den letzten Jahren ein starker Trend. Der Soziologe und Wirtschaftswissenschaftler Holger Glockner meint dazu im factory-Magazin: „Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich DIY in bestimmten Nischenmärkten durchsetzen kann.“

Förderung nachhaltigen Handels der Jugend

Beim Umweltschutz spielen Kinder- und Jugendorganisationen eine enorme Rolle. In der auf Weltgipfel in Rio 1992 verabschiedeten Agenda 21 heißt es: „Die Kinder erben nicht nur die Verantwortung für die Erde, sondern sie stellen in vielen Entwicklungsländern auch fast die Hälfte der Bevölkerung. Außerdem sind Kinder sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrieländern überaus anfällig für die Auswirkungen der Umweltverschlechterung.

Darüber hinaus sind sie auch sehr bewusste Verfechter des Umweltgedankens.“ Es wird schnell deutlich, dass es unabdingbar ist, Kinder und Jugendliche in Sachen Umweltschutz einzubeziehen und den Nachhaltigkeitsgedanken bei ihnen zu fördern.

Baden-Württemberger Initiative

Das Bundesland Baden-Württemberg hat dazu die „Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen, in deren Rahmen junge Menschen die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Sichtweisen in Politik und Gesellschaft einzubringen. Als wesentlicher Bestandteil der Initiative setzt sich ein Jugendbeirat aus 14 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, die Anliegen junger Menschen aus Baden-Württemberg an die Landespolitiker weitergeben. Neben solchen Aktionen ist es natürlich auch wichtig, dass bereits in den Schulen Themen behandelt werden, um bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen. Das bestätigt die bereits erwähnte Studie ebenfalls: „Nachhaltigkeitsbezogener Unterricht wirkt sich nachweislich positiv auf das Verhalten der jüngeren Generation aus.“

Sind Sie selber im Umweltschutz aktiv? Welche Entwicklungen begrüßen Sie, wo sehen Sie Potenzial für weiteren Schutz? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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Nachhaltigkeit Umweltschutz

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