Intelligentes Zuhause: Interview zum neuen Gira eNet SMART HOME

G-Pulse Redaktion: Herr Klee, Sie sind Produktmanager bei Gira. Sie waren zuletzt bei der Entwicklung des Hausautomationssystems Gira eNet SMART HOME beteiligt, das neu auf dem Markt ist. Was zeichnet dieses System aus? 

Klee: Das Gira eNet SMART HOME beruht auf einem Sensor-Aktor-Konzept. Durch das Zusammenspiel von Aktoren, Sensoren und dem eNet Server können unterschiedliche Funktionen im Haus automatisiert werden. Die Grundlage des Systems ist vor allem die App für iOS und Android sowie eine vollverschlüsselte Funkkommunikation. Die neue Gira eNet SMART HOME App bietet maximale Konfigurationsmöglichkeiten, die der Endanwender völlig unabhängig und selbstständig vornehmen kann. So wird das eigene Zuhause leicht zum Smart Home. 

G-Pulse Redaktion: eNet SMART HOME wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Jung entwickelt.

Zudem wurde gemeinsam die eNet Allianz gegründet, die bereits starke Marken wie Bachmann, tado° und Steinel zu ihren Partnern zählt. Wie kam es zu dieser Kooperation und was ist das gemeinsame Ziel? 

Klee: Es gibt eine Vielzahl an Smart-Home-Systemen: von kleinen Lösungen bis hin zu sehr komplexen Systemen. In diesem Smart-Home-Dschungel fehlt es vielen Kunden an Orientierung. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir unseren Kunden helfen, sich zurechtzufinden. Und wir haben natürlich das Ziel, sie mit unserer Lösung zu überzeugen. So muss der Kunde sich nicht verschiedene Anwendungen anschaffen, wenn er beispielsweise Beleuchtung und Beschattung automatisieren möchte, sondern kann sicher sein, dass er mit den Produkten der eNet Allianz ein sicheres und zukunftssicheres System betreibt. Als Verbund stehen wir gemeinsam hinter diesem Produkt. Und durch die Nutzung von Synergien verbindet uns außerdem unser Interesse an nachhaltigem Einsatz von Ressourcen. 

Gira Produktmanager Jan Klee über die Vorteile des Gira eNet SMART HOME. Quelle: Gira

G-Pulse Redaktion: Inwiefern unterscheidet sich das neue Gira eNet SMART HOME vom Gira eNet?  

Klee: Gira eNet ist die Basis des Gira eNet SMART HOME Systems und umfasst letztlich knapp 34 unserer Produkte aus dem Bereich Beleuchtung, Beschattung und Energie. Für die richtig smarten Anwendungen, die den Kunden einen großen Mehrwert bieten, wird der eNet Server benötigt. Dieser ermöglicht nicht nur die Bedienung per Smartphone von zu Hause und aus der Ferne, sondern auch die komfortable Konfiguration von Szenen, die Einstellung von Zeitschaltuhren und das Anlegen von sogenannten Wenn-Dann-Regeln – zum Beispiel, dass bei einer bestimmten Helligkeit, die Jalousien hochfahren und die Lichter ausgeschaltet werden. Das ist nicht nur bequem und komfortabel, sondern fördert auch die Energieersparnis. 

G-Pulse Redaktion: eNet zählt zu den Funksystemen im Gira Produktsortiment. Welche Vorteile gibt es im Vergleich zum kabelgebundenen KNX Standard? 

Klee: Es geht hier vielmehr um die Frage, welche Anwendungen sich die Kunden im eigenen Zuhause wünschen, um zu entscheiden, welches System das geeignete ist. Das ist eine individuelle Entscheidung, die der Kunden nach einer professionellen Beratung zu treffen hat. Grundsätzlich ist eNet sehr flexibel einsetzbar – egal, ob in der Nachrüstung oder im Neubau. Eine bestehende Installation kann sehr einfach auf eNet umgerüstet werden, wenn die bestehenden Lichtschalter oder Jalousiesteuertaster gegen eNet Schalter ausgetauscht werden. Der Vorteil ist, dass an der Verdrahtung nichts verändert werden muss. Im Neubau sieht es ähnlich aus. 

Der Elektroinstallateur kann wie gewohnt installieren und muss keine besonderen Kabel oder Verdrahtungstechniken umsetzen, damit das Zuhause smart wird. Mit dem Einsatz von zum Beispiel eNet Lichtschaltern wird das intelligente Zuhause bereits zur Realität.

G-Pulse Redaktion: Für wen ist eine solche Lösung die richtige? 

Klee: Gira eNet SMART HOME bietet dem Anwender einen umfangreichen Funktionsumfang, der ihm einen höheren Komfort im Alltag ermöglicht. Mit der App können sowohl die Beleuchtung und Beschattung gesteuert als auch die Heizung reguliert werden. Dies erhöht nicht nur den Wohnkomfort im eigenen Zuhause, sondern auch die Energieeffizienz und die Sicherheit. Ein weiterer Vorteil: Die einfache Inbetriebnahme des Systems. Bei dieser Funklösung müssen keine Kabel verlegt werden, um dieses System zu integrieren, und somit auch keine Wände aufgerissen werden. Bei einem Umzug kann es leicht in das neue Zuhause mitgenommen werden. Außerdem können die Bewohner ihre bevorzugten Szenarien selbst einstellen. Das System ist so flexibel und individuell einsetzbar wie es die Bedürfnisse der Bewohner sind. 

G-Pulse Redaktion: Ist es möglich mit dem neuen eNet System, Produkte verschiedener Hersteller zu vernetzen? 

Klee: Ja, über die Produkte der eNet Allianz. So können demnächst beispielsweise bestehende tado°  Heizungssysteme um das Gira eNet SMART HOME System erweitert werden. Es werden dann nicht mehr zwei Apps für die Steuerung der beiden Systeme benötigt, sondern sowohl tado° als auch eNet können über die eNet SMART HOME App gesteuert werden. 


eNet Smart Home
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G-Pulse Redaktion: Aus welchen Gründen würden Sie einem Freund smarte Lösungen empfehlen und welche im Speziellen? 

Klee: Das kommt auf die Bedürfnisse des Freundes an. Was wünscht er sich von seinem persönlichen Smart Home? Auch spielt es eine Rolle, wie die wohnliche Situation derzeit aussieht. Ist ein Haus in Planung oder wird derzeit saniert? Handelt es sich um Eigentum oder um ein Zuhause zur Miete? Diese Aspekte spielen bei einer Empfehlung eine wichtige Rolle. Meine Freunde haben unterschiedliches Interesse an smarten Lösungen. Wichtig ist, dass der Mehrwert für den Einzelnen im Vordergrund steht. Ein Freund von mir ist beruflich viel unterwegs und verlässt morgens relativ früh das Haus. Er hatte morgens immer das Problem, dass das Bad erst warm war, wenn er es verlassen hat. Mit tado° kann er nun das Bad morgens vorheizen, so dass es eine angenehme Temperatur hat, wenn er es morgens betritt. Abends kann er die Heizung bereits einschalten, während er noch unterwegs ist. So hat sein Zuhause nach seiner Rückkehr die Wohlfühltemperatur, die er sich wünscht.  

G-Pulse Redaktion: Haben Sie sich selbst auch für ein Funksystem entschieden? Wie smart ist Ihr eigenes Zuhause? 

Klee: Ich selbst habe zu Hause das Gira eNet SMART HOME System und auch tado° installiert. Man selbst ist natürlich immer der kritischste Kunde. Ich habe an unserem Feldtest nach der Entwicklung teilgenommen und das System intensiv getestet. Ich freue mich daher auf die anstehende neue Version des eNet Servers, in welcher eNet und tado° in einer App bedient werden können. 

G-Pulse Redaktion: Sicherheit im Smart Home ist ein Aspekt den vielen Menschen mit Skepsis betrachten – so wie das Thema Datenschutz. Wie wird die Sicherheit der Daten beim Gira eNet SMART HOME gewährleistet? 


Klee: Zum einen bieten wir eine vollverschlüsselte Funkkommunikation, das heißt, dass das System nicht abgehört beziehungsweise nicht ins System eingedrungen werden kann. Darüber hinaus ist sowohl der Zugriff per Smartphone zu Hause als auch der Zugriff aus der Ferne verschlüsselt. Und last but not least: Wenn der eNet Server einmal keine Internetverbindung hat oder diese ausfallen sollte, können die Anwender dennoch Funktionen manuell nutzen wie das Licht einschalten oder die Beschattung steuern. Eine Grundfunktionalität ist mit Gira eNet SMART HOME immer gegeben. 

G-Pulse Redaktion: Welche Trends sehen Sie im Bereich Smart Home? 

Klee: Das Smart Home bleibt ein spannender Bereich: Es birgt viel Potential und es wird in den nächsten Jahren sicherlich weiterhin zu vielen Innovationen kommen. Ich glaube, dass besonders Sprachsteuerung ein großer Trend bleiben wird und es eine wichtige Entwicklung darstellt. Außerdem denke ich, dass die übergreifende Vernetzung von unterschiedlichen Geräten wie Kühlschränken und Fernsehern immer mehr in den Vordergrund rücken wird.  

G-Pulse Redaktion: Welche Projekte stehen bei Ihnen als nächstes an? 

Klee: Wie sagt man so schön: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Wie ich bereits erwähnt habe, integrieren wir derzeit das Heizungssystem unseres Allianzpartners tado° in das eNet SMART HOME System. Parallel gibt es natürlich noch weitere Projekte, die derzeit in der Umsetzung sind – mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten. 

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das interessante Gespräch. 

Haben Sie bereits smarte Lösungen in Ihrem Zuhause intergiert? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen.

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