Ein Gebäude im Berginnern: das Messner Mountain Museum

Für sein Messner Mountain Museum: Corones, das abschließende seiner sechs Museumsbauten, beauftragte der bekannte Bergsteiger Reinhold Messner die kürzlich verstorbene britische Stararchitektin Zaha Hadid. Wenn zwei solche Legenden an einem Projekt zusammenarbeiten, kann man bereits im Vorfeld davon ausgehen, dass etwas Herausragendes dabei entsteht. Nachdem das Museum fertiggestellt und eröffnet ist, können Besucher sich davon überzeugen, wie beeindruckend das Ergebnis geworden ist. 

Museumsberg mit Naturpanorama
Das MMM Corones widmet sich dem traditionellen Alpinismus, die Ur-Disziplin des Bergsteigens. Es ist bereits das sechste Museum des ehemaligen Extrem-Bergsteigers Messner. „Im Museum spiegeln sich die Welt meiner Kindheit – die Geislerspitzen; der Mittelpfeiler am Heiligkreuzkofel – die schwierigste Kletterei meines Lebens – und die vergletscherten Granitberge über dem Ahrntal“, beschreibt Messner den Inhalt der Ausstellung in 2.275 Metern Höhe. Die Aussicht des Gebäudes ist Teil der Dauerausstellung. Der eindrucksvolle Museumsbau von Zaha Hadid ermöglicht den Blick in alle vier Himmelsrichtungen.

Ein eindrucksvoller Bau in extremer Lage, Quelle: Messner Mountain Museum

Alpenarchitektur: ein außergewöhnlicher und spektakulärer Museumsbau

Hadids Markenzeichen waren fließende, geschwungene Formen. Nicht umsonst wurde sie die „Königin der Kurven“ genannt. Für den Museumsbau, der etwa drei Millionen Euro kostete, hat sie eine tunnelartige Höhle entworfen, die in den Berg hineinführt. Ihre Handschrift ist deutlich zu erkennen, denn sämtliche Räume gehen fließend ineinander über – das Gebäude hat weder gerade Wände noch Ecken. Auch wenn es ins Innere des Berges geht, düster ist das Museum trotz des Tunnelgebäudes nicht. Drei Ausbuchtungen ragen aus dem Berg, durch zwei Panoramafenster können Besucher die Aussicht auf den Peitlerkofel und den Heiligkreuzkofel genießen. 

Darüber hinaus gibt es einen überhängenden Balkon, auf dem Besucher ins Freie treten können. 

Hadid ist es gelungen, das Gebäude auf eindrucksvolle Weise in die Natur zu integrieren. Die Architektur scheint mit der Landschaft zu verschmelzen. Um möglichst wenig in die Umgebung einzugreifen wurde ein Großteil des Gebäudes unterirdisch angelegt. Neben den architektonischen Formen trägt auch das Material dazu bei. Als äußeres und inneres Bekleidungsmaterial wurde Beton gewählt, da es sich in vielfältige Formen gießen lässt und die Optik und die Haptik an Fels erinnern – und somit zum Thema passen. Der Museumsbau fügt sich so stimmig in die Gebirgslandschaft ein.

Eindrucksvoller Museumsbau

Moderne Gebäudetechnik sorgt für intelligente Beleuchtung

Das überwiegend durch dunkelgrauen Sichtbeton bestimmte und zum großen Teil unterirdisch liegende Gebäude wird durch moderne Gebäudetechnik stilvoll beleuchtet. 220 Leuchten und LED-Lichtbänder setzen die Exponate in der Ausstellung gezielt in Szene. Neben rund 65 klassischen Strahlern und 45 LED-Einbau- und -Aufbaustrahlern kommen etwa 330 Meter LED-Lichtbänder zum Einsatz, die auch einzeln dimmbar sind. So lässt sich die Beleuchtung exakt auf die aktuelle Ausstellung und den jeweiligen Raum abstimmen. Leicht und bequem per Knopfdruck auf einem Touchpanel, dem Gira Control 9 Client. Bei Veränderungen und Ergänzungen der Exponate lässt sich diese Lichtszene einfach per Fernzugriff oder vor Ort ändern und neu abspeichern.

Des Weiteren wurde das elegante Schalterprogramm Gira E22 in Edelstahl eingesetzt – das auf den Wänden aus Sichtbeton besonders gut zur Geltung kommt. 

Vielfältige Funktionen, einfach und flexibel zu steuern

Hinter den Kulissen sorgt moderne KNX-Technik für einen reibungslosen Ablauf und optimalen Einsatz der Installationen. 

Gesteuert und vernetzt wird das Ganze durch den Gira HomeServer, der in der Kombination mit dem Gira Control 9 Client, den vollen Überblick und eine unkomplizierte Bedienung ermöglicht. Neben der Beleuchtung gibt das Touchpanel auch einen Überblick über die aktuelle Temperatur und der Heizungs- und Lüftungsaktivität.

Passend und ebenfalls im Gira Schalterprogramm E22 wurde das Rufsystem integriert – über das Gira Notrufset Funk kann bei Problemen ein Hilferuf abgesendet, der auf dem Touchpanel angezeigt wird.

Ein weiterer Vorteil der eingesetzten Gebäudetechnik: Nach Feierabend lässt sich das gesamte Museum mit nur einem Klick komplett ausschalten – über die Beleuchtung bis zum Beamer im Kinosaal. 

Das Messner Mountain Museum ist ein bis ins Detail geplantes Gesamtkunstwerk. Hier verschmelzen vor faszinierender Kulisse Biografie, moderne Technik und spektakuläre Architektur zu einem Gesamtgebilde, das es so nur einmal gibt. Nicht umsonst hat es das Gebäude auf die Shortlist für die Auszeichnung "The World Building of the Year" geschafft.

Was halten Sie von diesem innovativen Gebäude? Wir freuen uns auf Ihre Meinung über das Messner Mountain Museum.

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