Das Smart Home von morgen: Giras Engagement im Universal Home Accelerator

Die deutsche Gründerszene floriert, an neuen und innovativen Ideen mangelt es selten. Trotzdem freuen sich junge Start-ups über Erfahrungswerte von etablierten Unternehmen und brauchen oftmals etwas Starthilfe, um eine Idee weiterzuentwickeln, beispielsweise in Form von Ressourcen. Diesem Konzept widmen sich auch Gira, Miele, Vaillant und andere Konzerne im Rahmen des Universal Home Accelerator Programms. Angesiedelt im UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen sollen die erfahrenen Experten von heute, den klugen Köpfen von morgen etwas mit auf den Weg geben.

Zwei Mitglieder dieses Experten-Teams sind Markus Fromm-Wittenberg und Matthias Nawrocki von Gira. Im Gespräch verraten Sie uns mehr über das Netzwerk und den Wettbewerb für technikaffine Start-ups, der ihnen Starthilfe verspricht.

G-Pulse Redaktion: Was ist Universal Home und welche Ziele werden verfolgt?

Fromm-Wittenberg: Universal Home ist ein Zusammenschluss von technologisch führenden Unternehmen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Es bietet benutzerfreundliche und individuelle Lösungen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dabei stellen wir uns insbesondere die Frage, wie wir aus den gemeinsamen Erfahrungen und dem Wissen jedes einzelnen Unternehmens eine besseres Vorstellung von einer möglichen Zukunft generieren. Dazu wurde ein Szenario-Prozess durchgeführt, aus dem wir Ziele für die Unternehmen abgeleitet haben. Sie sollen dabei helfen, das Wohnen, Arbeiten und Leben der Menschen im Jahr 2030 mitgestalten und verbessern zu können.

Visions of Living 2030

Quelle: VisionsOfLiving / YouTube
 

Nawrocki: Bei Universal Home fokussieren wir uns im Wesentlichen auf die Entwicklungen aus fünf Themenfeldern. Dazu gehören die Gestaltung des sozialen Umfelds der Menschen, deren Flexibilität und Mobilität, den Ressourcenkreislauf, der die Umwelt schont und Energie spart, das Wohnen als intelligente Systemwelt mit Lösungen sowie die Ökonomie. Unter dem Motto „Wohnen in der Zukunft" haben wir uns als Verbund zum Ziel gesetzt, eine Plattform und ein Netzwerk für Unternehmen zu schaffen, das die Entwicklung von Produktinnovationen fördert.

G-Pulse Redaktion: Wie ist das Netzwerk entstanden?

Nawrocki: Das Netzwerk wurde 2007 von drei Unternehmen gegründet – mittlerweile zählt es 14 Mitglieder. Im letzten Jahr konnte wir unser 10-jähriges Jubiläum feiern, denn auch Gira ist bereits seit 2008 im Verbund vertreten. Neben namhaften Unternehmen wie Dornbracht, Miele und Vaillant die auch zum Verbund zählen, haben außerdem externe Fachleute ihr Wissen und ihren Input mit dem Netzwerk geteilt.

Fromm-Wittenberg: Daraus sind bereits viele Kooperationen und Ideen entstanden. Ein Beispiel ist der Film „Visions of Living", der zeigt, wie das Wohnen in nicht allzu ferner Zukunft aussehen kann. Benutzerfreundliche Geräte lassen sich intuitiv steuern und sind Bestandteil des Alltags. Denn sie sollen vor allem eines können: Menschen verbinden. So ist eine persönliche Einladung genauso schnell erledigt wie der Videoanruf bei der Familie. Die Kernaussage ist: Smarte Technik vernetzt nicht nur Geräte miteinander, sondern auch die Nutzer dahinter.

Ein weiteres Projekt ist übrigens der Universal Home Accelerator, der sich gezielt an die Start-up-Welt richtet.

G-Pulse Redaktion: Was ist der Universal Home Accelerator genau?

Nawrocki: Wir möchten jungen Start-ups die Gelegenheit geben, ihre Ideen zu verwirklich. Deshalb haben wir das Universal Home Accelerator Programm ins Leben gerufen. Wenn junge Entwickler bereits an ihrer Idee gearbeitet und schon die ersten Schritte gemacht haben, können sie sich bewerben. Wenn sie ausgewählt werden, wird gemeinsam ein Programm erstellt, das auf die Bedürfnisse des jeweiligen Start-ups zugeschnitten ist. Bei Themen wie Modellieren des Geschäftsmodells, Pitchen, Marketing & Sales oder Recht werden sie von einem Experten-Team betreut und geschult. Zudem profitieren die Teilnehmer von unserem umfangreichen Netzwerk. Universal Home begleitet die Start-ups sowohl inhaltlich als auch beim Wachstum.

Fromm-Wittenberg: Gemeinsam werden neue Ideen und Innovationen entwickelt und umgesetzt – für ein zukunftsorientiertes Morgen. Der Accelerator startet ab dem 1. April 2018 für frische Ideen und neue Ansätze im Bereich Smart Home. Wir freuen uns sehr, ein Teil davon zu sein.

G-Pulse Redaktion: Welche Trends sehen Sie im Bereich Smart Home?

Nawrocki: Aus unserer Sicht geht der Trend ganz klar in Richtung Digitalisierung. Allem voran zeigt dies der Trend zur Benutzung neuer und ergänzender Bedienerinterfaces – zum Beispiel durch Sprachsteuerung oder auch durch die Minimalisierung auf Displaygeräten. Ein weiterer Trend ist sicherlich auch die Interoperabilität über Systeme hinweg mit dem Ziel das möglichst viele Produkte miteinander einfach vernetzt werden können. Wir sind gespannt, wie und ob sich das bereits in den Einreichungen der teilnehmenden Start-ups widerspiegeln wird.

Das SmartHome von Morgen: Giras Engagement im Universal Home Accelerator
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Das SmartHome von Morgen: Giras Engagement im Universal Home Accelerator

G-Pulse Redaktion: Ist Gira in weiteren Netzwerken im Bereich Smart Home Mitglied?

Fromm-Wittenberg: Gira ist in unterschiedlichen Netzwerken vertreten und ist in mehreren Allianzen im Bereich Smart Home aktiv. Dazu zählen unter anderem der Markenverbund Connected Comfort sowie die Wirtschaftsinitiative Smart Living. Universal Home Accelerator ist jedoch das einzige Programm, das gezielt Start-ups und ihre innovativen Produktideen fördert.

G-Pulse Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch.

Übrigens: Anteile am eigenen Unternehmen abgeben – so wie in einigen anderen Start-up-Hilfen – müssen die Gründer nicht. Neben Gira, Vaillant & Co. wird der Accelerator auch von der Digitalisierungsinitiative ruhr:HUB unterstützt.

Bis Mitte Februar konnten junge Gründer sich bewerben. Nun ist das Urteil gefallen: Die vier Smart Home Start-ups HomeBeat.Live (Berlin), Kugu (Berlin), MTTech (Israel) und Visensys (Dortmund) setzten sich beim Selection Day des Universal Home Accelerators durch, dürfen nun als erste Start-ups im Brutkasten Platz nehmen und sich über professionelle Unterstützung freuen. Der offizielle Startschuss für den smarten Accelerator ist der 1. April 2018.

Diesen Artikel haben wir am 08.03.2018 aktualisiert.

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