Mehr Grün für die Stadt

Wo viele Menschen eng beieinander wohnen, ist oft nicht genug Platz für Bäume und Pflanzen. Gerade in Großstädten herrscht bis auf die öffentlichen Parks ein Mangel an Grünflächen, die aber sehr wichtig wären. Nicht nur um Stadtbewohnern eine Auszeit vom tristen Betongrau ihres dicht bebauten Stadtviertels zu ermöglichen, sondern vor allem wegen ihrer Funktion als innerstädtisches Ökosystem.

Besseres Klima für die Stadt

Mit seinen grünen Fassaden, den sogenannten vertikalen Gärten, bringt der französische Botaniker Patrick Blanc die Natur dorthin zurück, wo sie einst von den Menschen verdrängt wurde und bietet gleichzeitig eine Alternative zu herkömmlichen Gartenanlagen. Mitunter werden seine Fassadenbegrünungen als urbane Kunstform oder neue Dimension der Stadtbegrünung bezeichnet.

In den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten sind viele Städte stark gewachsen, Wald- und Wiesenflächen mussten Asphalt und Beton weichen. Gerade in den Zentren der Städte ist kaum mehr Platz für Grünflächen. Außer man nutzt statt horizontaler Flächen bestehende Fassaden für Bepflanzungen. Neben dem optischen Aspekt haben Blancs vertikale Gärten auch ökologische Vorteile: Ähnlich wie das vom Dresdner Startup „Green City Solutions“ entwickelte Konzept „City Tree“ wirken sie sich innerhalb der Stadt positiv auf das Klima aus. Im Winter bieten die Bepflanzungen einen Schutz vor der Kälte, während sie im Sommer wie ein natürliches Kühlsystem funktionieren. Darüber hinaus filtern die Pflanzen Giftstoffe aus der Luft – insbesondere für Städte mit hohem Verkehrsaufkommen ist dies ein wichtiges Thema.

Vertikaler Garten

Quelle: Patrick Blanc

Innovative Fassadenbegrünung

Vom Prinzip her handelt es sich bei den vertikalen Gärten um eine Form der Fassadenbegrünung, jedoch nicht mit typischen Kletterpflanzen wie Efeu oder wildem Wein. Die in die Höhe wachsenden Gärten kommen ganz ohne Erde aus. Als Basis benutzt Blanc Filzplatten aus recycelten Acrylfasern, die an der Hauswand befestigt und mit unterschiedlichen Pflanzen wie Zwergkoniferen, Zistrosen oder Sonnenröschen bepflanzt werden. Eine integrierte Bewässerungsanlage sorgt für die notwendige Feuchtigkeit, die die Pflanzen zum Wachsen benötigen. Der 62-jährige Blanc hat so schon über 250 Häuser begrünt – unter anderem Museen, Hotels und Einkaufszentren. Auch in Deutschland hat Blanc bereits zwei Projekte umgesetzt:

an der Fassade des Berliner Kaufhauses Galeries Lafayette und im Pressecenter der Frankfurter Messe. Das zweite Projekt beweist, dass die vertikalen Gärten nicht nur an Außenfassaden ein Hingucker sind. Sollten Sie sich für eine vertikale Begrünung Ihrer Wohnung interessieren, könnten die Wandlösungen von Stylegreen etwas für Sie sein: Die kleine Münchner Manufaktur hat sich zum Ziel gesetzt, triste Wände in Innenräumen zum Leben zu erwecken und das Raumgefühl zu verbessern. Da deutlich abzusehen ist, dass auch in Zukunft die großen Städte immer einwohnerreicher werden, scheinen vertikale Gärten nicht nur in gestalterischer, sondern vor allem in ökologischer Hinsicht ein Modell mit Zukunft zu sein.

Was halten Sie von grünen Fassaden? Könnten Sie sich einen vertikalen Garten auch bei Ihnen zu Hause vorstellen?

Innovation Nachhaltigkeit Smart City

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