Mehr Unabhängigkeit für die Elektromobilität

Elektromobilität gehört zu den großen Zukunftstrends und ist auch heute schon ein bedeutendes Thema. Immer mehr E-Autos, E-Bikes und E-Scooter sind auf deutschen Straßen unterwegs. Im Jahr 2020 sollen es nach dem Energiekonzept der Bundesregierung gar eine Millionen Fahrzeuge sein, die elektrisch betrieben werden. Mit der Zunahme der Elektromobilität steigen auch die Anforderungen an eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Viele Nutzer wollen heute schon nicht mehr allein auf Stromtankstellen im öffentlichen Raum angewiesen sein, sondern ihr Elektrofahrzeug an Stationen im privaten Bereich, also an Wohngebäuden, laden können. Das Thema gewinnt also auch immer mehr an Relevanz für Bauherren, Elektrohandwerker, Bauplaner und Architekten.

Technische Anforderungen an Elektromobilität in Wohngebäuden
Die Initiative ELEKTRO+ hat eine Informationsbroschüre mit Empfehlungen für die Planung und Ausführung von Elektroinstallationen zum Anschluss von Ladestationen für Elektrofahrzeuge herausgegeben. „Die Broschüre informiert über Anwendungsbereiche und technische Anforderungen an die Elektroinstallation, damit Ladeeinrichtungen auf privaten Grundstücken sicher und zuverlässig in Betrieb genommen werden können“, erklärt Michael Conradi von ELEKTRO+. 

Die hier enthaltenen Tipps richten sich sowohl an Bauherren beziehungsweise Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern als auch von Mehrfamilienhäusern mit eigenem Parkraum auf dem Grundstück. Bei der Installation von Ladestationen im privaten Wohnbereich sind einige Faktoren zu berücksichtigen, um ein effizientes und sicheres Aufladen von Elektrofahrzeugen zu garantieren. Dazu gehören neben dem Leistungsbedarf und der Ladebetriebsart auch Aspekte wie der Gleichzeitigkeitsfaktor und nötige Ladezeiten, die von der verfügbaren Stromstärke an der Ladesäule, der Aufnahmekapazität der Speicherbatterie und der maximalen Leistung des im Fahrzeug eingesetzten Gleichrichters abhängen. Darüber hinaus weist die Initiative darauf hin, auf den konkreten technischen Aufbau und notwendige Schutzmaßnahmen zu achten, die getroffen werden müssen, um beispielsweise Überspannungsschäden oder Kurzschlüsse zu vermeiden. 

Zukunftstrend Elektromobilität

Quelle: BMVI / YouTube

Bei Neubauten sollten bereits Ladestationen vorgesehen werden
Da es sich bei der Elektromobilität um ein zukünftig stark an Bedeutung gewinnendes Thema handelt, sollten Bauherren und Architekten bereits heute entsprechende Vorkehrungen für Ladeeinrichtungen an Neubauten treffen, selbst dann, wenn der Bauherr heute noch gar kein E-Fahrzeug besitzt. Wichtig ist hierbei etwa, dass ein zusätzlicher Zählerplatz sowie ein Elektroinstallationsrohr zwischen Hausstromkreisverteiler und Garage oder Carport, durch das sich später unkompliziert die passende Stromleitung für die Ladestation einziehen lässt, eingeplant werden. Soll ein bereits bestehendes Gebäude für das Laden von Elektrofahrzeugen aufgerüstet werden, sollten zunächst die vorhandenen Elektroinstallationen auf ihre Eignung hierzu geprüft werden.

In der Regel lässt sich die hierzu nötige Infrastruktur aber mit entsprechenden Modernisierungsmaßnahmen nachrüsten. Außerdem sollten Eigentümer klären, ob die Zustimmung des zuständigen Netzbetreibers vorab einzuholen ist.

Mehr Informationen zum Thema Elektromobilität erhalten interessierte Bauherrn und Hausbesitzer bei der 2010 gegründeten Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), die als Beratungsgremium der Bundesregierung die wesentlichen Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden zum strategischen Dialog zusammenbringt. 

Nutzen Sie bereits ein Elektrofahrzeug? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns.

Innovation Smart Home Smart Living

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren