Designklassiker als Wertanlage: Wie Möbel zu Gewinnbringern werden

Als das Münchner Auktionshaus Quittenbaum im vergangenen Jahr eine Reihe seltener Bauhaus-Objekte anbot, staunten viele nicht schlecht über so manches Ergebnis: Für den Erlös von 68.580 Euro wechselte zum Beispiel ein Exemplar des Klappsessels B4 von Marcel Breuer seinen Besitzer. Den Zuschlag für diese 1926/27 entworfene Stahlrohr-Rarität erhielt das Vitra Design Museum, welches das Möbel nun zu seiner umfangreichen Sammlung zählt.

Auch das bekannte Auktionshaus Sotheby’s macht immer wieder mit hohen Summen von sich reden:

Im Frühjahr 2020 versteigerte beispielsweise die New Yorker Dependance des Hauses zwei Direction-Sessel des französischen Architekten und Designers Jean Prouvé von 1951 für 175.000 US-Dollar. Grund für diese Summen sind die Seltenheit solcher Design-Originale. Oft schlummern sie lange in Familienbesitz, ehe sie zu hohen Preisen unter den Hammer kommen. Wenn Sie nun beginnen möchten, mit dem Wert Ihres Mobiliars zu spekulieren, sollten Sie ein paar Dinge berücksichtigen.

Entdecken Sie die Design-Kreationen von Jean Prouvé. Quelle: vitra / YouTube
 

Die richtige Wahl: Wie wird ein Design zum Klassiker?

Weil es eher unwahrscheinlich ist, ein seltenes Original zum erschwinglichen Anschaffungspreis zu ergattern, empfiehlt es sich, den Fokus zunächst auf Re-Editionen bekannter Designklassiker zu legen. Gemeint sind Neuauflagen älterer Entwürfe, wie Sie sie heute bei etlichen Herstellern im Programm finden. Mitunter werden minimale Anpassungen, beispielsweise in ihrer Materialität oder an veränderte Körpergrößen vorgenommen. Generell sind die Firmen aber um größtmögliche Originaltreue bemüht. Re-editierte Möbel behalten auch nach Jahren noch einen hohen Teil ihres Ursprungswerts. Limitierte Auflagen können im Wert sogar noch einmal zulegen.

Doch was macht einen Designklassiker eigentlich aus? Blickt man einmal zurück auf die Bauhaus-Zeit, so zählte für die Gestaltung seinerzeit nichts mehr als die Funktionalität. Bis heute wirken die Prinzipien der Kunstschule, an der das Handwerk als Fundament aller gestalterischen Disziplinen galt, in der Designausbildung nach und sind damit ebenso zeitlos wie viele der damaligen Entwürfe. Das Zeug zum Klassiker haben seither jene Produkte, die zu ihrer Entstehungszeit etwas nie Dagewesenes lieferten, etwas Einzigartiges. Und: Sie müssen hinsichtlich ihrer Form und Anwendung Trends überdauern.

Louis Poulsen Lampe im Wohnzimmer

Eine wahre Designlegende: Barcelona Chair

Zu den Klassikern des modernen Designs gehört zweifelsfrei der Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe. Der Architekt gestaltete den Sessel für den ebenfalls von ihm entworfenen Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Das Besondere ist die Konstruktion des im Grunde aus nur zwei geschwungenen Linien gezeichneten Untergestells, welches wiederum aus einem einzigen Stück poliertem Edelstahl besteht.

Daran befestigt sind Ledergurte, auf denen die Lederpolster mit ihren charakteristischen Knöpfen aufliegen. Der Barcelona Chair aus dem Hause Koll International lässt sich vielfältig kombinieren und ist garantiert ein echter Hingucker.

Ein Klassiker des modernen Designs: Der Barcelona Chair. Quelle: smow / YouTube
 

Von der Côte d’Azur in die Welt: Adjustable Table E 1027

Schlicht wie vielseitig zeigt sich der kleine runde Beistelltisch Adjustable Table E 1027 der irischen Gestalterin Eileen Gray. Benannt ist er nach dem gleichnamigen Sommerhaus an der Côte d’Azur, das Gray 1927 für sich und ihren Geliebten Jean Badovici baute. Dabei steht der Buchstaben-/Zahlencode für die Initialen ihrer beider Namen:

E für Eileen und, anhand der Buchstabenposition im Alphabet, 10 für Jean, 2 für Badovici sowie 7 für Gray. Der Tisch besteht in der Originalversion aus verchromtem Stahlrohr und einer runden Glasplatte, die in der Höhe verstellbar ist. Hergestellt wird das Möbel heute unter Lizenz von ClassiCon, wahlweise auch schwarz pulverbeschichtet sowie in drei Glasausführungen.

Artischocke mit strahlendem Herz: PH Artichoke

Ein Meisterwerk unter den Leuchten, die Sie kennen sollten, ist die Artichoke-Leuchte, die der dänische Architekt Paul Henningsen 1958 für ein Kopenhagener Restaurant entwickelte. Die Herausforderung war es, ganze Tafeln zu beleuchten, ohne dabei auch nur einen Gast zu blenden.

Henningsen fügte dafür 72 Kupferblätter zu einer aufgefächerten Kugel zusammen, sodass ausschließlich indirektes Licht ausgestrahlt wird. Die Form gab der Pendelleuchte ihren Namen. Bei Louis Poulsen gibt es sie neben Kupfer in mattem oder glänzendem Edelstahl, Messing, Weißmetall und seit diesem Jahr auch in Schwarz.

Die PH Artichoke Hänge-Lampen
Die PH Artichoke Lampe im hellen Interior

Designklassiker: Kaufen Sie bei seriösen Händlern

Zugegeben, der Kauf von Designklassikern erfordert zunächst ein gewisses Budget. Gemessen am Werterhalt werden Sie im Nachhinein vielleicht aber überrascht sein, wie wenig Ihre Designstücke Sie gekostet haben. Denn der ist Ihnen bei guter Pflege und mit durchaus wünschenswerter Patina bei Wiederverkauf relativ sicher. Achten Sie aber darauf, dass Sie aus seriösen Quellen erwerben.

Originale oder lizensierte Produkte erkennen Sie an Stempeln, Etiketten, Prägungen oder Urkunden. Diese garantieren Ihnen eine, im Sinne des Schöpfers, ausgezeichnete Qualität. Selbst wenn günstigere Replika-Varianten, wie es sie beispielsweise zuhauf vom Barcelona Chair gibt, durchaus passabel sind: Von Werterhalt können Sie da gewiss nicht ausgehen.

Setzen Sie elegante Farbakzente in der Wohnung mit dem Gira E2 in schwarz matt.

Letztendlich fühlen sich Designerstücke jedoch nur so gut an wie ihr Umfeld. Daher gilt: Ein Klassiker kommt selten allein. Schaffen Sie die richtige Umgebung – und das auch im Detail. In der Schalterserie Gira E2 finden Sie einen zeitlos-minimalistischen Designklassiker, der seit mehr als 20 Jahren Architekten und Interior-Designer aufgrund seiner strengen Formsprache überzeugt.

Sollten Sie Ihre Einrichtung durch diesen Designklassiker ergänzen wollen, hilft Ihnen der Gira Home Assistant bei der Planung. Vom Schalterdesign bis zur smarten Steuerung findet das virtuelle Planungstool für Sie die passende Lösung.

Welche Designikonen haben Sie bereits erstanden oder veräußert? Berichten Sie uns in den Kommentaren von überraschenden Verkaufserlösen und zeitlosen Schätzen, die Sie so schnell nicht hergeben würden.

Designermöbel Wohnkomfort Wohntrends
Kommentare

Starten Sie die Diskussion über diesen Artikel

Das wird Sie auch interessieren

Diese Webseite verwendet Cookies. Bei weiterer Nutzung stimmen Sie deren Verwendung zu. Wir setzen außerdem, nach expliziter Einwilligung Ihrerseits, den von Facebook angebotenen Tracking-Pixel für Analysezwecke ein. (Dieser überträgt z.T. personalisierte Daten an Facebook USA.) Die ebenfalls eingesetzten „Social-Media-Plugins“ übertragen Daten erst nach Ihrem aktiven Zutun. Weitere Informationen zu den von uns und Dritten eingesetzten Cookies, dem Facebook-Pixel sowie den „Social-Media-Plugins“ erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung.