Energiesprong: Die Zukunft des energetischen Sanierens

Spätestens 2050 soll Europa klimaneutral sein. Um das zu erreichen, muss sich vor allem im Baubranche etwas tun. Laut der Deutschen Energie-Agentur (Dena) müssen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden rund 43 Millionen Wohnungen energetisch saniert werden.

Mit einem Konzept aus den Niederlanden, das energetisches Sanieren im Altbau neu denkt, soll jetzt Tempo gemacht werden. Im Nachbarland wurden bereits zahlreiche Reihenhäuser saniert – und das in Wochen statt Monaten. Auch in Deutschland treibt die Dena das Konzept „Energiesprong“ mit ersten Pilotprojekten voran.

Das erste Energiesprong Pilotprojekt in Deutschland. Quelle: dena_news / YouTube

Energiesprong: Was ist das?

Wer einen Altbau energetisch sanieren möchte, muss Zeit aufbringen, Geld in die Hand nehmen und Fachkräfte mit viel Erfahrung finden. Dass sich Sanierungen zum Niedrig- oder Nullenergiehaus (Zero-Standard) schneller und günstiger umsetzen lassen, will das Konzept Energiesprong – zu Deutsch „Energiesprung“ – beweisen. Planungen werden mithilfe digitaler Techniken vereinfacht, wiederkehrende Prozesse automatisiert und Bauteile seriell vorgefertigt.

Am Anfang der Sanierung steht immer ein 3D-Scan des Gebäudes. Auf der Basis der Gebäudehülle werden maßgefertigte Fassaden- und Dachelemente im Werk vorgefertigt, auf Tiefladern zur Baustelle gebracht und von außen auf die Bauhülle montiert. Auch die Haustechnik mit Wärmepumpe, Warmwasserspeicher, Elektronik für Photovoltaikpaneele und Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung ist vorgefertigt. Trotz dieser seriellen Fertigung lassen sich die Optik von Fassade und Dach individuell bestimmen. Ein nach dem Energiesprong-Prinzip saniertes Gebäude erfüllt den KfW-Effizienzhaus-Standard 55.

Voraussetzungen für die serielle Sanierung im Altbau

Um energetische Sanierungen mit Energiesprong durchzuführen, benötigt man nach dem Stand heutiger Technik Gebäude mit gleichförmiger Fassade. Besonders geeignet sind kleine Mehrfamilienhäuser aus den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren mit einfacher Hülle und einem hohen Energieverbrauch von ca. 130 kWh pro Quadratmeter und Jahr.

Ein Beispiel dafür ist ein kürzlich fertiggestellter Wohnblock aus den 30er-Jahren mit 12 Parteien in Hameln. Die Holztafelbauelemente für die Fassade bestehen aus Lärchenholz, Recycling-Glaswolle, Fenstern nach neuestem Standard und dezentralen Lüftungselementen mit Wärmerückgewinnung.

Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen CO2-neutralen Strom. Und eine Wärmepumpe versorgt die Gebäude mit Heiz- und Warmwasser. Realisiert wurde die Sanierung von der ecoworks GmbH. Das Gebäude hat nun einen KfW-Effizienzhaus-Standard 55.

Saniertes Haus

Energetische Sanierung im Altbau: Zahlreiche Fördermöglichkeiten

Noch steckt Energiesprong in den Anfängen. Doch auch heute können Sie von zahlreichen Fördermöglichkeiten profitieren, um Ihr Haus energetisch zu sanieren.

Besonders attraktiv ist das Programm Energieeffizient Sanieren der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Folgende Maßnahmen werden in Form von Krediten oder Zuschüssen gefördert:

  • Fassadendämmung und Sonnenschutz
  • Dachdämmung
  • Dämmung der Kellerdecke
  • Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz
  • Erneuerung einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizung

Sollten Sie zudem darüber nachdenken in Ihren vier Wänden smarte Bedienelemente nachzurüsten, um Beleuchtung, Jalousien oder Heizung zu steuern, können Sie ebenfalls das Förderprogramm Energieeffizient Sanieren beanspruchen. Gefördert werden:

  • Fenster- und Türsensoren
  • Lichtsteuerung
  • Heizungssteuerung
  • Jalousiesteuerung

Sollten Sie nach dem 01.07.2021 eine Förderung für die Sanierung zum Effizienz­haus sowie einzelne energetische Maßnahmen in Anspruch nehmen wollen, können Sie die neuen Förder­kredite und Zuschüsse der „Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG)“ beantragen – für einen Neubau oder für die Sanierung zum Effizienz­haus sowie einzelne energetische Maßnahmen. Die Förderung für Bau­begleitung beantragen Sie direkt zusammen mit Ihrem Kredit oder Zuschuss.

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Planen Sie, Ihren Altbau energetisch zu sanieren? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen.

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