Stilvoll erleuchtet

Unsere Wohnkultur hat sich gewandelt: Früher dienten Deckenleuchten oft nur dem einfachen Zweck, einen Raum zu erhellen. Das ist heute anders: Inzwischen zählen Lampen zu den wichtigsten Stilmitteln im Interior Design, die Funktion und Design miteinander verbinden und gleichzeitig Atmosphäre schaffen.

Damit Leuchten als Klassiker in die Designgeschichte eingehen, müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen: Innovative Lösungen, hohe Funktionalität und ein zeitloses Design gehören ebenso dazu wie die Auszeichnung durch renommierte Designpreise. Die folgenden Modelle bringen dieses Potenzial mit:

Die Stehlampe Oda

Für Pulpo entwarf Sebastian Herkner die Oda-Serie. Quelle: Pulpo

So „Oda“ so – jeder Lichtballon ein Unikat
Bei einem Ballon voll Licht denken viele von uns wohl zunächst an Lampions. In diesem Fall inspirierten den Designer Sebastian Herkner zu dieser Formgebung allerdings Fotos von Wassertürmen, dessen korpulente Kuppeln mit scheinbarer Leichtigkeit von schmalen Säulen getragen werden. 

Auf einem ebenso grazilen Gestell thronen in unterschiedlicher Höhe die großen, gläsernen Körper seiner Stehlampe Oda, die als leuchtende Skulptur den Raum erstrahlt. In Farbnuancen von Amber, Rauchgrau oder Opal-Weiß scheinen die mundgeblasenen, in Handarbeit gefertigten Unikate wie ein Ballon auf einem zarten Gerüst aus pulverbeschichtetem Halbrundstahl zu schweben. 

Mobile Chandelier

Minimalistischer Eyecatcher: die Mobile Chandelier-Lampe, Quelle: Michael Anastassiades

Mobile Chandelier: minimales Design – maximale Wirkung
Das Geheimnis vieler Designtrends liegt wohl in ihrer Einfachheit. Genau das versteht auch der Designer Michael Anastassiades, dessen Mobile Chandelier-Wandlampen bei der Lichtmesse Euroluce 2015 in Mailand anerkennende Blicke auf sich zogen. Schon vor acht Jahren hatte Anastassiades die Erleuchtung zu den ersten Modellen dieser Serie. 

Konsequent im minimalistischen Ansatz weicht er jedoch von der anfangs strikt linearen Designsprache ab. Bei seinen neuen Entwürfen balancieren sich runde Leuchtkörper aus mundgeblasenem Opalglas an geschwungenen, schwarz patinierten Metallrohren gegeneinander aus. Es ist gerade der Verzicht auf weitere Dekorelemente, der die zeitlose Eleganz dieser Lampen ausmacht. 

Equilumen-Lampe

Ausbalanciertes Design: die Equilumen-Lampe, Quelle: mischer’traxler

Equilumen-Lampe: Gleichgewicht als Drahtseilakt
Mit einer recht simplen, aber effektiven Lichtkonstruktion widmet sich das Wiener Design-Duo mischer’traxler der Bedeutung vom Geben und Nehmen. Bei ihrer Equilumen-Lampe pendeln sich am Ende einer langen Stange zwei übergroße Kugeln gegeneinander aus und wägen über die Verteilung der Lichtmenge ab. Eingefasst in einer Metallschlaufe lassen sich die Glaskörper in Position bringen. Kippt der schwingende Stab zu einer Seite, hängt ein Lichtkörper tiefer und gewinnt an Leuchtkraft, während der höhere kontinuierlich dunkler wird. 

Nur wenn beide Lampen im Gleichgewicht schweben, ist das Licht „gerecht“, also ausgewogen verteilt – ein sensibler, unbeständiger Balanceakt. Konzipiert wurde die Installation für eine Ausstellung zum Thema Freiheit während des Designblok 2015 in Prag.

Ob durch erleuchtende Symbolkraft, originelle Funktionalität oder markante Design-Ästhetik: Manchmal ist eine Lampe tatsächlich mehr als nur eine Lichtquelle und mit ihrer strahlenden Präsenz ein echtes Highlight im Raum.

Secant-Light

Mit der Secant setzen Sie Akzente. Quelle: Daniel Rybakken

The Secant Project: Glanzpunkte durch Kontraste

Eine jüngere Trend-Vorlage liefert der Norweger Daniel Rybakken mit seiner Ascent-Lampe. Zerbrechlichkeit und Reinheit einer handgeschliffenen Kristallscheibe sollen mit dem rohen Industrialismus der verarbeiten Aluminiumteile kontrastieren. Da das Glas nur indirekt von einer LED-Quelle beleuchtet wird, reflektiert das Licht mit einem sanften Leuchten in den Raum.

Zur Serie gehört das Secant-Light, eine Wand-, Boden- und Tischlampe, deren Kristallscheibe von einem metallischen Skelett unterstützt wird. Bei der Mobile Secant-Installation sorgen einzelne Gegengewichte für einen zusätzlichen visuellen und symbolischen Kontrast. Hier balancieren zwei hängende Kristallgläser an einem gespleißten Seil und lassen sich manuell absenken oder erhöhen.

Ascent-Lampe

Quelle: Luceplan/Vimeo

So ist das mit dem Licht ... ein Auf und Ab bei der Ascent-Lampe
Lange, dunkle Winter sind die Skandinavier bekanntlich gewohnt. Vielleicht bedeutet Licht-Design für Daniel Rybakken deswegen mehr, als nur schöne Lampenschirme zu kreieren. Er versteht es, Räume in einer ganz eigenen Designpoesie zu erleuchten.

Ebenso wie die Position der Sonne Tag und Nacht beeinflusst, entscheidet auch bei seiner Ascent-Lampe die Höhe der Lichtquelle über Hell und Dunkel. Dafür lässt sich der glockenförmige Lampenschirm an einem schlanken Stiel auf- und absenken, um die Leuchtintensität zu dimmen. Je niedriger der Schirm steht, desto geringer ist die Helligkeit. So gelingt es Rybakken mit einer schlichten Konstruktion, Funktionalität und Symbolkraft spielerisch zu vereinen.

Welche der fünf Trend-Lampen ist Ihr Favorit? Haben Sie vielleicht ein weiteres Design-Highlight im Wohnzimmer? Wir freuen uns über inspirierende Kommentare.

Design Licht Lifestyle Wohntrends
Tom 28.04.2017  |  17:58

Ich muss mal den Besserwisser herauskehren: Ihr meint Leuchten – Lampen sind nämlich die Leuchtmittel … 😉😜😜

Janette Baumann 02.05.2017  |  10:59

Hi Tom,
genau genommen stimmt das 😉. Aber im Allgemeinen spricht man eher von Lampen als von Leuchten, weswegen ich auch diese Bezeichnung im Artikel gewählt habe.
Viele Grüße
Janette

Kommentare (2)

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