Himmlische Aussichten: Balkonfeeling durch Falt-Fenster

Drei aussichtsreiche Modelle stehen zur Auswahl

Für ihre Abschlussarbeit entwickelte die Architektin drei Fenster-Konstruktionen mit Fokus auf Wohnkomfort. Der „Hopper Niche” erinnert an einen Liegestuhl und ermöglicht sowohl den Blick zum Himmel als auch Richtung Erdboden. Dafür werden die ineinandergeschobenen Fensterkomponenten manuell wie eine Ziehharmonika nach außen geklappt. Hingegen gewährt das Modell „Awning Niche” in erster Linie Sicht nach unten. Über ein Scharnier an der Oberkante des Fensters kann die Scheibe aufgeklappt werden, sodass Sie sich besonders weit herauslehnen können. Die dritte Konstruktion, „Casement Niche”, ist eine nach außen gestülpte, gläserne Sitzfläche, die sich wie eine Drehtür öffnen lässt.

Mehr Wohnkomfort auf engem Raum

Inspiration zu dieser Idee fand Garcia während ihres Studiums in New York. Zwischen den Häuserschluchten und Gebäudekolossen der Metropole fällt in viele Wohnungen kaum Tageslicht und die Sicht zum Himmel ist meist völlig versperrt. Ihr Klappbalkon soll vor allem in solch dichtbesiedelten Städten ein Plus an Wohnkomfort bringen. Bislang existieren nur Prototypen der Modelle. Die Architektin sucht daher nach Partnern, mit denen sie ihre Faltfenster im großen Stil produzieren kann. Dass die Realisierung nicht ganz einfach ist, zeigt jedoch ein ähnliches Vorhaben aus den Niederlanden.

More Sky - Eindrücke der Falt-Fenster

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Die Gebäudestatik als Herausforderung

Bereits 2002 startete der Architekt Hofman Dujardin ein Projekt namens Bloomframe. Dabei lässt sich das Fenster auf Knopfdruck in einen ausklappbaren, offenen Balkon mit transparentem Geländer umbauen. 2009 sollte der Fensterhybrid aus Amsterdam in Serienproduktion gehen. Eine Pilotmontage an einem Apartment in Arnhem gelang. Danach wurden einige Interessenten auf der Website des niederländischen Produzenten weitere fünf Jahre vertröstet. Grund dafür könnten einige statische Hürden gewesen sein: Die Installation setzt eine gewisse Tragfähigkeit der Fassade voraus. Stabilität und Sicherheit für eine gläserne, noch dazu modulierbare Balkonfläche garantieren zu können,

ist zudem eine technische Herausforderung – und hierzulande auch eine rechtliche.

Umsetzung in deutschen Städten schwierig

Wenn die „More Sky“-Konstruktion von Garcia auf dem internationalen Markt ankommt, dürfte sich das Bild deutscher Großstädte nur langsam ändern. Für nachträgliche Änderungen der Fassade braucht es eigene Baugenehmigungen. Erst wenn ausreichende Sicherheitszertifikate erstellt und die bürokratischen Hürden genommen sind, können die gläsernen Wohnflächen auch in den urbanen Landschaften von München, Köln und Berlin für himmlische Aussichten sorgen.  
 

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