Diamniadio Lake City: Senegal baut futuristische Stadt in Westafrika

Dakar, die Hauptstadt im westafrikanischen Senegal, platzt derzeit aus allen Nähten – Infrastrukturprobleme und Wohnungsnot inklusive. Deswegen hat sich die senegalesische Regierung dazu entschieden, Teile der Hauptstadt auszulagern. Nur 30 Kilometer weiter entfernt entsteht seit 2014 Diamniadio Lake City (DLC): Die am Reißbrett entworfene Stadt soll nicht nur Platz für 350.000 Einwohner auf 2000 Hektar Land bieten. Mit einem Kongresszentrum, einer Universitätsbibliothek, Wohnhäusern, Einkaufszentren und einem Krankenhaus entsteht hier eine Stadt, die Dakar entlasten und Treiber für ein neues Wirtschaftswachstum in Afrika sein soll.

Diamniadio Lake City: Das modernste städtische Zentrum Senegals

Bis zum Jahr 2035 soll Diamniadio Lake City, das derzeit auf einer brach liegenden Fläche entsteht, zu einem der modernsten Zentren Senegals werden – jedenfalls, wenn es nach dem Plan des Präsidenten Macky Sall geht. Für ihn ist die Planstadt eine Investition in die Zukunft Senegals – die die Regierung sich zwei Milliarden Dollar kosten lässt. Das Projekt ist dabei Teil einer landesweiten Strategie, um das wirtschaftliche Wachstum Senegals zu fördern.

Diamniadio Lake City: Senegal baut futuristische Stadt in Westafrika
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Dezentralisierung statt Totaltransfer

In der afrikanischen Geschichte gab es bereits verschiedene Versuche, ganze Hauptstädte an einem neuen Ort aufzubauen, um Infrastrukturprobleme zu lösen und der Wohnungsnot clevere Lösungen entgegenzusetzen. Die Retortenstädte sind fast alle gescheitert: Prominente Beispiele finden sich im Südsudan, Malawi oder Tansania. Senegal geht indes einen anderen Weg. Mit dem Bau von Diamniadio Lake City will die Regierung dezentralisieren und ein neues Industriestandbein aufbauen. Die neue Hauptstadt des Landes soll es aber bewusst nicht werden.

Eine neue und mautpflichtigen Verbindungsstraße verbindet Dakar, den kürzlich eröffneten Flughafen Blaise Diagne und Diamniadio Lake City in nur 30 Minuten. 2019 soll mit dem Schnellzug „Train Express Régional (TER)“ ein weiteres Transportmittel an den Start gehen.

Diamniadio Lake City: Drei Stadtviertel – ein Lebensgefühl

Diamniadio Lake City entsteht auf einer Fläche von rund 17 Quadratkilometern und wird in drei Stadtviertel unterteilt, die architektonisch unterscheidbar sind, aber eine Einheit bilden: Das Finanz- und Gewerbezentrum mit Büroflächen, Dienstleistungen und Business-Hotels, das Wohnviertel mit Angeboten für verschiedene Einkommensgruppen und das Einkaufs- und Eventviertel mit Universität, Hotels und einem Luxus-Wohngebiet rund um einen natürlichen See. Dabei soll alles zu Fuß erreichbar sein, Grünflächen verbinden die Zonen miteinander. Kürzlich eröffnet wurden bereits das Konferenzzentrum Dakar Abdou Diouf und ein Sportkomplex. Auch an die Bahnverbindung wurde gedacht: In Diamniadio wird bereits an einem modernen Bahnhof gebaut, der das neue Wirtschaftszentrum mit dem Rest des Landes verbindet.

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Architektonische Highlights in Diamniadio Lake City

Fotomontagen und erste Gebäude lassen ahnen, dass Senegal die Messlatte in der architektonischen Gestaltung weit oben anlegt. Jeder der geplanten Bauten besticht durch eine auffällige Fassade, die moderne Architektur und Materialien wie Stahl, Glas oder Beton in Verbindung mit der Neuinterpretation eines modernen Afrikas bringt.

Kupfer, das die Verbindung zu Mutter Erde darstellen soll, spielt in der Fassadengestaltung eine besondere Rolle. Dabei sind die organisch anmutenden Bauten innen flexibel und vielseitig gestaltet. Bewusst übrigens, denn so lassen sie Spielraum für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Während die Innenräume von viel Tageslicht profitieren, können die Bewohner atemberaubende Ausblicke in die Landschaft genießen.

Planstadt setzt auf Nachhaltigkeit

So monumental die futuristische Stadt auch wirken mag: Beim Bau stellen die Auftraggeber sicher, dass nur Bauteile zum Einsatz kommen, welche die Ressourcen und die Umwelt schonen und Materialien der Region verwenden.

Für die nachhaltige Planung wurde das Projekt bereits mit dem Programm LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert.

Für die Architekten ist eine offene Raumgestaltung entscheidend für die Stadtplanung. Nicht ohne Grund steht der See im Zentrum der Überlegungen. Großzügige und gut beleuchtete Grünflächen und Wege sollen die Stadt zu einem Ort für Kommunikation und Kreativität machen, die Natur, Kultur und Architektur miteinander verbinden.

Fazit

Diamniadio Lake City ist ein architektonisches Konzept, das nicht nur Wohnraum für 350.000 Menschen schafft, sondern verschiedene Lebensbereiche miteinander verknüpft. Damit versucht sich Senegal an einem Experiment, die Planstadt zu einem lebendigen Ort des Miteinander zu gestalten, wo eine Vermischung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit stattfindet. Die Zeichen stehen gut, dass dies gelingen könnte.

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