The Floating Piers - Einmal über Wasser gehen

Die Objektkunst von Christo und Jeanne-Claude ist immer gigantisch, kostenlos und soll Zeichen setzen. Das Projekt The Floating Piers ist eine 40 Jahre alte Idee, die im norditalienischen Sulzano endlich realisiert werden konnte. Vom 18. Juni bis zum 03. Juli 2016 verbindet ein drei Kilometer langer Steg das Festland mit zwei Inseln auf dem Iseo-See.

“Ich besitze das Werk nicht, niemand besitzt es. Es ist wie unser Leben - es geht vorbei, es existiert nur im Hier und Jetzt.“ - Christo

50.000 Besucher pro Tag - The Floating Piers

Die Konstruktion hat enorme Ausmaße - wie üblich bei den Projekten des Künstlerpaares. 600 Mitarbeiter waren dafür nötig. Der leuchtend-orange Steg ist insgesamt drei Kilometer lang und 16 Meter breit. Ausreichend Platz für die geschätzt 50.000 Besucher pro Tag, die zum ersten Mal die Inseln Montisola und San Paola fußläufig erreichen können. Der Steg selbst besteht aus 220.000 Plastikwürfeln, zusammengeschraubt in Segmenten zu je 100 Metern. Umspannt wird dieses Konstrukt von einer Kunststoffplane, die sage und schreibe 100.000 m² misst – das entspricht ca. neun Fußballfeldern.

Wie der Rücken eines Wales

Die Floating Piers werden von 140 Ankern am Grund des Sees in Form gehalten. Der modulare Aufbau sorgt dafür, dass Besucher den Wellengang organisch nachempfinden können. Christo selbst sagt dazu: „Jene, die The Floating Piers erleben, werden sich fühlen, als würden sie über das Wasser laufen – oder vielleicht den Rücken eines Wales. Licht und Wasser werden den hellen gelben Stoff, während der 16 Tage, in Schatten aus Rot und Gold verwandeln.“


Impressionen des Kunstprojekts The Floating Piers

Reise zu den Dingen

Die Projekte von Christo und Jeanne-Claude waren selten ein kommerzieller Erfolg. Das Budget für Projekte wie die Verhüllung des Reichstages 1995 oder das aktuelle Art-in-Nature-Projekt Floating Piers speisen sich zumeist aus Verkäufen der eigenen Kunst – Malerei und Skizzenkunst. Keine Firma, kein Sponsor soll exklusive Rechte an der Kunst haben, die eigentlich allen Menschen gehört. Dieses Prinzip besteht auch nach dem Ableben von Christos Ehefrau Jeanne-Claude weiter und so ist The Floating Piers bis einschließlich 03. Juli frei zugänglich. Rund um die Uhr können Sie ohne Eintritt oder Reservierung über den schwimmenden Steg gehen, sich von der Natur fesseln lassen und die Wellen unter Ihren Füßen spüren. “Das ist ein sehr physisches Projekt. Das ist keine Malerei, keine Skulptur, man muss dahin gehen, das heißt: laufen. Das ist physisch, nicht virtuell.Es geht nicht nur um die Dinge. Das Projekt ist die Reise zu den Dingen.“ sagt der Objektkünstler Christo dazu.

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen

Diese Reise treten erwartungshalber 50.000 Besucher pro Tag an und erleben Natur und Kunst auf eine Weise, wie sie vielleicht nur ein Künstler wie Christo es bisher erlebbar machen kann. Mit seinem grenzenlosen Pool an Ideen scheint er das Bindeglied zwischen Handwerkskunst und Kunsthandwerk zu sein und ein Beispiel dafür, dass Natur und Artifizielles eine befruchtende Symbiose eingehen können – auch wenn diese nicht von Dauer ist. Aber was ist schon von Dauer? Bekommen Sie im folgenden Video einen faszinierenden Einblick in den Entstehungsprozess von The Floating Piers und begleiten Sie das Team beim Helikopterflug.

Mit dem Hubschrauber über The Floating Piers

Quelle: Vimeo, Christo and Jeanne-Claude

Welche Erfahrungen haben Sie mit Objektkunst gemacht? Enthüllen Sie uns Ihre Erlebnisse in den Kommentaren. Wir haben weitere spannende Projekte wie die New York Lowline für Sie zusammengefasst.

Schlagwörter

Design Floating Piers Kunst

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